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Trouble-Shooting für den ersten Führungsjob, das neue Buch von Jürgen W. Goldfuß.

Von Sylvia Englert

Schnelle Hilfe bei den brennendsten Problemen - das verspricht Trainer Jürgen Goldfuß. Seine Methode: Den jungen Manager mit Hilfe von Fragen zu einer Analyse des Problems hinführen.

Endlich Chef. Verantwortlich für ein Team. Eine Herausforderung, bei der auch so manches schief gehen kann. Fragen entstehen, Unsicherheiten lauern überall. Denn wo lernt man schon führen? Eigentlich nur in der Praxis. Jürgen Goldfuß hat eine Hilfestellung für den Notfall geschrieben, die eigentlich bei jeder jungen Führungskraft zum schnellen Nachschlagen im Regal stehen sollte. Außer, derjenige hat einen erfahrenen Mentor, an den er sich wenden kann. Doch auch dann könnte der Trouble-Shooting-Guide hilfreich sein: "Den eigenen Chef oder die Personalabteilung möchte man nicht unbedingt mit Problemen behelligen, von denen man glaubt, dass man sie ohnehin alleine lösen muss", meint Goldfuß.
75 Fragen zu konkreten Situationen hat er gesammelt - vom Selbstmanagement über die Karriereplanung und Mitarbeiterführung bis hin zum Umgang mit dem Chef und mit Kollegen. Die Liste spiegelt wider, wie viele Nüsse eine Führungskraft im Alltag zu knacken hat: "Ich komme mit meiner Arbeitszeit nicht mehr aus", "Ein Mitarbeiter leistet weniger, als er könnte", "Mein Chef widerruft meine Entscheidungen" oder "Ich erhalte zu viel Informationsmaterial". Aber Thema ist auch, was man vor einer Top-Präsentation beachten sollte und wie man einem Mitarbeiter ein Zeugnis schreibt. Natürlich ließe sich noch vieles andere aufnehmen. Doch die brennendsten Probleme hat Goldfuß aufgegriffen - aus seiner Trainingspraxis weiß er, was für Nöte und Sorgen junge Manager haben. Denn es sind doch immer wieder dieselben Fragen, die die Seminarteilnehmer beschäftigen.

Keine Rezepte - statt dessen Fragen.


Ein Rezeptbuch soll es nicht sein und auch nicht das Äquivalent zur Frage-Ecke einer Manager-Zeitschrift, in der ein alter Hase den Neulingen Botschaften voller Weisheit mit auf den Weg gibt. Statt dessen leitet das Buch dazu an, sich die Lösung selbst zu erarbeiten: Mit Hilfe von Fragen und Denkanstößen hilft es, das Problem einzukreisen und systematisch zu analysieren.
Jeder Abschnitt ist ähnlich strukturiert: Nach einer kleinen Zusammenfassung des Problems führt der Autor "Fragen auf, die Sie sich stellen sollten", anschließend gibt es Tipps und Erklärungen zu jeder Frage. Obwohl für die einzelnen Probleme nur zwei bis drei Buchseiten Platz sind, schafft es Goldfuß, sinnvolle Anhaltspunkte zu geben. Eine Checkliste und Literaturtipps runden den Abschnitt ab. Etwas peinlich ist nur, dass bei den Literaturtipps fast ausschließlich Campus-Bücher empfohlen werden.
Goldfuß' Ton ist höflich-sachlich, doch er kennt auch keine Scheu, den Rat suchenden Leser mit unangenehmen Fragen zu konfrontieren. Denn oft sind Selbstkritik und Selbsterkenntnis angebracht, nicht immer sind nur die bösen äußeren Umstände an einem Problem schuld.

Jürgen W. Goldfuß:
Trouble-Shooting für den ersten Führungsjob.
Schnelle Lösungen für die brennendsten Probleme,

Campus Verlag, Frankfurt/New York 2002,
261 Seiten, 21,50 Euro,
ISBN 3-593-36905-2
www.campus.de

Sylvia Englert, Journalistin und Buchautorin, ist Redakteurin bei changeX.

© changeX Partnerforum [26.03.2002] Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.


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Zum Buch

: Trouble-Shooting für den ersten Führungsjob. . Schnelle Lösungen für die brennendsten Probleme.. Campus Verlag, Frankfurt/New York 1900, 261 Seiten, ISBN 3-593-36905-2

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