close

changeX Login

Bitte loggen Sie sich ein, wenn Sie Artikel lesen und changeX nutzen wollen.

Sie haben Ihr Passwort vergessen?
Jetzt neu registrieren.
Barrierefreier Login
Den individuellen Weg wertschätzen
Patchwork-Karrieren - wie changeX-Leser leben und arbeiten.
Von Sascha Hellmann
Geradlinige Lebensläufe, das war einmal. In der individualisierten Gesellschaft von heute kann sich jeder den passenden Lebensentwurf selbst aussuchen. Brüche, Überraschungen und Durststrecken eingeschlossen. Das Leben ist ein Patchwork unterschiedlicher Phasen, riskant und abwechslungsreich. In den nächsten Monaten porträtieren wir ausgewählte changeX-Leser. Spannende Menschen mit schillernd unterschiedlichen Lebens- und Arbeitswelten. In einer Serie von journalistischen Kurzporträts. Neue Folge 4: Ingrid Meyer-Legrand in Berlin. / 31.01.08
Ingrid Meyer-Legrand
Ingrid Meyer-Legrand: "Arbeit hat einen großen Stellenwert, sie erfüllt mich und bietet mir Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung."
Ingrid Meyer-Legrand lebt mit ihrem Mann und ihrer gemeinsamen Tochter in Berlin. Vor zehn Jahren hat sie dort begonnen, eine systemische Praxis für Coaching, Supervision und Therapie aufzubauen. Heute arbeitet sie als Coach mit Führungs- und Leitungskräften aus der Wirtschaft und dem Öffentlichen Dienst, aber auch mit Freiberuflern, Kreativen und mit Künstlern. Sie sagt: Nicht nur auf dem Kunstmarkt müssen Karrieren genau geplant werden, sondern alle sind gefordert, die eigenen Kompetenzen sichtbar zu machen, Netzwerke aufzubauen und mit den angebotenen Karrierestrukturen flexibel umzugehen. Sie arbeitet nach dem Credo: "Ich bin Menschen dabei behilflich, ihren ganz besonderen, individuellen Platz zu finden im Team, in leitenden Positionen, innerhalb einer Paarbeziehung oder als Einzelperson." Denn oftmals hänge andauernde Unzufriedenheit damit zusammen, "diesen Platz" noch nicht gefunden zu haben. Sie will ihren Klienten die Möglichkeit geben, wahrzunehmen, welchen Weg sie bereits gegangen sind und wo ihre besonderen Fähigkeiten und Stärken liegen. Diesen "besonderen Weg eines Menschen" wertzuschätzen, liegt ihr ganz besonders am Herzen. Denn auch sie ist einen besonderen Weg gegangen.

Wissenschaft und Kunst.


Nach dem Abitur studiert sie zunächst Sozialarbeit an einer Fachhochschule. Hier entdeckt sie ihre Leidenschaft zu forschen und die Ergebnisse in der Praxis anzuwenden. Mit einem Zweitstudium setzt sie ihren akademischen Weg fort und beginnt ein Lehramtsstudium mit den Fächern Sozialwissenschaften und Geschichte. Das hieran anschließende Referendariat "schenkt" sie sich und vertieft sich in eine Forschungsarbeit über Lebenskonzepte einer Generation. Die Entscheidung für die Forschungsarbeit fällt zusammen mit ihrer Entscheidung, sich als Konzept-Künstlerin zu professionalisieren. Sie beginnt, Ausstellungen zu machen.
Einerseits hofft sie auf eine universitäre Laufbahn, andererseits stellt sie jedoch fest, dass "die einsame Arbeit am Schreibtisch nicht mein Ding" ist. Vielmehr habe sie immer nach einer Möglichkeit gesucht, Theorie und Praxis zu verbinden. Das gelingt ihr schließlich nach einem Wohnortswechsel von Bremen nach Berlin. In einem Wohlfahrtsverband begleitet sie wissenschaftlich ein Projekt als Sozialarbeiterin. Später übernimmt sie innerhalb des Verbandes eine Position als Projektleiterin und Referentin. Gleichzeitig ist sie weiterhin als Künstlerin tätig und stellt auch im Ausland aus. Zehn Jahre lang erlebt sie dies als ideale Verknüpfung: "Ich hatte mit Menschen zu tun, konnte wissenschaftlich und in leitenden Positionen arbeiten und habe Kunst gemacht."
Mit der Geburt ihrer Tochter 1996 sieht sie sich herausgefordert, ihre Kompetenzen zu bündeln und den Fokus neu zu setzen. Denn sie will auch viel Zeit mit ihrem Kind verbringen. Sie absolviert in der Babypause eine Ausbildung zur systemischen Therapeutin und Supervisorin, macht sich mit zwei anderen Frauen selbständig und gründet das "Büro für Organisation & Neuorientierung" b.o.n. Das ist der erste Schritt, ihre bisherigen beruflichen und künstlerischen Erfahrungen mit ihrem neuen Wissen aus Therapie und Supervision zusammenzubringen und ein besonderes Angebotsprofil zu entwickeln. Sie selbst hat ihre Arbeit immer wieder nach ihren Wünschen und neuen Anforderungen im Leben ausgerichtet. Nun ermutigt sie Menschen, die ihre Beratung aufsuchen, ihren ganz eigenen Weg zu gehen. Sie betrachtet den Einzelnen in seinem sozialen Umfeld, auch um herauszufinden, wie dieses verändert werden könnte. "Ich biete Organisationen, Büros et cetera 'Ressourcentage' an. Gemeinsam überlegen wir, wie die Arbeit anders gestaltet werden kann, um die vorhandenen Ressourcen besser zu nutzen und gleichzeitig eine gute Balance zwischen Arbeit und Privatleben zu entwickeln." Mit diesem Ansatz arbeitet Ingrid Meyer-Legrand - eingebunden in ein kollegiales Netzwerk - seit 1998 in ihrer eigenen, systemisch ausgerichteten Praxis für Coaching, Supervision und Therapie. "Die Ströme sind zusammengeflossen." Kunst, Wissenschaft und die Arbeit mit Menschen sind in ihrer jetzigen Arbeit vereint.

