Die changeX-Bestenliste Juni 2009

Buchempfehlungen der changeX-Redaktion | Top Eleven Juni 2009

 
Die Revolution der Innovation Wunderbar klar arbeiten die Autoren heraus, wohin die globale Ökonomie treibt: hin zu einer Form der Wertschöpfung, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Brillant!

C. K. Prahalad / M. S. Krishnan: Die Revolution der Innovation. Wertschöpfung durch neue Formen in der globalen Zusammenarbeit. Redline Verlag, München 2009, 336 Seiten, ISBN 978-3-86881-015-8

C. K. Prahalad macht seinem Ruf, einer der wichtigsten Managementvordenker unserer Zeit zu sein, abermals alle Ehre. Wunderbar klar arbeiten er und sein Co-Autor M. S. Krishnan heraus, wohin die globale Ökonomie treibt: hin zu einer Form der Wertschöpfung, bei der der Mensch im Mittelpunkt steht. Sie beschreiben die Entwicklung der globalen Ökonomie mit einer frappierend einfachen Formel: N = 1 und R = G. Kurz gesagt: Die Kundenerfahrung wird individuell, die Ressourcen aber gehen gegen global. Darin verbirgt sich ein neues Modell der Wertschöpfung, das dem des Industriezeitalters diametral entgegengesetzt ist. Brillant!
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Animal Spirits Der Mensch verfolgt nicht allein ökonomische Ziele und handelt nicht immer rational. Ein provokanter, oft entwaffnend einfacher Blick auf die Ökonomie.

George A. Akerlof / Robert J. Shiller: Animal Spirits. Wie Wirtschaft wirklich funktioniert.. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2009, 301 Seiten, ISBN 978-3-593-38937-0

Akerlof und Shiller liefern die Theorie zum Crash des Kapitalismus alter Prägung. Dessen Krise ist Folge eines schiefen Modells von Wirtschaft. Was Keynes wusste, haben seine Nachfolger vergessen: Der Mensch verfolgt nicht allein ökonomische Ziele und handelt nicht immer rational. Es sind Animal Spirits, die ihn leiten. Sie auszublenden hat Folgen. Die Wirtschaft nach der Krise braucht eine neue Theorie. Ein neues Bild des Menschen. Ein provokanter, oft entwaffnend einfacher Blick auf die Ökonomie. Ein Perspektivwechsel, der jene nüchtern ins Licht rückt, die im Theoriegewitter so häufig im Schatten stehen: die - ganz normalen - Menschen.
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Klasse! null

Dagmar Deckstein: Klasse!. Die wundersame Welt der Manager. Murmann Verlag, Hamburg 2009, 220 Seiten, ISBN 978-3-86774-056-2

Wundersam ist sie wirklich, die Welt der Manager. Dagmar Deckstein ermöglicht uns einen tiefen Einblick in die Welt der Wirtschaftslenker. Ungeschminkt zeigt sie, wie Manager ticken, wie sie denken, wie sie fühlen. Authentisch, direkt, auf der Basis von Gesprächsprotokollen entsteht so ein Bild einer kleinen Entscheiderkaste, die in ihrem Gestus der Unfehlbarkeit fatal an den Adel in der Zeit vor der Französischen Revolution erinnert. Absolut lesenswert.
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Die kreative Revolution null

Wolf Lotter: Die kreative Revolution. Was kommt nach dem Industriekapitalismus?. Murmann Verlag, Hamburg 2009, 184 Seiten, ISBN 978-3-86774-062-3

Wie brand eins-Autor und -Redakteur Wolf Lotter mit Unterstützung einiger Kreativexperten den fundamentalen Wandel vom Industrialismus zur Kreativökonomie herausarbeitet, hat Klasse: Es ist die erste grundlegende Vermessung der neuen Welt der Ideenwirtschaft. Lotter sagt: Eine neue Ökonomie entsteht, in der Ideen wichtiger sind als Produkte. In der Ideenwirtschaft schaffen Ideen passgenaue Lösungen für individuelle Bedürfnisse. Wer verstehen will, worum es in der Ideenwirtschaft geht, der muss dieses Buch lesen.
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Bildung? Bildung! Bildung ist mehr als Wissen, Können und Know-how. Bildung ist Persönlichkeitsbildung: der Erwerb der Fähigkeit, sich selbst und seine Beziehung zur Welt in Ordnung zu bringen.

