Die changeX-Bestenliste Juli 2009

Buchempfehlungen der changeX-Redaktion | Top Eleven Juli 2009

 
Die Revolution der Innovation Die Revolution der Innovation
Wertschöpfung durch neue Formen in der globalen Zusammenarbeit

C. K. Prahalad / M. S. Krishnan

Wunderbar klar arbeiten die Autoren heraus, wohin die globale Ökonomie treibt: hin zu einer Form der Wertschöpfung, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Brillant!

C. K. Prahalad macht seinem Ruf, einer der wichtigsten Managementvordenker unserer Zeit zu sein, abermals alle Ehre. Wunderbar klar arbeiten er und sein Co-Autor M. S. Krishnan heraus, wohin die globale Ökonomie treibt: hin zu einer Form der Wertschöpfung, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Sie beschreiben die Entwicklung der globalen Ökonomie mit einer frappierend einfachen Formel: N = 1 und R = G. Kurz gesagt: Die Kundenerfahrung wird individuell, die Ressourcen aber gehen gegen global. Darin verbirgt sich ein neues Modell der Wertschöpfung, das dem des Industriezeitalters diametral entgegengesetzt ist. Brillant! zur Rezension

Animal Spirits Animal Spirits
Wie Wirtschaft wirklich funktioniert.

George A. Akerlof / Robert J. Shiller

Der Mensch verfolgt nicht allein ökonomische Ziele und handelt nicht immer rational. Ein provokanter, oft entwaffnend einfacher Blick auf die Ökonomie.

Akerlof und Shiller liefern die Theorie zum Crash des Kapitalismus alter Prägung. Dessen Krise ist Folge eines schiefen Modells von Wirtschaft. Was Keynes wusste, haben seine Nachfolger vergessen: Der Mensch verfolgt nicht allein ökonomische Ziele und handelt nicht immer rational. Es sind Animal Spirits, die ihn leiten. Sie auszublenden hat Folgen. Die Wirtschaft nach der Krise braucht eine neue Theorie. Ein neues Bild des Menschen. Ein provokanter, oft entwaffnend einfacher Blick auf die Ökonomie. Ein Perspektivwechsel, der jene nüchtern ins Licht rückt, die im Theoriegewitter so häufig im Schatten stehen: die - ganz normalen - Menschen. zur Rezension

Der Homo oeconomicus bekommt Konkurrenz Der Homo oeconomicus bekommt Konkurrenz
Die Wiederentdeckung der Emotion in der Wirtschaft

Johannes Siegrist

Ein kleines, in der Argumentation aber gewichtiges Büchlein. Die These: Nach der Maxime des größtmöglichen ökonomischen Nutzens gestaltete Arbeitsverhältnisse machen krank.

Ein kleines, in der Argumentation aber gewichtiges Büchlein widmet sich der Wiederentdeckung der Emotion in der Wirtschaft. Und das heißt: dem Ende des rein nutzenmaximierenden Homo oeconomicus. Waren es bislang neuere Ansätze in den Wirtschaftswissenschaften selbst, die an den Fundamenten der klassischen Lehre rüttelten, droht dem alten Paradigma nun Ungemach aus anderer Richtung. Johannes Siegrist zeigt unter Berufung auf neuere medizinische Studien: Nach der Maxime des größtmöglichen ökonomischen Nutzens gestaltete Arbeitsverhältnisse machen krank. Und das kommt teuer. Ein wichtiges Buch für ein notwendiges Ziel: eine auf Vertrauen, Kooperation, Fairness, Gerechtigkeit und Solidarität gründende Wirtschaft. zur Rezension

Klasse! Klasse!
Die wundersame Welt der Manager

Dagmar Deckstein

null

Wundersam ist sie wirklich, die Welt der Manager. Dagmar Deckstein ermöglicht uns einen tiefen Einblick in die Welt der Wirtschaftslenker. Ungeschminkt zeigt sie, wie Manager ticken, wie sie denken, wie sie fühlen. Authentisch, direkt, auf der Basis von Gesprächsprotokollen entsteht so ein Bild einer kleinen Entscheiderkaste, die in ihrem Gestus der Unfehlbarkeit fatal an den Adel in der Zeit vor der Französischen Revolution erinnert. Absolut lesenswert. zur Rezension

Bildung? Bildung! Bildung? Bildung!
26 Thesen zur Bildung als Herausforderung im 21. Jahrhundert

Andreas Schlüter / Peter Strohschneider

Bildung ist mehr als Wissen, Können und Know-how. Bildung ist Persönlichkeitsbildung: der Erwerb der Fähigkeit, sich selbst und seine Beziehung zur Welt in Ordnung zu bringen.

Die aufgeregten PISA-Schock- und Fit-für-die-Wissensgesellschaft-Debatten sitzen einem großen Missverständnis auf: Bildung sei "Bildung für". Für den Job, für die Qualifikation, für die Konkurrenzfähigkeit des Landes. Das von Andreas Schlüter und Peter Strohschneider herausgegebene Buch Bildung? Bildung! mit seinen 26, auf jeweils eine These hin zugespitzten Aufsätzen rückt die Perspektive gerade: Bildung ist mehr als Wissen, Können und Know-how. Bildung ist Persönlichkeitsbildung: der Erwerb der Fähigkeit, sich selbst und seine Beziehung zur Welt in Ordnung zu bringen. So herum wird ein Schuh daraus. zur Rezension

Kasino-Kapitalismus Kasino-Kapitalismus
Wie es zur Finanzkrise kam und was jetzt zu tun ist

