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Rezension Armin Nassehi: Gesellschaft verstehen
Gesellschaft verstehen. Dazu bedarf es der Einübung eines beobachtenden Blicks. Des Zurück-und-zur-Seite-Tretens. Um an feinen Perspektivenverschiebungen zu demonstrieren, was sich an der Welt ändert, wenn der Blick sich ändert. Der Münchner Soziologieprofessor Armin Nassehi demonstriert’s in seinen brillanten Essays.
Die Zeit der Egomanen ist vorbei - ein Interview mit Horst W. Opaschowski.
Vom Ich zum Wir, das ist keine schnell aufpoppende Zeitgeistströmung, kein fixer Reflex auf die Krise, sondern ein grundlegender Wandel in der Lebenseinstellung der Menschen. Sagt der Gesellschaftsforscher Horst W. Opaschowski. Er verortet Vertrauen, Verantwortung, Verlässlichkeit als Kern eines neuen Gemeinschaftsgefühls auf Gegenseitigkeit.
Funktionale Spezialisierung wird zum Bumerang für moderne Gesellschaften - ein Essay von Josef Naef.
Wir erleben eine immer weiter gehende funktionale Ausdifferenzierung der modernen Gesellschaft. Doch hochgradig spezialisierte soziale Systeme entwickeln einen Tunnelblick. Gemeinsames, Übergeordnetes, Zusammenhängendes verliert an Bedeutung: Werte, Gesellschaft, Gemeinwohl. Nur wenn sie die Sprachlosigkeit zwischen den Systemen überwinden, können moderne Gesellschaften ihre Potenziale entfalten.
Wie eine neue Kontaktgesellschaft aussehen kann – ein Essay von Helmut Saiger.
Rauschte Deutschland in den Staatsbankrott, wir stünden ärmer da als die Griechen. In deren Gesellschaft nämlich hat sich ein sozialer Reichtum erhalten, der hierzulande oftmals erodiert ist: private Netze aus Familie und Verwandtschaft, informelle Tauschbeziehungen, gegenseitige Hilfe. Aber die Ego-Gesellschaft geht vorbei. Unsere Zukunft ist eine neue Kontaktgesellschaft.
„Wir brauchen eine Renaissance des Gemeinschaftlichen!“ – das Interview mit Meinhard Miegel als Video [15:28 min].
Wachstum = Wohlstand. Diese Gleichung geht nicht auf. Zu hoch sind die Nebenkosten des Wachstums wie die sozialen Folgeschäden einer materiellen, individualistischen Orientierung. Unsere Gesellschaft muss sich neu sortieren, fordert Meinhard Miegel. Sie braucht einen neuen Wohlstandsbegriff und eine Renaissance des Gemeinschaftlichen.
„Wir brauchen eine Renaissance des Gemeinschaftlichen!“ – ein Interview mit Meinhard Miegel.
Wachstum = Wohlstand. Diese Gleichung geht nicht auf. Zu hoch sind die Nebenkosten des Wachstums wie die sozialen Folgeschäden einer materiellen, individualistischen Orientierung. Unsere Gesellschaft muss sich neu sortieren, fordert Meinhard Miegel. Sie braucht einen neuen Wohlstandsbegriff und eine Renaissance des Gemeinschaftlichen.
Exit. Meinhard Miegels Streitschrift gegen den Wachstumswahn.
Wirtschaftswachstum führt heute nicht automatisch zu mehr Wohlstand – wenn es denn welches gibt. Und gäbe es Wachstum, die Menschen würden dadurch nicht zufriedener. Offensichtlich ist das Band zwischen Wohlstand und Wachstum gerissen. Für die nachindustrielle Ära braucht es ein neues Modell. Die Frage ist nur, ob es ohne Wachstum auskommt.
Die neuen Spießer. Von der fatalen Sehnsucht nach einer überholten Gesellschaft - das neue Buch von Christian Rickens.
Der Roll-back läuft. Die neue Lust am Althergebrachten ist dabei, die Vormacht im gesellschaftlichen Diskurs zu erobern. Neokonservative klagen über Werteverfall, warnen vor einer kranken Gesellschaft, wünschen die Frauen zurück an den Herd. Ihre Argumentation läuft immer gleich: Die Menschen sind schuld. Doch die haben die Dinge längst selbst in die Hand genommen, sie bilden sich ihre Meinung selbst und suchen sich ihren eigenen Weg. Und werden nicht zulassen, dass das Rad der Individualisierung zurückgedreht wird. Wo Neokonservative die Gesellschaft strammstehen lassen wollen, lautet die richtige Antwort: Rührt euch! /15.11.06
Freakonomics - das neue Buch von Steven D. Levitt und Stephen J. Dubner.
US-Lehrer sind genauso korrupt wie japanische Sumo-Ringer. Die sinkenden Verbrechenszahlen in den USA sind nicht etwa einer besseren Polizeiarbeit zuzuschreiben, sondern einer höheren Zahl an Abtreibungen. Und der Dealer ist in seiner Gang genau das, was auch der Kassierer beim Fastfood-Riesen ist: ein hoffentlich gut funktionierendes Rädchen in einem streng hierarchischen System, in dem wenige Ausgesuchte von Arbeit und Einsatz zahlreicher anderer leben. Ein amerikanischer Wirtschaftsprofessor und ein New York Times-Journalist hinterfragen Wahrheiten des Alltags und werfen sie allesamt über den Haufen.
Eine neue changeX-Serie in 6 Folgen. | Folge 1: Sedna oder die Liebe zum Leben - von Hans-Peter Dürr. |
Jeder hat Bücher, die ihn geprägt oder gar in neue, unbekannte Höhen katapultiert haben. Bücher, an die er sich heute noch erinnert, wenn er gefragt wird: Welches Buch war es denn nun wirklich? changeX-Autoren werden über den Sommer Vertreter dieser besonderen Gattung vorstellen. In der ersten Folge erinnert Peter Felixberger an den Heidelberger Ethnologen Hans-Peter Dürr. Vor allem an sein (leider) vergriffenes Meisterwerk Sedna oder die Liebe zum Leben. Bis heute zehrt er von der wunderbaren Erkenntnis: "Die Liebe zum Leben bedeutet für mich, in den Tag hineinleben zu können, bis man etwas bewegt oder bewegt wird."