Andreas Schlüter / Peter Strohschneider: Bildung? Bildung!. 26 Thesen zur Bildung als Herausforderung im 21. Jahrhundert. Berlin Verlag, Berlin 2009, 302 Seiten, ISBN 978-3-8270-0849-7

Die aufgeregten PISA-Schock- und Fit-für-die-Wissensgesellschaft-Debatten sitzen einem großen Missverständnis auf: Bildung sei "Bildung für". Für den Job, für die Qualifikation, für die Konkurrenzfähigkeit des Landes. Das von Andreas Schlüter und Peter Strohschneider herausgegebene Buch Bildung? Bildung! mit seinen 26, auf jeweils eine These hin zugespitzten Aufsätzen rückt die Perspektive gerade: Bildung ist mehr als Wissen, Können und Know-how. Bildung ist Persönlichkeitsbildung: der Erwerb der Fähigkeit, sich selbst und seine Beziehung zur Welt in Ordnung zu bringen. So herum wird ein Schuh daraus.
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Der Homo oeconomicus bekommt Konkurrenz Ein kleines, in der Argumentation aber gewichtiges Büchlein. Die These: Nach der Maxime des größtmöglichen ökonomischen Nutzens gestaltete Arbeitsverhältnisse machen krank.

Johannes Siegrist: Der Homo oeconomicus bekommt Konkurrenz. Die Wiederentdeckung der Emotion in der Wirtschaft. Identity Edition, Düsseldorf 2008, 71 Seiten, ISBN 978-3-89901-186-9

Ein kleines, in der Argumentation aber gewichtiges Büchlein widmet sich der Wiederentdeckung der Emotion in der Wirtschaft. Und das heißt: dem Ende des rein nutzenmaximierenden Homo oeconomicus. Waren es bislang neuere Ansätze in den Wirtschaftswissenschaften selbst, die an den Fundamenten der klassischen Lehre rüttelten, droht dem alten Paradigma nun Ungemach aus anderer Richtung. Johannes Siegrist zeigt unter Berufung auf neuere medizinische Studien: Nach der Maxime des größtmöglichen ökonomischen Nutzens gestaltete Arbeitsverhältnisse machen krank. Und das kommt teuer. Ein wichtiges Buch für ein notwendiges Ziel: eine auf Vertrauen, Kooperation, Fairness, Gerechtigkeit und Solidarität gründende Wirtschaft.
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Die gefühlte Ungerechtigkeit null

Michael Hüther / Thomas Straubhaar: Die gefühlte Ungerechtigkeit. Warum wir Ungleichheit aushalten müssen, wenn wir Freiheit wollen.. Econ Verlag, Berlin 2009, 336 Seiten, ISBN 978-3-430-30036-0

Die Ungerechtigkeit in unserer Gesellschaft nimmt zu. Klar, oder? Die Ökonomen Michael Hüther und Thomas Straubhaar sind da anderer Ansicht. Sie sagen: Die gefühlte Ungerechtigkeit wächst. Ihre These: Verteilungsgerechtigkeit ist der falsche Weg. Der Wunsch nach Gleichheit bleibt in einer globalisierten und individualisierten Welt eine Utopie. Vielmehr geht es darum, faire Chancen auf Teilhabe zu sichern. Und das heißt vor allem: Bildung, Bildung, Bildung! Ein wichtiges Statement zu einem Thema, das uns noch beschäftigen wird.
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Was würde Google tun? null

