Megatrends als Kampfzone

GDI Impuls Nummer 4 . 2011 widmet sich den Megatrends

Mit der "Zukunft der Megatrends" beschäftigt sich das renommierte Wissensmagazin GDI Impuls in seiner aktuellen Ausgabe. Denn das ursprüngliche Megatrends-Konzept, das einen optimistischen Glauben an eine planbare Zukunft enthält, ist zwar in China noch immer gefragt, in Europa hingegen unglaubwürdig geworden.

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Der Berliner Medienwissenschaftler Prof. Norbert Bolz unternimmt deshalb für GDI Impuls eine Neupositionierung des Megatrend-Begriffs - nicht so sehr als Zeitpfeil, der einen Weg weist, sondern als Kampfzone, die einen Rahmen setzt. Denn jeder Trend, der eine Zukunft verheiße, provoziere einen rückwärtsgerichteten Gegentrend; zusammen konstituieren sie Schauplatz und Aktionsrahmen für Wirtschaft und Gesellschaft. "Zwischen Vergangenheit und Zukunft liegt die Gegenwart", schreibt Bolz, "und zwischen Trend und Gegentrend der Hybrid. Wo die Gegensätze aufeinanderprallen, bieten sich die besten Chancen für neue Produkte, die versuchen, das Beste beider Welten zu vereinen." 

Als Beispiele für solche Hybrid-Ansätze nennt die Megatrends-Ausgabe von GDI Impuls unter anderem die Freemium-Strategie vieler Online-Content-Anbieter (kostenlos und kostenpflichtig zugleich), das Frenemy-Verhältnis zwischen Google und den meisten Medienkonzernen (Feinde, die aufeinander angewiesen sind), Apples Sprachsteuerung Siri als Kombination von Einfachheit und Komplexität sowie die Slutwalk-Bewegung, die Obszönität und Rigorismus miteinander verbindet. 

Ein neues Konzept für eine sicherere Währung stellt der Genfer Privatbankier Pierre Pâris in GDI Impuls vor. Aus einem Fonds, der physisch in Rohstoffe von Weizen über Öl und Eisen bis Gold investiere, könne sich eine rohstoffgedeckte Quasi-Währung entwickeln, die mehr Beständigkeit bieten könne als die nur vom Vertrauen in eine Zentralbank gehaltenen Fiat-Währungen (Währungen also, bei denen keine Einlöseverpflichtung, in Gold etwa, besteht). Die hierfür notwendige Lagerhaltung sei "deutlich billiger als in früheren Jahrhunderten" und könne konkurrenzfähig werden, wenn die traditionellen Währungen über längere Zeit negative Real-Renditen bieten - so wie derzeit in Großbritannien oder den USA.  

Eine Auswahl weiterer Themen: vom Cocooning zur Kochshow, die nächste Gesellschaft, die Kunst des Vertrauens, Reprimatisierung, Skandale, Starbucks, Weltmarktführer aus Brasilien und Richard David Precht und Ernst Fehr über Fairness. In "Der Quellcode der Zukunft" geht es schließlich um Romane als Erkenntnisquelle für Entwicklungen und Trends.  


GDI Impuls ist zu beziehen über das GDI Gottlieb Duttweiler Institute. Auskunft: Daniela Fässler daniela.faessler@gdi.ch, Telefon +41 44 724 61 11 


changeX 09.12.2011. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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