Tückisch. Und vertrackt
"Wicked Problems" nennt man tückische, vertrackte, schwer lösbare, oft globale Problemlagen, die sich durch ihr hohes Maß an Komplexität, Unsicherheit und Mehrdeutigkeit auszeichnen. Armut gehört dazu, das Artensterben, der Klimawandel vor allem. Was die Erderhitzung so tückisch macht, ist das, was sie treibt: exponentielles Wachstum. Genauer: das offensichtliche Unvermögen der Menschheit, die Exponentialfunktion zu verstehen. Woran das Denken meist scheitert: dass unendliches Wachstum zwar mathematisch möglich ist - aber nicht in einer endlichen Welt. Besonders vertrackt ist aber, dass nicht nur die Emission von Treibhausgasen exponentiell wächst. Vielmehr schießt eine ganze Reihe von Wachstumskurven exponentiell nach oben. Der Soziologe Emanuel Deutschmann erkennt darin das bestimmende Merkmal unserer spätmodernen Gesellschaften. Um sein Buch Die Exponentialgesellschaft geht es in unserer vertiefenden Rezension. Und um die Schwierigkeiten, solche tückischen Vertracktheiten zu verstehen.
Es ist ein geradezu ikonisches Bild. Ein Bild, das für die neue Zeit steht, die charakterisiert ist durch ungebremstes Wachstum und rastlose Beschleunigung. Eine Zeit, die wir wahrscheinlich noch gar nicht richtig begreifen. Es zeigt ein Dutzend kleine, einfache Grafiken, jeweils nur X-Achse und Y-Achse, alle mit einer extrem steil ansteigenden Kurve. Jede steht für eine globale Entwicklung in einem bestimmten Bereich, und alle wachsen sie exponentiell. Erstmals veröffentlicht wurde diese Darstellung globaler Wachstumstrends im Jahr 2004. Bekannt wurde sie als "The Great Acceleration Graphs". Eine Aktualisierung erschien 2015. Im einführenden Text heißt es: "Das dominierende Merkmal der sozioökonomischen Trends ist, dass die wirtschaftliche Aktivität der Menschheit weiterhin rasant zunimmt. (…) Die Beschleunigung der Erdsystemindikatoren nach 1950 bleibt deutlich erkennbar."
Von der Schwierigkeit, die Exponentialfunktion zu verstehen
Diese Feststellung gilt nach wie vor. Die Kurven erscheinen heute so steil wie vor 20 Jahren. Der exponentielle Trend ist ungebrochen. Die Exponentialgesellschaft nennt der Soziologe Emanuel Deutschmann deshalb sein Buch, in dem sich eine Variante dieses Bildes findet.
Deutschmanns Buch, erschienen 2025 bei Suhrkamp, erklärt exponentielles Wachstum zum bestimmenden Merkmal unserer spätmodernen Gesellschaften. Es ist ein weiterer Versuch, die neue Form unserer Gesellschaft auf einen Begriff zu bringen. "Mein Vorschlag, die globale Gesellschaft heute als Exponentialgesellschaft zu begreifen", schreibt der Autor, "beruht auf der Beobachtung, dass im 21. Jahrhundert exponentielles Wachstum zentrale Bereiche dergestalt prägt, dass es den Fortbestand dieser Gesellschaft nicht nur in ihrer bisherigen Form, sondern überhaupt infrage stellt."
Und genau hier, mit dem exponentiellen Wachstum, beginnen auch die Schwierigkeiten, diese These zu begreifen. Deshalb stellt der Autor seinem Buch das geläufige Zitat des US-amerikanischen Physikers Albert Allen Bartlett voran: "Die größte Schwäche der Menschheit ist ihre Unfähigkeit, die Exponentialfunktion zu verstehen." Um gegen diese Unfähigkeit anzukämpfen, hat Bartlett seinen Vortrag über die Exponentialfunktion rund 1700 Mal gehalten. Und aus diesem Grund stellt auch Deutschmann eine ausführliche Erläuterung der Exponentialfunktion an den Anfang seines Buchs. Hier kurz referiert: Während bei linearem Wachstum pro Zeiteinheit eine konstante absolute Menge hinzukommt, zeichnet sich exponentielles Wachstum durch gleichbleibende Wachstumsraten aus. Es geht um prozentuale Veränderungen, und weil diese sich "stets auf die im vorherigen Zeitabschnitt bereits gewachsene Bestandsgröße beziehen, kommt es zu immer größeren absoluten Zunahmen". Der Blick konzentriert sich jedoch in der Regel auf die Wachstumsrate, nicht auf die Bestandsgröße. Exponentielle Entwicklungen finden daher "gesamtgesellschaftlich weitgehend unbeobachtet statt". Wie der Klimawandel in seiner Anfangsphase.
