changeX Top 11 Juli 2012
Unsere Buchempfehlungen im Sommer 2012
Unsere Bücherliste: Bücher, die wir empfehlen können, gerankt mit leichter Hand und ohne den Anschein der Objektivität verbreitende Bewertungsverfahren.
Tim Harford:
Trial and Error.
Warum nur Niederlagen zum Erfolg führen.
Rowohlt Verlag, Hamburg 2012, 432 Seiten, 19.95 Euro, ISBN 978-3-498-03016-2
Der russische Ingenieur Peter Palchinsky hatte den Mut, die fatalen Schwächen der sowjetischen Planwirtschaft schonungslos zu benennen. Das bezahlte er mit dem Leben. Der Journalist und Bestsellerautor Tim Harford erweist ihm nun in seinem neuen Buch Trial and Error die Ehre. In den drei "Palchinskyschen Prinzipien" fasst Harford zusammen, was der Ingenieur schon in den 1920er-Jahren erkannt hatte: "1. Entwickle immerzu Ideen und verfolge neue Ansätze. 2. Wenn du etwas Neues probierst, dann tu es in einer Größenordnung, in der ein Scheitern zu verschmerzen ist. 3. Fordere Rückmeldungen ein und lerne aus deinen Fehlern." Um diese Erkenntnisse kreist Harfords Buch - mit zahlreichen Beispielen, klasse geschrieben und präzise auf den Punkt gebracht: "Wir brauchen die Bereitschaft, Niederlagen zu riskieren, denn ohne sie werden wir nie wirklich Erfolg haben." Leseempfehlung!
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Osiander
genialokal
Daniel Kahneman:
Schnelles Denken, langsames Denken.
Siedler Verlag, München 2012, 624 Seiten, 26.99 Euro, ISBN 978-3-88680-886-1
Unser Gehirn beantwortet gerne Fragen, die leichter sind als die, die ihm gestellt wurden, es versteht kaum etwas von Logik und Statistik, kann schlecht mit dem Zufall leben und sucht zwanghaft nach kausalen Zusammenhängen. Rational ist das nicht. Dennoch sind Menschen nicht irrational, sagt Wirtschaftsnobelpreisträger Daniel Kahneman. Und bietet eine optimistische Perspektive: Gemeinsam können Menschen zu besseren Entscheidungen kommen. In der Kooperation liegt der Schlüssel. Ein großartiges Buch.
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Osiander
genialokal
Alain de Botton:
Freuden und Mühen der Arbeit.
S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2012, 352 Seiten, 19.99 Euro, ISBN 978-3-10-046322-7
Wir leben in einer Arbeitsgesellschaft. Definieren uns über Arbeit. Fragen jedoch kaum, was wir da eigentlich tun und warum. Ein Philosoph fragt nach. Und stößt auf ein paradoxes Missverhältnis zwischen Sinnansprüchen und der Schwierigkeit, diese einzulösen angesichts zerstückelter Arbeitsprozesse und belangloser Konsumproduktion. In bester philosophischer Tradition bringt Alain de Botton uns dazu, über unser Leben, über unsere Arbeit neu nachzudenken. Und über das, was man vielleicht daran ändern könnte.
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Osiander
genialokal
Margret Rasfeld, Peter Spiegel:
EduAction.
Wir machen Schule.
Murmann Verlag, Hamburg 2012, 260 Seiten, ISBN 978-3-86774-181-1
Über Bildung ist genug diskutiert und über ihre Krise lamentiert worden. Nun ist Handeln angesagt. Wartet nicht auf die große Bildungsreform, sondern beginnt hier und heute, Schule zu verändern! Das ist das Plädoyer dieses Buches, das für einen Paradigmenwandel plädiert: von der Wissensvermittlung zur Potenzialentfaltung. EduAction ist ein Appell, Bildung selbst in die Hand zu nehmen und Schule neu zu erfinden. Ein Muss für Lehrer, Schulleiter und Eltern. Und eine bereichernde Lektüre für jeden, der sich für Bildung interessiert. Lesen!
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Osiander
genialokal
Carl Naughton:
Der Autopilot im Kopf.
Entscheiden, Urteilen, Probleme lösen, ohne in die üblichen Denkfallen zu tappen.
GABAL Verlag, Offenbach 2012, 304 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 978-3869363349
Unser Gehirn ist faul. Wenn wir glauben, kluge Gedanken zu hegen, folgt es in Wirklichkeit eingefahrenen Mustern. Wer sie durchbricht, denkt besser. Und das ist lernbar. Wie, das zeigt Carl Naughton in seinem sehr praxisorientierten Ratgeber. Wie dieses Buch unsere Denk- und Entscheidungsprozesse beleuchtet und uns konkrete Optionen eröffnet, besser und schlauer vorzugehen, macht es unbedingt lesenswert.
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genialokal
Roman Frydman, Michael D. Goldberg:
Jenseits rationaler Märkte.
Die neue Marktwirtschaft nach Keynes und Hayek.
