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Arbeit im Dazwischen

Vier Publikationen zum Thema Arbeit im digitalen Kapitalismus
Sammelrezension: Hans Holzinger

Kein Zweifel, wir stehen vor einem grundlegenden Wandel des Arbeitens und Wirtschaftens. Und wie immer in Umbruchsituationen sind Chancen und Risiken breit gestreut. Digitaler Taylorismus und New Work, die Hoffnung auf eine humane Neugestaltung von Arbeit und Leben, bilden die Antipoden, zwischen denen sich der Diskurs um den Wandel der Arbeit entfaltet. Hans Holzinger von der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg analysiert aktuelle Publikationen, die die Versprechen, Chancen und Gefahren, die Gewinner und Verlierer des digitalen Kapitalismus beschreiben.

Ob "Industrie 4.0", "Arbeit 4.0", "Digitaler" oder "Plattform-Kapitalismus" - die Inflation an neuen Begriffen signalisiert, dass wir vor einem grundlegenden Wandel des Arbeitens und Wirtschaftens stehen. Die menschenleere Fabrik wird ebenso diskutiert wie die Automatisierung von Dienstleistungen. Online-Shopping wird zum neuen Trend, digitale Plattformen ermöglichen Dienstleistungsangebote wie Airbnb oder Uber, neue Formen der Arbeitsorganisation wie Crowdwork, aber auch eine grundlegende Neugestaltung des Verhältnisses von Arbeit und Leben: New Work.


Digitaler Kapitalismus


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Doch von einer schlüssigen Theorie über die Digitalisierung der Wirtschaft sind wir noch weit entfernt. Sagt der Soziologe Philipp Staab in seinem Buch Falsche Versprechen, erschienen in der Edition des Hamburger Instituts für Sozialforschung. Möglich sei eine Annäherung, die den neuen digitalen Kapitalismus als "Durchsetzung und Verbreitung von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) und der mit ihnen verbundenen ökonomischen und ideologischen Dynamiken" beschreibt. Staab sieht insbesondere drei Trends: Erstens die Hoffnung auf neues Wirtschaftswachstum - eine zitierte Studie des Fraunhofer-Instituts über "Industrie 4.0" spricht von 78 Milliarden Euro BIP-Wachstum bis 2025 allein für Deutschland; zweitens die Zurückdrängung beziehungsweise Gefährdung der lohnabhängigen Beschäftigung als zentralen gesellschaftlichen Integrationsmechanismus sowie drittens den Wandel der Distributionsprozesse durch den Online-Handel.  

Staabs zentrale These: Der Kapitalismus heutiger Prägung habe kein Produktivitätsproblem, sondern ein "Konsumptionsproblem": Der Expansion öffentlicher und privater Schulden sowie der stärkeren Exportorientierung, der freilich Grenzen gesetzt sind, folge nun als dritter Weg das Aufspüren bestehender Konsumlücken mittels Internet: "Das eigentliche Versprechen der Leitunternehmen des digitalen Kapitalismus ist die Lösung des Nachfrageproblems durch die Rationalisierung und Intensivierung des Konsums." Ziel sei es, die "letzten Nachfragereservoirs" auszuschöpfen, die (etwa aufgrund zeitlicher Engpässe bei den Konsumenten) einstweilen nicht erschlossen sind. Für Staab gelten die "individualisierte Produktion" durch Sonderanfertigungen sowie die "individualisierte Werbung", die das Internet ermöglicht, als Versuche, der Krise des Konsums zu begegnen, wie er im Kapitel "Von der Rationalisierung der Produktion zum effizienten Konsum" darlegt.


Bessere Kontrolle der Arbeit


Im Abschnitt "Digitalisierung und soziale Ungleichheit" beschreibt Staab den Wandel der Arbeitsbedingungen durch die Digitalisierung, die über Automatisierungsprozesse hinausweise: "Technik wird auch heute nicht nur zur Substitution menschlicher Arbeitskraft, sondern auch zur Bearbeitung des sogenannten Transformationsproblems genutzt." Das bezeichnet das Problem, dass die im Arbeitsvertrag festgelegten Aufgaben eben nicht immer lückenlos erfüllt würden. Oder allgemeiner: die Schwierigkeit, das im Menschen vorhandene Arbeitspotenzial optimal in eine tatsächliche, messbare Arbeitsleistung zu überführen. Mittels neuer Datenerfassungssysteme lasse sich nun aber die Arbeit besser kontrollieren und die Leistung der Arbeitenden durch Screenings genauer beurteilen. Staab spricht von "digitalem Taylorismus" und nennt als Beispiel die Kontrollsysteme in den Zentrallagern des Online-Versandhändlers Amazon.  