Allgegenwärtige Steigerungsdynamik
Das Neue an Deutschmanns Ansatz ist nun, dass er exponentielle Entwicklungen nicht mehr nur nebeneinanderstellt wie im "Great Acceleration"-Modell, sondern die Form dieses Wachstums als Grundmuster gesellschaftlicher Entwicklung begreift. Von einer Exponentialgesellschaft sei dann zu sprechen, schreibt er, wenn drei Kriterien erfüllt sind: wenn erstens "gleich mehrere zentrale Bereiche stark von exponentiellen Entwicklungen geprägt sind"; wenn zweitens "die massiven Veränderungen der Bestandsgrößen fundamentale Bedeutung erlangen und den Status quo herausfordern", also zu krisenhaften Entwicklungen führen; und wenn drittens "die exponentiellen Veränderungen in den einzelnen Bereichen nicht unabhängig voneinander stattfinden". Deutschmann spricht hier von einem "Syndrom der Exponentialität": "Scheinbar getrennte Bereiche sind durch ein engmaschiges Geflecht von Wechselwirkungen zwischen diesen Entwicklungen miteinander verwoben."
Diese miteinander verflochtenen Entwicklungen, der Syndromcharakter, das ist das entscheidend Neue. Hinzu kommt: Der Autor listet nicht nur die üblichen Entwicklungstrends im Erdsystem auf, sondern weitet den Blick. Mehr als achtzig Entwicklungstrends hat er in seine Untersuchung einbezogen, auf die alle, wie er schreibt, das Muster exponentieller Entwicklung zutreffe. Deutschmann identifiziert die exponentielle Entwicklung als eine "allgegenwärtige Steigerungsdynamik". So weicht seine Version der Darstellung von den Great Acceleration Graphs deutlich ab, bei gleichem exponentiellen Erscheinungsbild. So sind auch Faktoren wie die Geldmenge, die Plastikproduktion, die Verbreitung von COVID-19, die Mikroprozessorleistung oder die Zahl akademischer Aufsätze mit aufgeführt.
Als allgegenwärtige Dynamik lasse sich dieses Muster zudem nicht allein auf den Kapitalismus zurückführen, schlussfolgert der Autor: "Der Mehr-bringt-Mehr-Mechanismus ist noch basaler als der Kapitalismus, er kennzeichnet weitere Bereiche, die zwar mit der Wirtschaft verflochten sind, aber zugleich auf diese zurückwirken." Diese spezifische Form des Wachstums ist das zentrale Merkmal der Exponentialgesellschaft. Damit ist allerdings nicht gesagt, dass es nicht zu früherer Zeit bereits exponentielle Entwicklungen gegeben hätte - aber Stagnation und zyklische Rhythmen waren "fast immer der Normalzustand".
Stabilisierung statt Anpassung
Extrem deutlich wird mit der zunehmenden Exponentialität das "zukunftsgefährdende Desaster", das aus dieser Ballung exponentieller Entwicklungen resultiert. Dieses selbstverstärkende Wachstum zu brechen, ist die entscheidende Zukunftsaufgabe. Stabilisierung - nicht Anpassung - identifiziert Deutschmann als "das zentrale Ordnungsproblem unserer Zeit". Damit grenzt er sich sowohl gegenüber Strategien der Anpassung und Resilienz, als auch gegenüber den Ansätzen einer Postwachstumsökonomie ab. Es komme darauf an, "problembehaftete exponentielle Trends zu brechen, sie in nachhaltigere Richtungen umzulenken und auf relativ beständigen Niveaus zu halten", schreibt Deutschmann. Und er will zeigen, dass "eine solche Stabilisierung auch möglich ist".
