Persönlicher Workshop

Richard Stutelys Praxisleitfaden Businessplan hat das Zeug zu einem neuen Standardwerk.

Von Sylvia Englert

Locker und mit vielen raffinierten Praxistipps leitet Stutely dazu an, einen Businessplan mit allen Schikanen zu erstellen. Da man hierfür sein Unternehmen kritisch unter die Lupe zu nehmen hat und eine Vision für die Zukunft entwickeln muss, ist sein Buch gleichzeitig ein Grundkurs zu den Themen Bilanzen und strategische Planung.

Als Erstes denkt man: Mein Gott, wie schafft man es, über ein oft nur 20-seitiges Dokument einen 370 Seiten langen Wälzer zu verfassen?! Doch Stutely macht schnell deutlich, dass ein Businessplan, egal wie viele Seiten er hat, mehr ist als ein einfaches Dokument: Es ist eine Gelegenheit, sein Unternehmen auf Herz und Nieren zu prüfen und sich Gedanken über zukünftige Strategien zu machen. Deshalb empfiehlt Stutely auch dringend, den Businessplan selbst zu schreiben und das nicht Beratern zu überlassen. Die liefern dann zwar eine hübsche Hochglanzbroschüre ab, aber bei denjenigen, die den Businessplan später kritisch prüfen, wird das Delegieren nach außen schnell als Führungsschwäche krumm genommen.

Lockeres Gespräch.


Stutelys Ratgeber ist locker geschrieben, im Stil eines vertraulichen Gesprächs zwischen altem Hasen und Nachwuchsführungskraft. Gelegentlich klingt in seinen Tipps gesunder Zynismus durch, so bekommen zum Beispiel Risikokapitalgeber ihr Fett weg. An vielen raffinierten Ratschlägen merkt man, dass man es mit einem erfahrenen Praktiker zu tun hat. Stutely weiß genau, was in einem Businessplan einen guten Eindruck macht und was nicht.
Mit einem guten Gefühl dafür, was für Fragen und Probleme man bei seinem ersten Businessplan haben könnte, behandelt er die einzelnen Abschnitte des zukünftigen Plans. Dabei setzt er praktisch nichts voraus und vermittelt sowohl Grundwissen ("Was ist eigentlich doppelte Buchführung?") als auch Erfahrungswerte ("Wie Erbsenzähler denken"). Wer sein Start-up zwar mit Enthusiasmus, aber wenig BWL-Wissen gegründet hat, findet hier einen Komplettkurs in strategischer Planung und in Bilanzierung. Geduldig und verständlich informiert Stutely nicht nur, welche Daten in den Businessplan hineingehören, sondern er lehrt auch, wie man zu diesen Daten kommt: Wie man den Ist-Zustand seines Unternehmens analysiert, sich ein Verständnis seiner Wettbewerber erarbeitet und eine Vision für seine Firma entwickelt. Kurz, Stutely macht sein Buch zu einem individuellen Workshop. Durch den freundschaftlichen Ton fühlt man sich fast schon persönlich betreut. Diejenigen, die ihren Businessplan unter extremem Zeitdruck erstellen, finden bei Stutely sogar einen vollständigen Plan, den man als Gerüst verwenden und auf sein Unternehmen zuschneiden kann.
Kurz: Wer nach der Lektüre dieses Buches einen schlechten Businessplan abgibt, der gehört wegen sträflicher Begriffsstutzigkeit ins Gefängnis geworfen.

Richard Stutely:
Der professionelle Businessplan. Ein Praxisleitfaden für Manager und Unternehmensgründer,
Financial Times Prentice Hall 2001,
370 Seiten, 44,95 Euro
ISBN 3-8272-7076-6

Sylvia Englert, Journalistin und Buchautorin, ist Redakteurin bei changeX.

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: Der professionelle Businessplan. . Ein Praxisleitfaden für Manager und Unternehmensgründer.. Financial Times Prentice Hall, München 1900, 370 Seiten, ISBN 3-8272-7076-6

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