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Das Gehirn des Menschen und die Ethik - eine andere Betrachtung des Ethischen.
Ethik und Gehirnchemie haben, wie Forschungen zeigen, eine ganze Menge miteinander zu tun. Benötigen wir Werte vielleicht nur deswegen, weil unser Gehirn Ausgleich von Spannungszuständen herzustellen versucht und ethische "Richtwerte" ihm helfen, unbekannte Sachverhalte schneller einzuordnen?
Wie man sich in der Welt zurechtfindet - ein Essay in zwei Folgen von Winfried Kretschmer. | Teil 2 |
Heute, da die Welt erschlossen, vernetzt und bis in die letzten Winkel vermessen ist und eine entfesselte Wissenschaft den letzten Geheimnissen nachspürt, eben da macht sich eine neue Orientierungslosigkeit breit. Alte Sicherheiten verschwinden, neue Unsicherheiten brechen auf. Nach dem Fortschritt ist Leere - doch die Menschen haben sich selbst auf die Suche nach dem Lebenssinn gemacht. Sie suchen nach Orientierung jenseits der althergebrachten Sinnkonzepte. Und die Geschichte des abendländischen Denkens ist neu zu schreiben. Im zweiten Teil seines Essays beschreibt changeX-Autor Winfried Kretschmer die Orientierungslosigkeit in der Postmoderne und umreißt das neue Menschenbild, das die Gehirnforschung entwirft.
Zu Teil 1: Neuland ist abgebrannt.
Warum Gefühle so entscheidend sind - ein Gespräch mit dem Gehirnforscher Manfred Spitzer.
Entscheidungen aus dem Bauch sind vielfach richtig. Man sollte mehr auf seine Gefühle hören, sie entlasten den Verstand. Was dieser bei seiner permanenten Kärrnerarbeit durchaus nötig hat. So entscheiden wir uns viermal pro Sekunde, wo wir als Nächstes hinblicken. Kein Verstand der Welt könnte dies alleine bewältigen. Sagt ein renommierter Gehirnforscher. Seine These: Das Gehirn strebt immer nach Autonomie und Freiheit. Es will seine Entscheidungen selbst treffen. Die Gefühle schützen den Verstand davor, zu überdrehen und Vernunft und Ordnung zu sehen, wo gar keine sind.