Viele Berührungspunkte.


Diese Balance will sie auch in ihrer eigenen Arbeit verwirklichen. "Arbeit hat einen großen Stellenwert, sie erfüllt mich und bietet mir Möglichkeiten zur Selbstverwirklichung. Zugleich versuche ich, die Arbeit mehr und mehr zu begrenzen, um genügend Zeit für Freunde und klassische Freizeitaktivitäten wie Kino, lesen, Ausstellungsbesuche zu haben." Der Input, den sie dadurch bekomme, wirke sich auf ihre Arbeit positiv aus, sagt sie. Arbeit und Privatleben haben bei ihr viele Berührungspunkte. Ihre Praxis ist an die Wohnung angeschlossen und ihre berufliche Korrespondenz erledigt sie von zu Hause aus. Die Betreuung der Tochter teilt sie sich mit ihrem Mann, der als international tätiger Künstler mit drei Assistenten in einem Atelier ganz in der Nähe arbeitet. Diese kurzen Wege empfindet sie als angenehm. Arbeit und Privatleben immer wieder gut auszubalancieren sei jedoch eine ständige Herausforderung für sie.
Auf chanceX ist sie auf Internetrecherchen gestoßen und hat über die Artikelserie "Wir kündigen! Und definieren das Land neu!" den Einstieg gefunden: "Ein frischer Ansatz - und unkonventionell." Sie nutzt changeX, um inhaltliche Anregungen zu bekommen und auf dem Laufenden zu bleiben. Ingrid Meyer-Legrand ist ihren Interessen nachgegangen und hat sie den Herausforderungen ihres Lebens entsprechend weiterentwickelt und neu gestaltet. In ihrer eigenen Praxis hat sie einen Ort gefunden, wo sich ihre Interessen vereinen - sie unterstützt nun professionell andere Menschen dabei, ihren Platz im Leben zu finden und sich entsprechend ihren Möglichkeiten und Wünschen zu positionieren.

Sascha Hellmann ist freier Mitarbeiter bei changeX.

Kontakt:
Ingrid Meyer-Legrand
Systemische Praxis_Coaching, Supervision & Therapie
Cheruskerstraße 10-2
10829 Berlin
Telefon: 030-78704830
Fax: 030-78704830
E-Mail: meyer-legrand@freenet.de

© changeX [31.01.2008] Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

changeX 31.01.2008. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

Ausgewählte Beiträge zum Thema

Quell der Freude

Patchwork-Karrieren - wie changeX-Leser leben und arbeiten. Folge 3: Frank-Lothar Köpcke in Nürnberg. zum Essay

Arbeit hört nie auf

Patchwork-Karrieren - wie changeX-Leser leben und arbeiten. Folge 2: Toby O. Rink in Karlsruhe. zum Report

Wir können doch eine ganze Menge

Patchwork-Karrieren - wie changeX-Leser leben und arbeiten. Folge 1: Kirsten Jantke in Düsseldorf. zum Report

Die changeX-Community

Wie changeX-Leser leben und arbeiten - alle Folgen der ersten Staffel zum Report

Autor

Sascha Hellmann
Hellmann

Sascha Hellmann ist freier Journalist in Heidelberg. Er arbeitet als freier Mitarbeiter für changeX.

weitere Artikel des Autors

nach oben