Der Autor geht auch auf diverse Prognosen über mögliche Arbeitsplatzverluste durch weitere Automatisierung ein - medial bekannt wurde insbesondere die Oxford-Studie "The Future of Employment", derzufolge 47 Prozent aller Branchen in den USA "automatisierbar" seien. Ähnliche Prognosen existieren für die EU. Noch ist schwer zu sagen, ob das vorhandene Rationalisierungspotenzial tatsächlich realisiert wird. Doch Staab befürchtet zumindest einen starken Druck auf die Löhne der betroffenen Branchen - was aber durch die Zunahme sozialer Ungleichheiten auch das Konsumtionsproblem verschärfen würde. Staab nennt dies das "Konsumptionsdilemma" des digitalen Kapitalismus, da der "supplementäre Konsum" der ersten Tertiarisierungswelle (die von der Industriearbeit abgezogene Generierung von Kaufkraft wanderte in den Dienstleistungssektor) durch einen "kannibalisierten" Dienstleistungssektor nicht aufrechterhalten werden könne.  

Der Sozialwissenschaftler hütet sich vor eindeutigen Prognosen, er zeigt aber systemische Dilemmata der Digitalisierung auf, die im Wachstumsparadigma des Kapitalismus liegen. Die Perspektive einer Postwachstumsökonomie spricht er zwar an, geht aber nicht näher darauf ein. Den von anderen Experten mittlerweile favorisierten "Ausweg" eines Grundeinkommens für alle benennt er nicht. Den Technikoptimismus, dass die Digitalisierung alle Probleme lösen werde - als "Geist des Solutionismus" bezeichnet -, teilt der Autor nicht. Vielmehr verweist er auf die "digitale Ideologie", die mit einer Abneigung gegen etablierte Institutionen der analogen Ära einhergehe und soziale Verwerfungen verstärken könne.


Neue Möglichkeiten digitaler Kontrolle


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Die Verdichtung und noch bessere Kontrolle der Arbeit durch neue Technologien ist ein zentrales Thema der Analysen und Reportagen von Matthias Martin Becker, kondensiert im titelgebenden Begriffspaar Automatisierung und Ausbeutung. Der Autor fundiert seine Ausführungen mit einem umfangreichen industriesoziologischen Wissen, aber auch mit Praxiserfahrungen aus Beschäftigungsverhältnissen in Industrie- und Dienstleistungsbetrieben. Als Wissenschaftsjournalist beschreibt Becker die Veränderungen der Arbeitswelt durch Automatisierung und Roboterisierung, skizziert die Versprechen der Digitalisierung einschlägiger Unternehmen und Forschungsinstitute - und benennt dabei manches als "heiße Luft". Und er zeigt neben den Chancen auch die Gefahren des Wandels der Arbeitswelt durch die IKT, etwa die neuen Möglichkeiten digitaler Kontrolle der Arbeitenden, auf. In Kapiteln wie "Transparenz für wen?", "Halbautomaten", "Smarte Rechner, dumme Arbeiter?" oder "Der Aufstieg der Plattformen" werden neue Entwicklungen durch die Anwendung von künstlicher Intelligenz, von Industrierobotern oder Sprachautomaten nachgezeichnet. Becker geht davon aus, dass Maschinen Menschen nur bedingt ersetzen können. Vielmehr steige die Verantwortung der verbleibenden Industriearbeiter in ihrer Rolle als "letzter Entscheider und übergeordnetes Regelglied" im automatisierten Produktionsprozess. "Unvorhergesehene Schwierigkeiten erkennen und neue Lösungen für diese finden" könne indes nur der Mensch. "Wenn ein automatisierter Produktionsprozess entgleist, wird das teuer und oft auch gefährlich", relativiert Becker die Hoffnungen von Unternehmen, sich mittels Maschinen aus der Abhängigkeit der Arbeitenden befreien zu können.  

Spannend zu lesen sind die Berichte über neue Mensch-Maschine-Interaktionen, die Computer zu lernenden Systemen machen, was die Steuerung und Optimierung - eine klassische Aufgabe des Managements - verbessere. Becker dazu lakonisch: "Hier sägen Manager an dem Ast, auf dem sie sitzen." 