Wiley-VCH Verlag, Weinheim 2012, 282 Seiten, 34.90 Euro, ISBN 978-3-527-50665-1
Was hat die herrschende ökonomische Lehre mit der sozialistischen Planwirtschaft gemeinsam? Kein Witz. Sie behandelt Menschen als Roboter und Märkte als Maschinen. Und teilt damit den Steuerungswahn der Sowjetwirtschaft. Da hilft nur, Kontingenz und unvollständiges Wissen in die Theorie hereinzuholen. Das zu tun ist das Verdienst von Frydman und Goldberg, die bei aller Kritik an der ökonomischen Lehre aber an der mathematischen Formalisierung festhalten wollen. Ein anspruchsvolles Buch, das theoretisch auf hohem Niveau argumentiert, manchem Kritiker aber in seinen Schlussfolgerungen hinsichtlich einer Erneuerung der ökonomischen Lehre nicht weit genug gehen wird.
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Jim Clifton:
Der Kampf um die Arbeitsplätze von morgen.
Redline Verlag, München 2012, 189 Seiten, 24.99 Euro, ISBN 978-3-868-81340-1
Nicht Friede oder Freiheit, Wohlstand oder Familie, Demokratie oder Menschenrechte stehen weltweit an der Spitze der Werteskala. "Der Wunsch der Weltbevölkerung ist an erster Stelle und vor allen anderen ein guter Arbeitsplatz." Das ist die "große Entdeckung", die das Meinungsforschungsinstitut Gallup bei seinen weltweiten Umfragen gemacht hat. Sagt Jim Clifton, der CEO des Unternehmens. Und zieht einen weitreichenden Schluss: Bei den künftigen Auseinandersetzungen zwischen Staaten werde es weniger um Land oder Rohstoffe gehen, sondern um Arbeitsplätze. Cliftons Schlussfolgerungen sind lesenswert, auch wenn sein Buch sich vor allem an den amerikanischen Leser wendet - und mit seinem uramerikanischen Patriotismus zuweilen befremdlich wirkt.
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Tomáš Sedláček:
Die Ökonomie von Gut und Böse.
Carl Hanser Verlag, München 2012, 448 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 978-3-446-42823-2
Es sei immer wieder erstaunlich, wie es Autoren auf die Bestsellerlisten schafften, die der Wirtschaft einen moralischen Unterbau andichten wollten. Kann man über dieses Buch lesen. Dabei verhält es sich damit doch umgekehrt: Mit bewundernswertem Blick für die großen Entwicklungslinien beschreibt der Prager Ökonom Tomáš Sedláček, wie die Ökonomie ihre moralischen Wurzeln gekappt und sich dem blinden Rationalismus des Homo oeconomicus verschrieben hat. Die Ökonomie von Gut und Böse bringt wieder zusammen, was seit Adam Smith auseinandergerissen war: Ethik und Ökonomie.
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Sylvia Löhken:
Leise Menschen - starke Wirkung.
Wie Sie Präsenz zeigen und Gehör finden.
GABAL Verlag, Offenbach 2012, 285 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 978-3-86936-327-1
Es wurde auch Zeit! Nämlich jene ins Licht zu rücken, die sich nicht lautstark in den Vordergrund drängen: die Leisen, die Introvertierten, die ganz zu Unrecht ihr Licht unter den Scheffel stellen. Leise Menschen - starke Wirkung ist das rechte Buch zur rechten Zeit - für Extros, um die Welt der Intros besser zu verstehen. Und für Intros, um sich auf der Suche nach beruflichem Erfolg auf die eigenen Stärken zu besinnen.
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Keri Smith:
Mach Mist!.
Kleines Handbuch für großes Chaos.
Verlag Antje Kunstmann, München 2012, 192 Seiten, 9.95 Euro, ISBN 978-3-88897-761-9
Sei bloß ordentlich, hat man uns beigebracht. Immer den Schreibtisch aufräumen, keine Kleckse machen, gerade denken. Nur, Neues entsteht dabei nicht. Die Künstlerin Keri Smith lädt dazu ein, altes Denken hinter sich zu lassen. Und das kreative Potenzial des Ungeplanten, des nicht Perfekten, des Ganz-und-gar-nicht-Erwünschten und komplett Misslungenen zu erkunden. Regel Nummer eins: "Halte dich nicht an die Regeln." Wozu dieses Buch gut sein kann, lässt sich nicht sagen. Das muss man ausprobieren.
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Lynda Gratton:
Job Future - Future Jobs.
Wie wir von der neuen Arbeitswelt profitieren.
Carl Hanser Verlag, München 2012, 368 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 978-3-446-43009-9
Das Arbeitsleben wandelt sich. Radikal. Kaum etwas wird so bleiben wie heute. In einer umfassenden Gesamtschau zeigt eine Londoner Professorin, was die Arbeitswelt von morgen prägen wird. Und ermutigt, die Zukunft selbst in die Hand zu nehmen: Denn wir können selbst entscheiden, in welche Richtung wir gehen wollen. Eine eher bedächtige Zusammenschau der wichtigsten Trends und Entwicklungen; wenig Vorwärtsstürmendes, dafür aber grundsolide.
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Osiander
genialokal
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