Jeff Jarvis: Was würde Google tun?. Wie man von den Erfolgsstrategien des Internet-Giganten profitiert. Wilhelm Heyne Verlag, München 2009, 416 Seiten, ISBN 978-3-453-15537-4

Google, das am schnellsten wachsende Unternehmen der Wirtschaftsgeschichte punktet nicht nur mit innovativen Webtechnologien, sondern auch mit Innovationen in Sachen Innovation. Für Jeff Jarvis ist Google eine Metapher für neues Denken: Jeff Jarvis legt überzeugend dar, dass die Prinzipien des Netzzeitalters - Verbundenheit, Transparenz, Offenheit, Vertrauen, Großzügigkeit, Nischen, Tempo und Überfluss - das Zeug dazu haben, die Wirtschaft, die Gesellschaft und jeden Einzelnen in die Zukunft zu tragen.
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Warum Lernen glücklich macht Kenntnisreich, anschaulich, knackig fassen die Autoren die wichtigsten Erkenntnisse zur Lernforschung auf solider Literaturbasis zusammen.

Bertelsmann Stiftung (Hrsg.): Warum Lernen glücklich macht. Verlag Bertelsmann Stiftung, Gütersloh 2009, 94 Seiten, ISBN 978-3-89204-997-5

Viele Menschen haben es als Last erlebt, als Mühsal, als Langeweile: Lernen, das hieß für sie, Vokabeln, Formeln, Gedichte pauken. Das hieß Müssen. Das war nie, was es sein könnte. Es ist Zeit für einen Perspektivwechsel: Lernen ist pures Glück. Mit diesem Band ist der Bertelsmann Stiftung ein echter Hingucker gelungen. Kenntnisreich, anschaulich, knackig fassen die Autoren die wichtigsten Erkenntnisse zur Lernforschung auf solider Literaturbasis zusammen.
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Infotopia Die neue Art der Wissensorganisation wird sich in die Gesellschaft ausbreiten und unsere Organisationen radikal verändern. Sunstein liefert den theoretischen Background zu Enterprise 2.0.

Cass R. Sunstein: Infotopia. Wie viele Köpfe Wissen produzieren. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2009, 285 Seiten, ISBN 978-3-518-58521-4

Das Internet ist dabei, die Kommunikationsarten und -wege radikal zu verändern. Wikis, Blogs, Social Networks und Open Source sind dabei erst der Anfang: Sie sind eine neue Art, Wissen zu organisieren - offen, zugänglich, nicht hierarchisch - und so die Fehler hermetischer Informationsverwaltung zu vermeiden. Harvard-Professor Cass R. Sunstein sagt: Diese neue Art der Wissensorganisation wird sich in die Gesellschaft ausbreiten und unsere Organisationen radikal verändern. In Infotopia werden Ministerien und Amtsstuben zu Wikis. Sunstein liefert den theoretischen Background zu Enterprise 2.0.
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Schwester Helga null

Thomas Hönscheid: Schwester Helga. Du maximierst mein Glück. Der Arztroman zur Mikroökonomie.. Eichborn Verlag, Frankfurt am Main 2009, 160 Seiten, ISBN 978-3-8218-3476-4

Ein Mann studiert Volkswirtschaftslehre, doch er verzweifelt fast an der Mikroökonomie. Seine Rache: Er schreibt einen Arztroman zu dieser Wissenschaft. Als Aufarbeitung der Empathieblindheit der Disziplin. Bislang das schrillste Wirtschaftsbuch der Saison. Mit einer klaren Aussage: Die Wirtschaftswissenschaften müssen damit aufhören, die Seligsprechung des menschlichen Egoismus zu zelebrieren. Wer Menschen nur in ihrem Kosten-Nutzen-Kalkül abbildet, der sieht nur niedere Instinkte. Jenseits davon aber beginnt das wahre Leben: mit der Fähigkeit zur Empathie.
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