Stabilisierung bedeute "die nachhaltige Beendigung exponentiellen Wachstums und das anschließende Einpendeln der Bestandsgrößen auf einem relativ gleichbleibenden Niveau". Mit diesem Begriff will der Autor "einen aktiveren, gestalterischen, vielleicht auch hoffnungsvolleren Ton anschlagen", wie er schreibt, "denn bei Stabilisierung nehmen wir die gezielte Änderung der Umstände aktiv in die Hand."
Drei Strategien unterscheidet Deutschmann. Da ist zunächst die "Eigenstabilisierung", was bedeutet, durch das eigene Alltagshandeln zum Bruch exponentieller Entwicklungen beizutragen. Die "Alteri-Stabilisierung" rückt demgegenüber den eigenen Einfluss auf das Verhalten anderer in den Blickpunkt. "Exponentialitätsadaption" schließlich bedeutet, die "Macht der Exponentialität" für die Stabilisierung zu nutzen. Denn Stabilisierung bedeute ja nicht, dass nichts mehr wachsen dürfe. Im Gegenteil: Exponentielle Steigerungen sind gerade notwendig, um andere rechtzeitig zu beenden, argumentiert Deutschmann und verweist auf die sprunghafte Entwicklung im Bereich erneuerbarer Energien und nachhaltiger Technologien und Verfahren. Ein wichtiges Argument, das schon Christian Stöcker in seinem Buch Das Experiment sind wir (2020) stark gemacht hatte: Letztlich, so Stöckers überraschende Wendung, werde es eine Exponentialfunktion sein, die die Erde rettet. Im Kern auch das Argument von Deutschmann.
Ambivalenz auch hier. Und Ambivalenz kennzeichnet auch die Frage der Beschleunigung.
Die dynamische Wucht der Selbstverstärkung
Eindeutigkeit findet sich auch bei formal eindeutigen Funktionen nicht - obwohl die Funktion in der Mathematik gerade durch Eindeutigkeit definiert ist. Das gilt auch für die Exponentialfunktion, dargestellt als Kurve in einem Diagramm mit zwei Achsen, X und Y. Einfacher geht’s kaum. Und doch lässt sich diese simple Darstellung auf zweierlei Weise lesen: mit Blick auf die Zeitachse als große Beschleunigung, mit Blick auf die Messgröße als explosionsartiges Wachstum. Auf der ersten Interpretation fußt die prominent rezipierte These von der "Great Acceleration", die von einer immer größeren Beschleunigung unterschiedlicher globaler Entwicklungen ausgeht. Hier wird exponentielles Wachstum so interpretiert, dass ein gegebener Zuwachs an Menge in immer kürzeren Zeitabständen erreicht wird - Fokus Beschleunigung. Deutschmann hingegen legt den Fokus auf die Menge: das Wachstum der betrachteten Größe. In der Exponentialgesellschaft wachse gerade nicht die Geschwindigkeit, schreibt er, sondern die Bestandsgröße. Entscheidend sei nicht die Beschleunigung, "sondern der quantitative Zuwachs". Kurz gesagt: "Bestandsgrößenwachstum schafft die Grundlage für weiteres Bestandsgrößenwachstum."
Es lohnt, diese Perspektive mit der eines anderen Buches zu verschränken: Die Faltung der Welt, verfasst von Anders Levermann, Leiter der Abteilung Komplexitätsforschung am Potsdam Institut für Klimafolgenforschung. Sein Zugang setzt ein Stück weit tiefer an. Levermann beschreibt die Exponentialfunktion, "die zunächst langsam anwächst, dann aber … explosionsartig zunimmt", als Ausdruck eines grundlegenderen Prinzips: dem der Selbstverstärkung. "Eine Selbstverstärkung liegt vor, wenn eine Menge umso stärker anwächst, je größer sie bereits ist", definiert Levermann und legt damit ebenfalls klar den Fokus auf die Menge. Entscheidend sei "die dynamische Wucht" von Selbstverstärkungsprozessen: "Sie überschreiben innerhalb von kurzer Zeit jeden anderen Prozess, der keiner Selbstverstärkung folgt." Diese Wucht führe dazu, "dass ein Selbstverstärkungsprozess die Entwicklung eines Systems dominiert, weil er immer stärker wird und damit andere Effekte verdrängt".
