Die changeX-Bestenliste April 2009

Buchempfehlungen der changeX-Redaktion | Top Eleven April 2009

 
Die kreative Revolution null

Wolf Lotter: Die kreative Revolution. Was kommt nach dem Industriekapitalismus?. Murmann Verlag, Hamburg 2009, 184 Seiten, ISBN 978-3-86774-062-3

Wie brand eins-Autor und -Redakteur Wolf Lotter mit Unterstützung einiger Kreativexperten den fundamentalen Wandel vom Industrialismus zur Kreativökonomie herausarbeitet, hat Klasse: Es ist die erste grundlegende Vermessung der neuen Welt der Ideenwirtschaft. Lotter sagt: Eine neue Ökonomie entsteht, in der Ideen wichtiger sind als Produkte. In der Ideenwirtschaft schaffen Ideen passgenaue Lösungen für individuelle Bedürfnisse. Wer verstehen will, worum es in der Ideenwirtschaft geht, der muss dieses Buch lesen.
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Animal Spirits Der Mensch verfolgt nicht allein ökonomische Ziele und handelt nicht immer rational. Ein provokanter, oft entwaffnend einfacher Blick auf die Ökonomie.

George A. Akerlof / Robert J. Shiller: Animal Spirits. Wie Wirtschaft wirklich funktioniert.. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2009, 301 Seiten, ISBN 978-3-593-38937-0

Akerlof und Shiller liefern die Theorie zum Crash des Kapitalismus alter Prägung. Dessen Krise ist Folge eines schiefen Modells von Wirtschaft. Was Keynes wusste, haben seine Nachfolger vergessen: Der Mensch verfolgt nicht allein ökonomische Ziele und handelt nicht immer rational. Es sind Animal Spirits, die ihn leiten. Sie auszublenden hat Folgen. Die Wirtschaft nach der Krise braucht eine neue Theorie. Ein neues Bild des Menschen. Ein provokanter, oft entwaffnend einfacher Blick auf die Ökonomie. Ein Perspektivwechsel, der jene nüchtern ins Licht rückt, die im Theoriegewitter so häufig im Schatten stehen: die - ganz normalen - Menschen.
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Die Revolution der Innovation Wunderbar klar arbeiten die Autoren heraus, wohin die globale Ökonomie treibt: hin zu einer Form der Wertschöpfung, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Brillant!

C. K. Prahalad / M. S. Krishnan: Die Revolution der Innovation. Wertschöpfung durch neue Formen in der globalen Zusammenarbeit. Redline Verlag, München 2009, 336 Seiten, ISBN 978-3-86881-015-8

C. K. Prahalad macht seinem Ruf, einer der wichtigsten Managementvordenker unserer Zeit zu sein, abermals alle Ehre. Wunderbar klar arbeiten er und sein Co-Autor M. S. Krishnan heraus, wohin die globale Ökonomie treibt: hin zu einer Form der Wertschöpfung, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Sie beschreiben die Entwicklung der globalen Ökonomie mit einer frappierend einfachen Formel: N = 1 und R = G. Kurz gesagt: Die Kundenerfahrung wird individuell, die Ressourcen aber gehen gegen global. Darin verbirgt sich ein neues Modell der Wertschöpfung, das dem des Industriezeitalters diametral entgegengesetzt ist. Brillant!
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Warum Lernen glücklich macht Kenntnisreich, anschaulich, knackig fassen die Autoren die wichtigsten Erkenntnisse zur Lernforschung auf solider Literaturbasis zusammen.

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Warum Lernen glücklich macht. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2009, 94 Seiten, ISBN 978-3-89204-997-5

Viele Menschen haben es als Last erlebt, als Mühsal, als Langeweile: Lernen, das hieß für sie, Vokabeln, Formeln, Gedichte pauken. Das hieß Müssen. Das war nie, was es sein könnte. Es ist Zeit für einen Perspektivwechsel: Lernen ist pures Glück. Mit diesem Band ist der Bertelsmann Stiftung ein echter Hingucker gelungen. Kenntnisreich, anschaulich, knackig fassen die Autoren die wichtigsten Erkenntnisse zur Lernforschung auf solider Literaturbasis zusammen.
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Klasse! null

Dagmar Deckstein: Klasse!. Die wundersame Welt der Manager. Murmann Verlag, Hamburg 2009, 220 Seiten, ISBN 978-3-86774-056-2

Wundersam ist sie wirklich, die Welt der Manager. Dagmar Deckstein ermöglicht uns einen tiefen Einblick in die Welt der Wirtschaftslenker. Ungeschminkt zeigt sie, wie Manager ticken, wie sie denken, wie sie fühlen. Authentisch, direkt, auf der Basis von Gesprächsprotokollen entsteht so ein Bild einer kleinen Entscheiderkaste, die in ihrem Gestus der Unfehlbarkeit fatal an den Adel in der Zeit vor der Französischen Revolution erinnert. Absolut lesenswert.
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Die gefühlte Ungerechtigkeit null

Michael Hüther / Thomas Straubhaar: Die gefühlte Ungerechtigkeit. Warum wir Ungleichheit aushalten müssen, wenn wir Freiheit wollen.. Econ Verlag, Berlin 2009, 336 Seiten, ISBN 978-3-430-30036-0

Die Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft nimmt zu. Klar, oder? Die Ökonomen Michael Hüther und Thomas Straubhaar sind da anderer Ansicht. Sie sagen: Die gefühlte Ungerechtigkeit wächst. Ihre These: Verteilungsgerechtigkeit ist der falsche Weg. Der Wunsch nach Gleichheit bleibt in einer globalisierten und individualisierten Welt eine Utopie. Vielmehr geht es darum, faire Chancen auf Teilhabe zu sichern. Und das heißt vor allem: Bildung, Bildung, Bildung! Ein wichtiges Statement zu einem Thema, das uns noch beschäftigen wird.
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Überflieger Der Mythos vom Selfmademan ist ein modernes Märchen. Erfolg lässt sich nicht als Ergebnis persönlicher Anstrengungen erklären.

