Wecke den Unternehmer in Dir!

Entrepreneurship auf den Punkt gebracht.

Von Claudia C. Leixner

Risikobereitschaft und den Mut, eigene Schwächen einzugestehen, sollten zu den Eigenschaften einer neuen Manager-Generation gehören.

Manchmal schüttelt Gabriele Euchner, Unternehmensberaterin für IT-Start-ups, den Kopf über die Denkweisen in deutschen Chefetagen. Als sie in den USA als Marketing-Managerin arbeitete, lernte sie eine ganz andere Einstellung kennen. "Wenn im deutschen Management Fehler passieren, fühlt sich keiner verantwortlich", beklagt Euchner. "Gerne gibt man sich innovativ und modern, will aber möglichst keine Risiken eingehen. Schade, wenn begangene Fehler als Makel und nicht wie in amerikanischen Unternehmen als Chance gesehen werden." Oft fehlt der Mut, sich selbst und dem Umfeld seine Stärken und Schwächen einzugestehen. Zu stark ist der Neid, die Missgunst, das Konkurrenzdenken. "Leistungswille und Risikobereitschaft ja -, aber möglichst nicht anecken, vor allem nicht beim eigenen Vorgesetzten", meint Euchner.
Über Einzelcoachings, Vorträge und Workshops versucht die Diplom-Kauffrau und Geschäftsführerin ihrer Firma Marketing Network in Starnberg Abhilfe zu schaffen und deutschen Managern eine neue Denkkultur zu vermitteln. Nur damit kann, so die Erfahrungen der Autorin, eine zukunftsorientierte Unternehmenskultur entstehen. Um diese neue Denkkultur geht es auch in ihrem Buch Erfolg als Entrepreneur, das im letzten Herbst im Münchner Financial Times Prentice Hall Verlag erschienen ist. Hunderte von Fachbüchern gibt es in den USA über das Thema Entrepreneurship - in Deutschland kann man sie bisher an einer Hand abzählen. Grund genug, sich Euchners Buch genauer anzuschauen. Die acht Erfolgsstrategien sind aus Gabriele Euchners Sicht:

Schaffe Werte.
Wichtig ist, neue Werte - ob für Kunden oder Geschäftspartner, ob materiell oder immateriell - zu schaffen und bestehende zu erweitern.

Kenne dein Ziel.
In welche Richtung sollte das Unternehmen sich entwickeln - diese Frage muss ein Entrepreneur möglichst konkret beantworten können. Dabei spielen Unternehmenskultur, Ertragslage und Positionierung eine Rolle. Auch den optimalen Weg zu diesen Zielen sollte man kennen. "Wichtig", so Euchner, "ist, das Ziel nicht aus den Augen zu verlieren. Das sich immer schneller drehende Karussell in der Wirtschaft, vor allem in der New Economy, lässt es immer weniger zu, den Weg gerade zu gehen. Immer wieder kann ein Umweg nötig sein. Aber das Ziel selbst, das sollte sich nicht verändern."

Sie erzählt von einem Management-Outdoor-Training, bei dem sie an einem 15 Meter hohen Pfahl hinaufklettern musste: "Natürlich hatte ich Angst, alle Teilnehmer hatten Angst. Aber der Trainer schärfte uns ein: �Immer wieder auf das Ziel schauen!' Und so schafften wir es letztlich alle, da hochzukommen. Das Gefühl, dann dort oben zu stehen, war umwerfend!"

Teile dich mit.
Das Geheimnis guter Kommunikation liegt darin, die emotionalen Reaktionen von Menschen zu kennen und zu nutzen: Ihre Bedürfnisse, Handlungsmotive und Reaktionsmuster. Richtiges "Communicating" heißt Interaktion und Vernetzung mit anderen Menschen.

Vernetze dich.
Es gilt, Netzwerke zu kennen und einzubeziehen. Ein Entrepreneur sollte wissen: Wer sind die Personen, die für mich wichtig sind? Was sind ihre Konzepte, ihre Ideen, ihre Strategien? Erfolgreiches Networking ist letztlich nichts anderes als erfolgreiches Kommunizieren. Synergieeffekte, Kontakte, Erfahrungen - ohne das richtige Netzwerk ist ein Unternehmer nur halb so erfolgreich.

Suche das Gleichgewicht zwischen Kreativität und Logik.
Neue Ideen, neue Produkte, neue Wege basieren auf Kreativität. Kreativität bedeutet, Problemlösungen zu schaffen und neue Möglichkeiten des Handelns zu entdecken. Es gilt, die richtige Balance zu finden zwischen Intuition und Analyse, Improvisation und Planung, Phantasie und Logik: Sowohl die rechte als auch die linke Gehirnhälfte werden aktiv.

Sei neugierig.
Der Entrepreneur stellt Fragen über Fragen, er stellt sogar seine eigenen Zweifel in Frage. Neugierde und Aufgeschlossenheit sind der Anfang von Fortschritt und Weiterentwicklung, aber auch ein gutes Mittel, Professionalisierung im Management zu erreichen.

Spring!
Ohne den Mut zu springen sind alle Strategien und Konzepte nutzlos, denn dann stehen sie nur auf dem Papier. Die Courage zu handeln, ohne zu wissen wie es enden wird, ist der Keim alles Neuen. Wenn wir so lange warten, bis wir absolut sicher sind, dass das, das wir tun, richtig ist, ist es vielleicht zu spät. Die besten Ideen nützen nichts, wenn sie nicht mit unternehmerischer Risikobereitschaft umgesetzt werden.

Sei leidenschaftlich.
Wer leidenschaftlich bei der Sache ist, zählt die Stunden nicht. Warum nicht seine Arbeit positiv unter dem Aspekt der Leidenschaft, Energie und Hingabe betrachten? Entrepreneure sind voller Energie und Freude, sie haben den Willen zu gestalten und kennen keine Trennung zwischen Arbeit und Nicht-Arbeit. Sich immer wieder selbst zu übertreffen ist ihr Antrieb.
Ein wichtiger Faktor in dieser Qualifikationsliste scheint zu fehlen: die Fachkenntnis. "Fachliche Kompetenz ist gar nicht so vorrangig", so Gabriele Euchner, "denn fachliches Know-how kann man sich jederzeit einkaufen." Die anderen Qualitäten sind viel wichtiger. Praxisnah und spannend zeigt Gabriele Euchner, worauf es bei einem Entrepreneur wirklich ankommt. Das Buch macht Lust auf Leistung, Risikobereitschaft und auf neue Ideen.

Gabriele Euchner:
Erfolg als Entrepreneur.
Der Qualitäts-Check für die neue Manager-Generation,

Financial Times Prentice Hall 2000,
224 Seiten, 47 Mark

Claudia C. Leixner ist Mit-Geschäftsführerin der Frankfurter PR-Agentur connecting team und freie Autorin.

www.ftmanagement.de

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Financial Times Prentice Hall

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Zum Buch

: Erfolg als Entrepreneur.. Der Qualitäts-Check für die neue Manager-Generation.. Financial Times Prentice Hall, München 2000, 224 Seiten, ISBN 3-8272-7017-0

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