Der Autor bezweifelt auch viele Zukunftsprognosen, was die Digitalisierung angeht, und spricht von "kunstfertigen Hochstaplern". Er benennt zwei wesentliche Fragen, die sich Unternehmen in Bezug auf die Kosten der Standardisierung von Produktionsprozessen stellen müssen: "Wie viele Fehler können wir uns leisten - und können wir es uns leisten, die Arbeitsprozesse so zu gestalten, dass einige Fehler auftreten?"


Aufstieg der Plattformen


Ausführlich widmet sich Becker dem "Aufstieg der Plattformen", den Chancen und Gefahren der "Sharing Economy" sowie den Problemen von "Crowdwork", also dem Prinzip, dass sich Unternehmen nicht an den Arbeitsort gebundene Arbeitsleistungen aus Internetplattformen zukaufen - gesprochen wird hier auch von "Gig-Economy" in Anlehnung an die Musikbranche. Die Mitwirkung der Kunden an der Produktentstehung etwa durch kostenfreie Online-Texte, die in der Blog-Kultur zur Verfügung gestellt werden, oder an der Produktplatzierung mittels Bewertung von Produkten, die als kostenfreie Werbung dient, nennt der Autor als Beispiele. Auch über Internet weitergegebene Kochtipps oder Reparaturanleitungen fallen für Becker in die Kategorie der "Clickwork". Er sieht aber hier Grenzen. Die freiwillige Zuarbeit sei zwar eine kostenlose Ressource der Internetplattformen. Doch: "Vielleicht haben wir Peak Community schon erreicht." Andererseits würden Verkaufs- und Vermittlungsplattformen durch einen "Unterbietungswettbewerb" die Konkurrenz unter den Unternehmen weiter anheizen und als Intermediäre durch Vermittlungsgebühren reich werden, ohne viel investieren zu müssen: "Das größte Taxiunternehmen der Welt besitzt keine Taxis (Uber). Der größte Übernachtungsanbieter besitzt keine Immobilien (Airbnb). Der größte Telefonanbieter hat keine Telefoninfrastruktur (Skype). Der beliebteste Medienkonzern besitzt keine Urheberrechte (Facebook)." 

Kritisch sieht Becker das Phänomen der über Internet vermittelten Arbeit, die als "Crowdwork" bezeichnet wird und laut einer Weltbank-Studie 2016 bereits einen globalen Umsatz von 4,3 Milliarden Euro erzielt hat. So organisiert etwa IBM einen Großteil seiner Softwareentwicklung über Internetplattformen. In der Regel sind diese Tätigkeiten jedoch schlecht bezahlt - der Autor berichtet hier von seinem Selbstversuch als "freier Texter" - und die Betroffenen haben keinerlei sozialrechtliche Absicherung.  

Matthias Martin Becker zeigt mit fundierter Recherche und nicht ohne Humor die Möglichkeiten und Grenzen der Digitalisierung in der Arbeitswelt auf. Die Beispiele reichen dabei von klassischen Industrierobotern über Sprachmaschinen und Ernteroboter in der Landwirtschaft bis hin zu interaktiver Lernsoftware. Der Autor plädiert dafür, die digitalen Netze als öffentliche Güter zu organisieren und über ein "plattformbasiertes Genossenschaftswesen" neue, nicht profitgesteuerte Produktionsweisen zu entwickeln - etwa im Sinne einer von Paul Mason favorisierten "kollaborativen Allmendeproduktion". Und er fordert, der Entgrenzung und Verdichtung der Erwerbsarbeit ebenso wie ihrer Mythisierung als alleinige Sinnstifterin individuell wie kollektiv mit subversivem Humor entgegenzutreten. Nach dem Motto "Nicht hetzen - ich bin bei der Arbeit, nicht auf der Flucht".


Im Dazwischen


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Nachhaltigkeit sowie ein erweiterter Arbeitsbegriff sind auch die Klammer des neuen Bandes der Reihe Forum für Verantwortung, der mit Zwischen den Arbeitswelten überschrieben ist. Ein Autorenkollektiv der Forschungsstätte der Evangelischen Studiengemeinschaft (FEST) um Hans Diefenbacher, der an der Universität Heidelberg Volkswirtschaft lehrt, entwirft darin ein umfassendes Bild von Arbeit in einer Postwachstumsökonomie. Auf Begriffsklärungen zu Arbeit und Postwachstum sowie Utopien zur Zukunft der Arbeit etwa bei Gustav Landauer, André Gorz, Jeremy Rifkin, dem "Mehrschichten-Modell der Arbeit" des Club of Rome oder bei Frithjof Bergmann ("New Work") und Carsten Stahmer ("Halbtagsgesellschaft") folgen praktische Ansätze eines anderen Arbeitens. Beschrieben werden Beispiele der Selbstversorger-Landwirtschaft, die Kibbuzbewegung sowie Initiativen lokaler Ökonomie und Transition Towns.  

