Coaching für Führungsnachwuchs

Denken wie ein Manager, das neue Buch von Roger Fritz.

Von Nina Hesse

Ein Spezialist ist nicht automatisch eine gute Führungskraft. Will man sich nach der Beförderung nicht per Learning by Doing durchwurschteln, sollte man zu Roger Fritz' Buch greifen.

Ein warmer Händedruck, dann ist man nach der Beförderung meist sich selbst überlassen. Und fragt sich ein bisschen hilflos: Wie führt man denn jetzt eigentlich? Fachwissen ist in der neuen Rolle auf einmal nicht mehr so wichtig, jetzt sind ganz andere Fähigkeiten gefragt. Findet man jemanden, der einem die wichtigsten Kenntnisse vermittelt, hat man Glück gehabt. Für all jene, die keinen Mentor haben oder sich scheuen, ihn mit solchen "Basics" wie richtigem Delegieren und Planen zu behelligen, ist Roger Fritz' Buch eine gute Einführung. Es funktioniert wie eine Art Mini-Coaching: Mit Hilfe vieler Selbsttests und Fallbeispiele, die man analysieren muss, können sich die frisch gebackenen Führungskräfte ein Bild davon machen, wie sie selbst an Management-Aufgaben herangehen und wie man es richtig macht. Wie viel Know-how man braucht, wird dem Führungs-Nachwuchs in der Praxis schnell und gelegentlich schmerzhaft klar. Spätestens dann, wenn das Team aus den Querelen nicht herauskommt, die wichtige Deadline schon um Wochen überschritten ist und man hilflos vor den Papierstapeln auf dem eigenen Schreibtisch steht.

Jede Menge neuer Aufgaben.


Ein guter Manager sollte sein Zeitmanagement im Griff haben und professionell planen. Er muss delegieren und kommunizieren können und wissen, wie man neue Mitarbeiter sucht und einstellt. Seine Aufgabe ist, die Untergebenen zur Eigeninitiative zu ermutigen und Probleme im Team zu lösen. Und daneben soll er auch noch ständig die Leistung seiner Gruppe oder Abteilung steigern, neue Ideen liefern und einen kooperativen Führungsstil entwickeln.
Das sind keine leichten Aufgaben. Roger Fritz weist den Weg dazu, sie anzupacken wie Projekte, mit genau definierten Zielen und Umsetzungsfrist, die man sich selbst setzt. Dabei vermittelt er eine Menge Grundlagen-Know-how: Welche Zeitfresser muss ich ausschalten und wie löse ich das Problem nerviger und ineffektiver Besprechungen? Wie analysiere ich, welchen Entwicklungsbedarf es in meiner Abteilung gibt? Was sollte ich in einem Beurteilungsgespräch zur Sprache bringen? Wie motiviert man Mitarbeiter? Seine Tipps sind solide und erprobt, wenn auch ein wenig unpersönlich. Man hätte sich gewünscht, dass Fritz mehr Insider-Tipps herausgerückt und Tricks aus der Praxis eingebracht hätte. Seine Erfahrung als Manager und Berater hätte das hergegeben. Doch ansonsten ist sein Buch rundum empfehlenswert.

Roger Fritz:
Denken wie ein Manager.
Was Ihnen niemand gesagt hat
als Sie befördert wurden,

Financial Times Prentice Hall, München 2002,
270 Seiten, 24,95 Euro,
ISBN 3-8272-7098-7

Nina Hesse ist freie Autorin von changeX.

www.ftmanagement.de

© changeX Partnerforum [13.06.2002] Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.


changeX 13.06.2002. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

Financial Times Prentice Hall

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: Denken wie ein Manager. . Was Ihnen niemand gesagt hat, als Sie befördert wurden. . Financial Times Prentice Hall, München 1900, 270 Seiten, ISBN 3-8272-7098-7

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