changeX Top 11 März 2013
Unsere Buchempfehlungen im März 2013
Tomáš Sedláček, David Orrell:
Bescheidenheit - für eine neue Ökonomie.
Carl Hanser Verlag, München 2013, 120 Seiten, 12.90 Euro, ISBN 978-3-446-43486-8
Wenn Glaube sich als Wahrheit präsentiert, wird er gefährlich. Wie die herrschende ökonomische Lehre. Denn sie fußt auf letztlich nicht belegten Glaubenssätzen. In einem Gesprächsband bündeln Tomáš Sedláček und David Orrell die Ökonomiekritik. Und plädieren für Bescheidenheit und Demut im Umgang mit dem Ungewissen.
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Gunter Dueck:
Das Neue und seine Feinde.
Wie Ideen verhindert werden und wie sie sich trotzdem durchsetzen.
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2013, 282 Seiten, 24.99 Euro, ISBN 978-3-593397177
Innovation! Sie wird gefordert, proklamiert, erfleht, händeringend gesucht - aber allen Bemühungen zum Trotz will es damit nicht so recht klappen. Warum? Gunter Dueck, der frühere Cheftechnologe von IBM, redet Klartext: Weil die Feinde des Neuen jede innovative Idee in der Managementmühle zermahlen. Der Ausweg: Klappe halten und tun. Das ist der Merksatz fürs Überleben in Großorganisationen: "Work underground as long as you can."
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Chris Anderson:
Makers.
Das Internet der Dinge: die nächste industrielle Revolution.
Carl Hanser Verlag, München 2013, 286 Seiten, 22.90 Euro, ISBN 978-3-446-43482-0
Bislang war das Web virtuell. Zug um Zug aber überwindet es die Grenzen zur materiellen Welt. Und wird unsere Art zu produzieren radikal verändern. Denn in Zukunft kann jeder alles produzieren. Im Eigenbau. Und wird damit zum Maker, zum Selbermacher. Das ist Chris Andersons Blaupause für die Neuerfindung der Industrie: jeder ein Industrieller.
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Sandra Richter:
Mensch und Markt.
Warum wir den Wettbewerb fürchten und ihn trotzdem brauchen.
Murmann Verlag, Hamburg 2012, 284 Seiten, 21.90 Euro, ISBN 978-3-86774-128-6
Ökonomie und Literatur scheinen nicht allzu viel miteinander zu tun zu haben. Könnte man denken. Doch weit gefehlt! Literatur erzählt die Geschichten, an denen es der blutleeren ökonomischen Theorie mangelt. Sie vermittelt den Bezug zum Leben, den diese gekappt hat. Sie zeigt, wie reich das ökonomische Denken außerhalb der ökonomischen Wissenschaft ist. Das ist toll aufgearbeitet und spannend zu lesen. Doch Sandra Richter zeigt sich auch als ökonomisch beschlagen. Sie liefert nicht nur eine schöne Deutung von Adam Smiths unsichtbarer Hand, sondern zeigt auch, dass der Wettbewerbsgedanke zunehmend kooperative Züge annimmt. Kooperation und Konkurrenz sind kein Gegensatz mehr, das ist die Botschaft, die man ihrem Buch entnehmen kann.
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Jeffrey Pfeffer:
Macht.
Warum manche sie haben und andere nicht.
books4success Börsenmedien, Kulmbach 2011, 340 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 978-3941493711
Die Macht ist dort am größten, wo sie unsichtbar ist. Dieser Gedanke geht auf Hegel zurück. Und meint: wo sie nicht auf Zwang beruht. Der Satz lässt sich jedoch auch anders lesen: Die Macht ist dort am größten, wo sie unsichtbar ist - in der Welt der Wirtschaft nämlich. Unsichtbar ist sie, weil die ökonomische Lehre glaubt, ohne diese zentrale Kategorie menschlichen Zusammenlebens auskommen zu können. Stanford-Professor Jeffrey Pfeffer rückt die Verhältnisse wieder gerade. Und widmet dem vergessenen Motiv Macht ein höchst lesenswertes Buch.
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Alf Rehn:
Gefährliche Ideen.
Von der Macht des ungehemmten Denkens.
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2012, 240 Seiten, 24.99 Euro, ISBN 978-3-593395753
Kreativität ist zu einem kraftlosen und verwässerten Konzept geworden. Weichgespült, zahnlos, bequem und gefällig. Wirkliche Kreativität aber verlangt, sein Gehirn aus der Wohlfühlzone zu jagen. Sagt Alf Rehn. Und fordert, Kreativität neu zu fassen: als etwas, das unbequem, anstrengend und anspruchsvoll ist. Und mitunter sogar harte Arbeit.