Im zweiten Teil der Publikation geht es um Einzelaspekte, etwa das Verhältnis von Arbeit und Eigentum sowie von Arbeit und Einkommen, die Rolle von Bildung und Qualifikation, die Unterschiede von formeller und informeller Arbeit, um Arbeitszeitmodelle und Arbeitszeitpolitik sowie schließlich um Strukturwandel durch neue (Öko-)Technologien und Digitalisierung. Referiert und reflektiert werden öffentliche Diskurse (vom Eigentumsbegriff bei Marx bis hin zu jenem der Postwachstumsökonomie) ebenso wie praktische Ansätze (Care-Ökonomie oder gewollte Teilzeit).  

Kurz eingegangen sei auf die abschließenden Empfehlungen, die von der These ausgehen, "dass eine Rückkehr zu dauerhaft hohen Wachstumsraten in frühentwickelten Industriegesellschaften sehr unwahrscheinlich ist". Vorgeschlagen werden (erstens) der "Vorrang für eine gemeinwesenorientierte Ökonomie", die vornehmlich regional und kleinbetrieblich organisiert ist; (zweitens) der "Vorrang für gute Arbeit", die Sinnstiftung und Arbeitsqualität vor Effizienz reiht; (drittens) die "Förderung der informellen Arbeit" etwa durch deren stärkere Einbeziehung in die sozialen Sicherungssysteme; (viertens) die "Etablierung einer Vielfalt von Arbeitszeitmodellen" unter anderem durch Aufwertung von Teilzeit; (fünftens) die "Erprobung eines lebensphasenspezifischen Grundeinkommens", dessen Höhe mit der Bedürftigkeit in verschiedenen Lebensphasen variieren und das in einem Modellversuch nach dem Beispiel Finnlands für Deutschland erprobt werden solle; (sechstens) die "Verringerung der Ungleichheit" zumindest wieder auf das Niveau des Jahres 2000; (siebtens) die "Umsteuerung bei der Staatsfinanzierung" nach dem Prinzip "tax bads, not goods". Schließlich werden (achtens) die Organisierung eines gesellschaftlichen Diskurses über die Art des Wirtschaftens und, damit zusammenhängend, (neuntens) ein "ganzheitliches Bildungssystem" gefordert.  

Der Band bietet eine ausgezeichnete Übersicht über die aktuellen Debatten und Ansätze zu einem erweiterten Verständnis von Arbeit mit einem starken Plädoyer für ein regionales und am Gemeinwesen orientiertes Wirtschaften. Die Quintessenz Bezug nehmend auf den Titel: "Wir befinden uns zwischen den Arbeitswelten - der Arbeitswelt eines hocheffizienten, globalisierten Kapitalismus und einer Arbeitswelt, die in gewisser Weise zu einem menschlichen Maß finden möchte."


Anleitungen zu New Work


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Markus Väth ist Psychologe, Berater, Burnout-Experte und Verfechter einer neuen Arbeitskultur. In Arbeit. Die schönste Nebensache der Welt beschreibt er, was "New Work" (im Anschluss an Frithjof Bergmann) bedeutet, warum wir einen Wandel der Arbeitswelt brauchen und wie dieser gelingen kann. Der Autor spricht sich wie andere auch für einen erweiterten Arbeitsbegriff aus - "bezahlte Arbeit, nicht bezahlte Arbeit und Nicht-Arbeit auf eine Stufe stellen" - und plädiert für eine Schärfung der Definition von sinnvoller Arbeit, die nach dem eigenen Platz in der Welt fragt: "hohe Selbstwirksamkeit als Ich-Dimension", "soziale Anerkennung als Du-Dimension" und "gelungene Transzendenz als Wir-Dimension". Nicht zuletzt plädiert Väth für neue Unternehmenskulturen - Motto: "die organisatorische Revolution". Strukturelle Maßnahmen sieht der Autor unter anderem im Ausbau von Teilzeit, einem steuerfinanzierten Bildungsgeld für Arbeitende, in Potenzialanalysen, die verpflichtend an allen Schulen eingeführt werden sollten, in Praktikumstagen nicht nur für Auszubildende, sondern auch für Berufserfahrene, in betrieblichen Lernzeitkonten sowie in der Kopplung der Organisationsziele an die Weiterbildungsmöglichkeiten.  