Hans-Werner Sinn

null

Hans-Werner Sinn ist der Günter Schabowski des Kapitalismus: Er war immer dafür, jetzt muss er erklären, was falsch lief. Sinn steigt mit einem Betonklotz namens Finanzkrise am Bein in den Ring, um sich für den Markt zu schlagen. Sein Buch ist eine fulminante Analyse der Finanzkrise, faktenreich und klar, dabei lesbar und spannend. Hier zieht der Wirtschaftsforscher alle Register und trumpft auf mit Zahlen, Daten und Fakten. Sinns schonungslose Kritik zeigt, wie weit es gekommen ist. Selbst überzeugte Marktwirtschaftler sehen inzwischen, dass die Kapitalseite die Politik, und mehr noch die Demokratie, in eine Art Geiselhaft genommen hat. Wer Hans-Werner Sinn bislang ablehnte, sollte sich jetzt die Chance zu einer echten Entdeckung nicht entgehen lassen. zur Rezension

Die kreative Revolution Die kreative Revolution
Was kommt nach dem Industriekapitalismus?

Wolf Lotter

null

Wie brand eins-Autor und -Redakteur Wolf Lotter mit Unterstützung einiger Kreativexperten den fundamentalen Wandel vom Industrialismus zur Kreativökonomie herausarbeitet, hat Klasse: Es ist die erste grundlegende Vermessung der neuen Welt der Ideenwirtschaft. Lotter sagt: Eine neue Ökonomie entsteht, in der Ideen wichtiger sind als Produkte. In der Ideenwirtschaft schaffen Ideen passgenaue Lösungen für individuelle Bedürfnisse. Wer verstehen will, worum es in der Ideenwirtschaft geht, der muss dieses Buch lesen. zur Rezension

Theorie U - Von der Zukunft her führen Theorie U - Von der Zukunft her führen
Presencing als soziale Technik

Claus Otto Scharmer

Es gilt, unsere Wahrnehmungsfähigkeit weiterzuentwickeln - und von einer im Entstehen begriffenen Zukunft zu lernen.

Bücher des Jahres 2009, Platz 3! Claus Otto Scharmer rührt an ein entscheidendes Problem in Zeiten schnellen Wandels: die Zukunftsblindheit. Er fragt: Was tun, wenn die Erkenntnisse von gestern für morgen nicht mehr taugen? Lernen hat nämlich einen großen Haken: Es ist ein Download von Mustern aus der Vergangenheit, denn wir lernen aus unseren Erfahrungen. Die Herausforderung heute ist, unsere Wahrnehmungsfähigkeit weiterzuentwickeln - und von einer im Entstehen begriffenen Zukunft zu lernen. Hierin liegt die entscheidende Aufgabe von Führung: Den Prozess des Sehens von Realität so zu vertiefen, dass wir beginnen, entstehende Möglichkeitsräume wahrzunehmen. Und danach zu handeln. Ein kühnes Buch, das die eigene Haltung in den Mittelpunkt rückt: die eigene Achtsamkeit und Aufmerksamkeit. zum Essay

Was würde Google tun? Was würde Google tun?
Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert

Jeff Jarvis

null

Google, das am schnellsten wachsende Unternehmen der Wirtschaftsgeschichte punktet nicht nur mit innovativen Webtechnologien, sondern auch mit Innovationen in Sachen Innovation. Für Jeff Jarvis ist Google eine Metapher für neues Denken: Jeff Jarvis legt überzeugend dar, dass die Prinzipien des Netzzeitalters - Verbundenheit, Transparenz, Offenheit, Vertrauen, Großzügigkeit, Nischen, Tempo und Überfluss - das Zeug dazu haben, die Wirtschaft, die Gesellschaft und jeden Einzelnen in die Zukunft zu tragen. zur Rezension

Facebook, YouTube, Xing & Co Facebook, YouTube, Xing & Co
Gewinnen mit Social Technologies

Charlene Li / Josh Bernoff

null

Das große Rauschen hat einen Namen: Groundswell nennen zwei amerikanische Autoren das Summen unzähliger Gespräche im Social Web, das mitunter zu einem mächtigen Dröhnen anschwellen kann. Für Unternehmen ist das Gefahr und Chance zugleich: mitgerissen oder weggespült zu werden. Ihr Problem aber liegt tiefer. Denn der Groundswell folgt nicht den Botschaften aus dem Megafon der traditionellen Massenwerbung, sondern dem Flüsterton der Mundpropaganda. Ein lesenswertes Buch, besonders für jene, die das Social Web immer noch für einen vorübergehenden Hype halten, den man bis auf Weiteres ignorieren könne. Nach der Lektüre dürfte jedem klar geworden sein, dass der Groundswell zur ernsthaften Gefahr für tradierte Marketingansätze oder Geschäftspraktiken werden kann. zur Rezension

Ist der Markt noch zu retten? Ist der Markt noch zu retten?
Warum wir jetzt einen starken Staat brauchen

Peter Bofinger

null

Bofinger streitet für mehr Keynes und mehr Staat in der heutigen Wirtschaftspolitik. Er fordert vereinfacht gesagt, dass der Staat gerade jetzt in der Krise mal richtig Geld in die Hand nehmen soll. Und er scheut sich nicht, auch Vorschläge zu unterbreiten, was der Staat mit dem ganzen Geld machen soll. Seine Antwort ist: Bildung. Wer Peter Bofingers Positionen bislang nicht teilte, findet hier einen Ökonomen, der sich ernste Gedanken um die Zukunft dieses Landes und der Bürgergesellschaft macht. Bofinger legt eine politische Denkschrift mit großem Bogen vor, statt sich an der Krise festzubeißen. zur Rezension

nach oben