Im Ideengarten

Zur ZI-Konferenz Ideenmanagement: fünf Fragen an Erich Dabronz

"Wirksam verändern - mittendrin" ist das Motto der Jahreskonferenz für Ideenmanagement 2013 in Kassel. In einer Reihe von Kurzinterviews geben die Referenten einen Ausblick auf ihren Vortrag. In Folge 9 Erich Dabronz von der Deutschen Telekom.

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Erich Dabronz, Jahrgang 1958, studierte Elektrotechnik an der FH in Dieburg und startete sein Berufsleben bei der Deutschen Bundespost, der heutigen Deutschen Telekom. Er ist seit mehr als 20 Jahren mit dem Thema Ideenmanagement verbunden und nun als Leiter Ideenmanagement im Konzern Deutsche Telekom tätig. Mit dem "Ideengarten" entstand 2011 eine kollaborative unternehmensinterne Social-Media-Plattform, die das Ideenmanagement wirkungsvoll ergänzt und breit genutzt wird. Auf der ZI-Konferenz Ideenmanagement stellt Erich Dabronz den Ideengarten als Praxisbeispiel vor: "Der Ideengarten - Das kollaborative Ideenmanagement bei der Telekom" ist sein Beitrag betitelt.
 

Herr Dabronz, sagen Sie: Sprießen denn die Ideen im Ideengarten? 

Durchaus! Wir haben den Ideengarten nun seit knapp zwei Jahren im Betrieb und haben bereits mehr als 16.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter als "Gärtner" aktivieren können. Rund 4.300 Ideen sind in dieser Zeit eingebracht und entwickelt worden.
 

Spaß beiseite: Wie sieht das Konzept aus und was besagt die Gartenmetapher? 

Grundgedanke des Ideengartens ist, dass viele Beschäftigte einen gedanklichen Ansatz, eine Idee haben, um ein bestehendes Problem zu lösen, einen Prozess zu optimieren oder ein neues Produkt für das Unternehmen vorzustellen. Es fehlen ihnen aber noch die - notwendigen - fachlichen Feinheiten oder auch Zahlen und Fakten, um das ganze "rund" zu machen, um eine perfekte und ausgereifte Lösung vorschlagen zu können. Ein solcher Ansatz wird im Ideengarten platziert, sodass sich andere - unabhängig von Zeit und Raum - an der Erarbeitung der Lösung beteiligen und sich mit ihren Kenntnissen einbringen können.
Die Metapher des Gartens hat drei Ursprünge: Erstens fängt jede Pflanze klein und häufig unscheinbar an. Über die Zeit wird daraus aber eine stattliche Pflanze oder ein fruchttragender Baum. Das heißt: Auch eine gute und nutzbringende Idee darf sich entwickeln und benötigt dafür gegebenenfalls auch etwas Zeit.
Zweitens: Nur wenn ich meinen Garten pflege, wenn ich Unkraut jäte und mich darum kümmere, wird er ansehnlich und Früchte tragen. Das heißt, ich muss mich um meine Ideen kümmern und Initiative zeigen.
Und drittens ist ein Garten doch meistens erst dann richtig schön, wenn er bunt ist, wenn sich viele unterschiedliche Pflanzen zu den unterschiedlichsten Zeiten von ihrer besten Seite zeigen. Das heißt, unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind auch alle verschieden und jeder hat seine Kompetenzen und Stärken, die er an den unterschiedlichsten Ideen einbringen kann.
 

Sie betonen den kollaborativen Charakter des Ideenmanagements - wie setzen Sie diesen Ansatz um? 

Der Ideengarten lebt davon, dass sich die Beschäftigten nicht nur mit ihrem Namen anmelden, sondern auch, wie eben beschrieben, ihre Kompetenzen, Stärken, Interessen und Neigungen in ihrem Nutzerprofil hinterlegen. Zum anderen sollen die Ideen mit entsprechenden Keywords versehen werden.
Damit gibt es dann zwei Suchlogiken: Ich suche Ideen, die zu meinem Profil passen, oder ich suche Personen, deren Profil zu meinen Keywords passt. So finde ich Ideen, an denen ich mich beteiligen kann, beziehungsweise Personen, die mir bei der Erarbeitung einer guten Lösung helfen können.
 

Ohne Ihrem Vortrag zu sehr vorgreifen zu wollen - welche Botschaft möchten Sie dem Kongress vermitteln? 

Der Kongress steht unter dem Motto "Wirksam verändern - mittendrin". Ich glaube, dass unser Ideengarten - oder globaler: das kollaborative Entwickeln neuer Ideen und Lösungen, unabhängig von Raum und Zeit - die Zukunft ist, die aber heute schon beginnt beziehungsweise begonnen hat. Das Engagement unserer Beschäftigten in den unterschiedlichsten sozialen Netzwerken zeigt uns sehr deutlich, wie die Kommunikation und das zwischenmenschliche Interagieren "der Zukunft" aussehen. Und darauf müssen wir uns einstellen, uns "wirksam verändern".
 

Was erwarten Sie von der ZI-Konferenz? 

Wie in den letzten Jahren auch: spannende Vorträge, aktives Mitarbeiten und neue Anregungen für das eigene tägliche Geschäft, emotionales Diskutieren mit Gleichgesinnten und branchenübergreifendes Austauschen und Netzwerken. Ich freue mich auf diese drei Tage.
 


changeX 08.03.2013. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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