Die zeitliche und organisatorische Trennung von Arbeit und Leben ist für den Bildungsberater unrealistisch geworden. "Die Dialektik von Arbeit und Leben auflösen", lautet seine Quintessenz. Kompetenzen müssten in Zukunft umfangreicher definiert werden: Neben die Fachkompetenz treten die Selbst- und Sozialkompetenz sowie die Methoden- und Handlungskompetenz. Zudem brauche es sogenannte "systemrelevante Kompetenzen". Der Autor zählt dazu "Informativität" als dynamische Auseinandersetzung mit Wissen und Information, Netzkompetenz, die hohe Flexibilität und soziale Fertigkeiten erfordere, schließlich die Fähigkeiten der Selbstorganisation, einschließlich Lernfähigkeit und Selbstvermarktung, und von Leadership (als Sonderform der Kommunikation) sowie ethische Gesinnung. Fehlerkultur, Vorbilder, Führungslabors und die Förderung von Selbstreflexion sollen dazu beitragen, diese Metakompetenzen zu verwirklichen.  

Väths Schlusswort: "New Work verspricht kein zweites Wirtschaftswunder. Während es damals um die quantitative Zunahme von Arbeit und Wohlstand ging, steht heute, im Zeitalter der Automation und der Digitalisierung, die Qualität von Arbeit und Leben im Vordergrund. Dieser Gedanke ist in seiner Konsequenz revolutionär und benötigt zu seiner Verwirklichung Zeit, Überzeugung, Mut und Kreativität." 


Zitate


"Das eigentliche Versprechen der Leitunternehmen des digitalen Kapitalismus ist die Lösung des Nachfrageproblems durch die Rationalisierung und Intensivierung des Konsums." Philipp Staab: Falsche Versprechen

"Wir befinden uns zwischen den Arbeitswelten - der Arbeitswelt eines hocheffizienten, globalisierten Kapitalismus und einer Arbeitswelt, die in gewisser Weise zu einem menschlichen Maß finden möchte." Hans Diefenbacher et al. (Hg.): Zwischen den Arbeitswelten

 

changeX 07.07.2017. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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Quellenangaben

Zu den Büchern

: Arbeit - die schönste Nebensache der Welt. Wie New Work unsere Arbeitswelt revolutioniert. GABAL Verlag, Offenbach 2016, 256 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 978-3-86936-720-0

Arbeit - die schönste Nebensache der Welt

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: Automatisierung und Ausbeutung. Was wird aus der Arbeit im digitalen Kapitalismus?. Promedia, Wien 2017, 239 Seiten, 19.90 Euro (D), ISBN 978-3-85371-418-8

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Osiander

: Zwischen den Arbeitswelten. Fischer Taschenbuch, Frankfurt am Main 2016, 416 Seiten, 13.99 Euro (D), ISBN 978-3-596-03592-2

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Osiander

: Falsche Versprechen. Wachstum im digitalen Kapitalismus. Hamburger Edition, Hamburg 2016, 133 Seiten, 12 Euro (D), ISBN 978-3-86854-305-6

Falsche Versprechen

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Autor

Hans Holzinger
Holzinger

Hans Holzinger ist Mitarbeiter der Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen in Salzburg. Die Robert-Jungk-Bibliothek für Zukunftsfragen (JBZ) versteht sich als Einrichtung einer kritischen und kreativen Zukunftsforschung. Nach der Stiftungserklärung Robert Jungks ist es ihr Auftrag, "mögliche, wahrscheinliche, gewünschte oder unerwünschte Zukünfte" in den Blick zu nehmen und der interessierten Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Engagiert in den Bereichen Bildung, Wissenschaft und Kultur und dabei regional, national und international aktiv, sind Zukunftsorientierung, Interdisziplinarität und Unabhängigkeit im Sinne der Prinzipien Robert Jungks für sie von zentraler Bedeutung. Die JBZ publiziert das vierteljährlich erscheinende Magazin proZukunft, das sich als Radar für zukunftsrelevante Publikationen versteht, und organisiert Veranstaltungen und Tagungen.

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