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Stefan Scheer, Tim Turiak:
Innovation Stuntmen.
Menschen, die unsere Welt neu erfinden.
Campus Verlag, Frankfurt am Main 2013, 224 Seiten, 29.99 Euro, ISBN 978-3-593398143
Ihre Wege sind oft ungewöhnlich, ihre Ideen überwältigend, nicht selten riskant: soziale Innovatoren, die mit radikal neuen Ideen an einem spezifischen Punkt den Hebel der Weltveränderung ansetzen. "Innovation Stuntmen" nennen Stefan Scheer und Tim Turiak daher die Menschen, die sie in ihrem gleichnamigen Buch vorstellen. Oder "Neue Helden", weil sie wagen, was andere sich nicht trauen. Das ist das neue Muster. Die Suche nach dem archimedischen Punkt der Weltveränderung ist passé. Es zählt die gestalterische Kraft der Einzelnen. Punktuell, präzise. Und wirkungsvoll.
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Jane McGonigal:
Besser als die Wirklichkeit!.
Warum wir von Computerspielen profitieren und wie sie die Welt verändern.
Heyne Verlag, München 2012, 496 Seiten, 19.99 Euro, ISBN 978-3-453-16781-0
Computerspiele: Für die einen sind sie modernes Teufelszeug, für die anderen ein Mittel, die Welt besser zu machen. Weil sie kooperative Problemlösungen einüben, neue Erfahrungsräume schaffen und Veränderungen anstoßen, indem sie Lösungen für reale Probleme anbieten - soziale Innovationen. Spieleentwicklerin Jane McGonigal bricht eine Lanze für die Spielewelt und verordnet der überbordenden Kritik an der digitalen Spielleidenschaft eine Denkpause. Lesenswert.
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Karin Kaudelka, Gerhard Kilger:
Das Glück bei der Arbeit.
Über Flow-Zustände, Arbeitszufriedenheit und das Schaffen attraktiver Arbeitsplätze.
Transcript Verlag, Bielefeld 2013, 152 Seiten, 19.80 Euro, ISBN 978-3-8376-2159-4
Dem Glück bei der Arbeit spürte eine Tagung nach. Sie stieß auf Burnout, psychische Probleme und mangelnde Arbeitszufriedenheit. So ist nicht Glück bei der Arbeit, sondern dessen Fehlen das eigentliche Thema dieses Readers, der sich des Themas in breiter und interdisziplinärer Perspektive annimmt. Das Buch unterstreicht, dass die Wertschöpfung der Unternehmen in zunehmendem Maße von der Zufriedenheit der Mitarbeiter abhängt. Diese herzustellen gelingt aber mit den Mitteln und Methoden des klassischen Managements immer weniger. Ein Management, das sich nicht vom überkommenen Kontrolldenken zu emanzipieren vermag, ist deshalb nicht mehr zeitgemäß.
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Jorgen Randers:
2052. Der neue Bericht an den Club of Rome.
Eine globale Prognose für die nächsten 40 Jahre.
oekom verlag, München 2012, 432 Seiten, ISBN 978-3-86581-398-5
Dass die Menschheit sich selbst zugrunde richte, das wurde schon oft an die Wand gemalt. Doch dass Prophezeiungen dies ebenfalls schaffen, sich selbst zugrunde zu richten nämlich, ist weit weniger bekannt. Dennoch ist es richtig: Prognosen können sich selbst sabotieren. Wie die eben genannte. Dass die Menschheit sich nicht selbst zugrunde richtet, eben weil sie sich das - rechtzeitig noch - vor Augen geführt hat, kann man Hoffnung nennen. Oder Zukunftsdenken - auf hinreichend komplexem Niveau.
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Claas Triebel, Tobias Hürter:
Die Kunst des kooperativen Handelns.
Eine Agenda für die Welt von morgen.
Orell Füssli Verlag, Zürich 2012, 224 Seiten, 16.95 Euro, ISBN 978-3-280-05470-3
Konkurrenz ist ausgereizt, das alte Paradigma funktioniert nicht mehr. Auf Kooperation als neuen Leitgedanken zu setzen ist nicht naiv, sagen Claas Triebel und Tobias Hürter. Denn die Welt war noch nie so kooperativ wie heute. Und die Menschen sind kooperativer als die Strukturen, in denen sie leben.
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