Malcolm Gladwell: Überflieger. Warum manche Menschen erfolgreich sind - und andere nicht.. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2009, 272 Seiten, ISBN 978-3-593388380

Unternehmenserfolg ist nicht planbar, das war die wohl wichtigste Bucherkenntnis des vergangenen Jahres. Und nun kommt Bestsellerautor Malcolm Gladwell und behauptet selbiges für den individuellen Erfolg: Der Mythos vom Selfmademan ist ein modernes Märchen. Erfolg lässt sich nicht als Ergebnis persönlicher Anstrengungen erklären. Natürlich zählen Talent und Fleiß, doch niemand kommt aus dem Nichts. Alle Überflieger dieser Welt profitierten von besonderen Vorteilen, außergewöhnlichen Chancen und einem fördernden kulturellen Umfeld. Die Konsequenz: Unsere Gesellschaft muss Chancen neu denken. Unsere Rezensentin Anja Dilk empfiehlt: „Ein suuuper Buch!“
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Was zu tun ist null

Thomas L. Friedman: Was zu tun ist. Eine Agenda für das 21. Jahrhundert.. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009, 539 Seiten, ISBN 978-3-518-42058-4

Die Welt ist flach. Aber auch heiß und eng. Und weil Klimawandel und Überbevölkerung den Planeten vor gigantische Herausforderungen stellen, kann nichts bleiben, wie es ist. Muss sich alles ändern. Zum Beispiel, dass Amerika besinnungslos Ressourcen verprasst und ohne Skrupel Unmengen von Kohlendioxid in die Atmosphäre bläst. Amerikas Chefkolumnist sagt Stopp. Jenseits alarmistischer Untergangsszenarien entwirft er die Vision für ein grünes Wirtschaftsprogramm, das Amerika an der Spitze einer grünen Weltrevolution marschieren lässt.
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Schwester Helga null

Thomas Hönscheid: Schwester Helga. Du maximierst mein Glück. Der Arztroman zur Mikroökonomie.. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2009, 160 Seiten, ISBN 978-3-8218-3476-4

Ein Mann studiert Volkswirtschaftslehre, doch er verzweifelt fast an der Mikroökonomie. Seine Rache: Er schreibt einen Arztroman zu dieser Wissenschaft. Als Aufarbeitung der Empathieblindheit der Disziplin. Bislang das schrillste Wirtschaftsbuch der Saison. Mit einer klaren Aussage: Die Wirtschaftswissenschaften müssen damit aufhören, die Seligsprechung des menschlichen Egoismus zu zelebrieren. Wer Menschen nur in ihrem Kosten-Nutzen-Kalkül abbildet, der sieht nur niedere Instinkte. Jenseits davon aber beginnt das wahre Leben: mit der Fähigkeit zur Empathie.
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Die Numerati Ein aufrüttelndes Buch, das zeigt: Im Web ist das Recht auf informationelle Selbstbestimmung kein Byte wert.

Stephen Baker: Die Numerati. Datenhaie und ihre geheimen Machenschaften.. Carl Hanser Verlag, München 2009, 264 Seiten, ISBN 978-3-446-40939-2

Logdateien, gewählte Telefonnummern, besuchte Webseiten, getätigte Einkäufe: Für sich genommen sagen solche Daten wenig - im Zusammenhang aber viel: Sie offenbaren unsere Vorlieben, Eigenheiten und Gewohnheiten. Unser ganzes Leben. Überall hinterlassen wir digitale Spuren, an die sich hoch spezialisierte Datenjäger heften. Stephen Baker deckt die verborgenen Machenschaften dieser „Numerati“ auf. Ein aufrüttelndes Buch, das zeigt: Im Web ist das Recht auf informationelle Selbstbestimmung kein Byte wert.
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No Economy null

Gisela Schmalz: No Economy. Wie der Gratiswahn das Internet zerstört. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2009, 234 Seiten, ISBN 978-3-8218-5707-7

Wo liegt die Zukunft des Internets? Wohin geht seine Entwicklung: Free? Oder werden die User bereit sein, für qualitativ hochwertigen Inhalt auch Geld zu bezahlen? Gisela Schmalz sagt: Der Gratiswahn zerstört das Internet. Denn Free funktioniert nur für die Großen, die mit hoher Reichweite hohe Werbeerlöse erzielen. Die Kleinen aber müssen ihre Ökonomie im Web anders organisieren. Dazu gehört auch, dass qualitativer Content eben auch was kostet. Dafür aber gibt es nie gesehene Vielfalt. Ein informatives Buch zu einer wichtigen Debatte.
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