Profil zeigen - aber richtig
Das große Bewerbungshandbuch - das neue Buch von Christian Püttjer und Uwe Schnierda.
Von Nina Hesse
Es ist da, das magnum opus der beiden bekannten Bewerbungscoachs. Das praktische Werk führt - mit vielen Positiv/Negativ-Beispielen - durch alle Phasen der Jobsuche, von der Vorbereitung bis zum Vorstellungsgespräch und Assessment-Center. Kaum vorstellbar, dass danach noch Fragen offen bleiben.
Bewerben muss man sich normalerweise nur alle paar Jahre, deshalb fühlt man sich jedes Mal wieder orientierungslos. Same procedure as last time: Man schwitzt ewig über dem Anschreiben, aktualisiert schnell den alten Lebenslauf und ab in die Post damit. Doch das ist fatal, so Püttjer und Schnierda. Die Konkurrenz auf dem Arbeitsmarkt ist zurzeit so hart, dass nur derjenige Erfolg hat, der für jede potenzielle Stelle nicht nur ein eigenes Anschreiben entwirft, sondern auch den Lebenslauf durch geschicktes Schwerpunktsetzen maßschneidert. Und der in der gesamten Bewerbung sein Profil so klar herausarbeitet und rüberbringt, dass beim Personalverantwortlichen sofort das grüne Lämpchen aufleuchtet: "He, der passt, den müssen wir zum Gespräch einladen!"

Profil erarbeiten und aufbereiten.


Das neue Handbuch fasst all das Know-how zusammen, das die beiden Bewerbungscoachs in anderen Büchern detailliert ausbuchstabiert haben - und begleitet damit durch alle Phasen des Bewerbungsvorgangs. Mit vielen sinnvollen Checklisten und Beispielen. Gegliedert ist es in sechs Teile: Im ersten erfährt man, wie man die Bewerbung richtig vorbereitet. Zum Beispiel, indem man sein Potenzial und seine Stärken analysiert. Was für Tätigkeiten, Projekte, Sonderaufgaben hat man schon übernommen, welche Abteilung hat man kennen gelernt? Welche Eigenschaften und Fähigkeiten kann man mit Beispielen dokumentieren (denn platte Behauptungen kommen nicht sonderlich gut an)? Außerdem erfährt der Leser, wie er Stellenanzeigen richtig auswertet und gekonnt telefonischen Kontakt aufnimmt. Dann wird's ernst, die schriftliche Bewerbung steht an. Püttjer und Schnierda zeigen im zweiten Teil des Buches, was alles in die Bewerbungsmappe gehört, wie man auf die kitzelige Frage nach den Gehaltsvorstellungen antwortet und was es bei Lebenslauf, Foto und Zeugnissen zu beachten gibt. Auch ein kleines Extra kann man beilegen: "Die von uns entwickelte Leistungsbilanz als zusätzliche Seite berücksichtigt den Trend zur immer individuelleren und passgenaueren Bewerbung", erklären die Autoren. "Deshalb thematisiert sie vorrangig die Berufspraxis und unterstützt dabei das Profil des Bewerbers."
Ein großes Plus sind wieder einmal die bewährten Positiv/Negativ-Beispiele der beiden Coachs - daraus lernt man mehr als durch langatmige Erklärungen.

Warum auf eine Stellenanzeige warten?


Da viele freie Stellen gar nicht erst ausgeschrieben werden, folgt der ausführliche dritte Teil zum Thema Initiativbewerbung. Wie networkt man richtig? Wie hinterlässt man auf Messen einen guten Eindruck? Wie sollte man eine Initiativbewerbung per Telefon oder Brief formulieren? Da Online-Bewerbungen immer gängiger werden, ist der nächste Teil ganz der Stellensuche per Netz gewidmet. Chancen gibt es viele: Jobbörsen und Jobsuchmaschinen liefern wertvolle Hinweise. Längst haben sich klare Gepflogenheiten bei Online-Bewerbungen herausgebildet, die man unbedingt beachten sollte, damit die Mail nicht zwischen Spams, Newslettern und Kundenbeschwerden untergeht oder unpraktische Attachments den Empfänger zum Fluchen bringen. Eine gute Ergänzung zur Bewerbung per Mail kann eine eigene Bewerberhomepage sein - aber die macht richtig Arbeit. Die Firmen währenddessen machen es sich immer häufiger leicht und fordern Bewerber auf, Online-Bewerbungsformulare auszufüllen. Da diese Daten von einer automatischen Suchroutine ausgewertet werden, sollte man darin alle wichtigen Schlüsselworte zum eigenen Lebenslauf unterbringen.

Vorstellungsgespräch und Assessment-Center.


Ein ausführlicher Teil des Buchs bereitet den Leser auf das Vorstellungsgespräch vor und erinnert an die optimale Körpersprache und Etikette. Was für Fragen werden kommen, und welche Antwort ist sinnvoll? Wie geht man mit Problemthemen um? Wie verhandelt man geschickt das Gehalt? Einziger Schwachpunkt des ansonsten rundum gelungenen Handbuchs: Die vorgeschlagenen Antworten sind arg steif formuliert und klingen eher beamtenhaft abschreckend als überzeugend. Immerhin geben sie Anregungen, in welche Richtung die Reaktion gehen könnte.
Besonders jungen Bewerbern blüht meist auch noch ein Assessment-Center oder zumindest ein Online-Assessment. Gut beraten ist, wer sich mindestens durch Lektüre daraus vorbereitet und weiß, was ihn bei Gruppendiskussionen, Interviews, Rollenspielen, Vorträgen, Postkorbübungen und Tests erwartet. "Im Assessment-Center stehen Sie auch dann unter Beobachtung, wenn Sie dies gar nicht erwarten", warnen die Coachs. "Ihr Verhalten gegenüber den anderen Kandidaten vor dem offiziellen Beginn und zwischen den Übungen wird jedoch genauso registriert wie Ihr Auftritt in der Kaffee- und Mittagspause."
Na dann viel Glück!

Christian Püttjer / Uwe Schnierda:
Das große Bewerbungshandbuch,
Campus Verlag, Frankfurt am Main/New York 2005,
541 Seiten, 14.90 Euro,
ISBN 3-593-37670-9
www.campus.de

Nina Hesse ist freie Mitarbeiterin von changeX.

© changeX Partnerforum [01.04.2005] Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.


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