Nicht nur Ideen verwalten

Positionen zum Ideenmanagement: Jens-Uwe Meyer

Ideenmanagement mit Mut und Emotionen lautet das Motto der Konferenz Ideenmanagement. In einer Serie von Kurzinterviews sagen die Referenten, was sie von gutem Ideenmanagement erwarten.

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Jens-Uwe Meyer ist Gründer und Geschäftsführer der Firma Die Ideeologen - Gesellschaft für neue Ideen mbH. Er hat Europas ersten Lehrauftrag für Corporate Creativity am Lehrstuhl für strategisches Management an der Handelshochschule Leipzig inne und unterrichtet Manager im MBA-Studium in neuen Führungstechniken und Unternehmensstrukturen. 

Auf der Konferenz Ideenmanagement wirkt er an den Denklandschaften mit. Seine These: "Was wir brauchen, ist ein Paradigmenwechsel in den Managementetagen!"
 

Herr Meyer, was sollte gutes Ideenmanagement leisten?  

Es sollte Ideen fördern, Mitarbeitern wirklich spannende Herausforderungen bieten und die kreativsten Köpfe des Unternehmens miteinander vernetzen. Nicht nur einfach Ideen verwalten.
 

Worin liegt die zentrale Herausforderung beim Ideenmanagement? 

Unternehmen brauchen neue Ideen und suchen händeringend nach ihnen. Zugleich ist das klassische Ideenmanagement - wenn es sich nicht weiterentwickelt hat - in vielen Bereichen zum kreativen Hemmnis geworden. Es gilt, das traditionelle Ideenmanagement um eine kreative Unternehmenskultur zu bereichern. Auftrag eines Ideenmanagers wird es in Zukunft verstärkt sein, nicht nur Ideen einzusammeln und den Prozess zu gestalten, sondern die Unternehmenskultur zu fördern, die diese Ideen erst entstehen lässt.
 

Welche Bedeutung haben Mut und Emotionen im Ideenmanagement? 

Eine große! Prozesse haben keinen Mut! Es sind immer Menschen, die Ideen haben, die sie vorantreiben und die sie durchsetzen. Diesem Fakt trägt gerade das "alte" und beamtenähnliche Ideenmanagement überhaupt keine Rechnung. Zur Ideenentwicklung gehören Emotionen wie Leidenschaft, Begeisterung und inneres Feuer.
 

Was erwarten Sie von der Konferenz Ideenmanagement? 

In vielen Unternehmen fristet das Ideenmanagement ein Schattendasein, es wird vom Vorstand und von den Mitarbeitern kaum beachtet. Es gibt auch zahlreiche positive Beispiele, aber vielfach merken wir, dass Ideen in Unternehmen am Ideenmanagement vorbei entstehen. Ich erhoffe mir von der Konferenz Ideenmanagement einen Aufbruch in eine neue Ära. Nicht nur darüber jammern, dass die Bearbeitungszeiten zu lange dauern und die Beteiligungsquote nachlässt, nicht nur darüber klagen, dass die Geschäftsführung das Ideenmanagement links liegen lässt. Sondern über die Frage diskutieren: Wie kann das Ideenmanagement der wichtigste Treiber für Neuerungen in Unternehmen werden?
 

Was möchten Sie einbringen? 

Ich beschäftige mich seit zwei Jahren intensiv damit, wie kreative Unternehmenskulturen entstehen, habe zu diesem Thema inzwischen weit über 70 Studien ausgewertet und erfahre in den Unternehmen, mit denen wir täglich arbeiten, sehr viel. Dieses Wissen, das in der amerikanischen Wissenschaft übrigens seit Mitte der 90er-Jahre aktiv vorangetrieben wird, ist in Deutschland nahezu unbekannt. Das wird mein Beitrag sein: Den Teilnehmern zu vermitteln, wie sie eine kreative Unternehmenskultur schaffen können.
 

Eine Idee ist …  

... einen Veranstaltungsteil einzuführen, bei dem PowerPoint-Verbot herrscht. Bitte keine Bullet Points mehr! Bitte keine vorgelesenen Referate! Sondern Interaktion, die Spaß macht.
 


changeX 14.03.2011. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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