Um wieder zur Exponentialgesellschaft zurückzukehren: Das primäre Phänomen sei also nicht eine Zunahme der Geschwindigkeit, schreibt Emanuel Deutschmann, sondern die explosionsartige Zunahme der Bestandsgrößen. Denn sie stößt in einer endlichen Welt zwangsläufig an Grenzen. Konkret: an die Grenzen eines auf der Verbrennung fossiler Ressourcen gründenden Wachstums. Diese Unvereinbarkeit von endlichen Ressourcen und unendlichem Wachstum ist der zentrale Konflikt, der in das Modell exponentiellen Wachstums eingebaut ist. Ein Widerspruch zwischen mathematischer Möglichkeit und realer Welt.
Zwei Perspektiven
Und was ist nun mit der großen Beschleunigung? Diese Frage verweist exakt darauf, wie schwer es ist, exponentielles Wachstum wirklich zu begreifen. Der naheliegende Schluss, bei der Annahme einer großen Beschleunigung handele es sich schlicht um eine Fehlinterpretation der Exponentialfunktion (wie Deutschmann das nahelegt) greift wohl zu kurz. Eher geht es um Wahrnehmbarkeit und Anschlussfähigkeit. Bei allen untersuchten Indikatoren handelt es sich um abstrakte Größen, die sich einer unmittelbaren Wahrnehmung entziehen.
So ist die Anreicherung der Treibhausgase (vor allem Kohlendioxid und Methan) in der Atmosphäre ebenso wenig spürbar wie das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts oder der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur. Allenfalls die Zunahme des Flugverkehrs lässt sich noch an der Zunahme von Flugzeug-Kondensstreifen am Himmel ablesen. Ein solches Wachstum als Beschleunigung zu begreifen, fügt sich hingegen ein in eine lebensweltliche Erfahrung, die zudem vielfach als Zeitdiagnose aufgegriffen worden ist. Unter beschleunigtem Wachstum kann man sich etwas vorstellen - mehr als unter einer bloßen Zunahme der Menge, und wachse sie noch so stark.
Offensichtlich handelt es sich somit um zwei Perspektiven. Die zweite geht aus der ersten hervor - aber in dem Moment, wo sie in der Welt ist - also sie jemand einnimmt -, existieren beide unabhängig voneinander.
Eine paradoxe Beziehung?
Genauer: Der Eindruck der Beschleunigung entsteht durch das steile Wachstum der Menge. Gemessen und in der Grafik dargestellt wird die Veränderung der Menge in der Zeit. Erst wenn die Menge stark anwächst, rückt dieses Wachstum in den Blickpunkt, und dann kommt der Faktor Zeit ins Spiel. Denn offenbar geschieht die Mengenzunahme ja in kürzerer Zeit als zuvor. Ist diese zweite Perspektive einmal in der Welt, erscheinen das Wachstum der Menge und die Beschleunigung in der Zeit wie die Bilder in einem Kippbild, zwischen denen die Wahrnehmung hin und her springt. Dabei bleibt die einmal eingenommene Perspektive dominant - ein erneuter Wechsel kommt erst durch einen neuerlichen Anstoß zustande, zum Beispiel, indem der Betrachter seinen Blick auf das Bild verändert.
Das erinnert an die Metapher des "dauerhaften Oszillierens", die Niklas Luhmann verwendet hat, um den Begriff der Paradoxie zu definieren: nämlich als Gegenstand einer Beobachtung, "die den Beobachter zum endlosen Oszillieren zwischen zwei Positionen zwingt". Hilft dieser Gedanke vielleicht weiter, um dieses eigenartige Phänomen der Exponentialität zu verstehen? Ein explosionsartiges Wachstum der Menge auf der einen und eine rasante Beschleunigung auf der anderen Seite bildeten dann zwei unterschiedliche Perspektiven. Zwei Seiten einer Medaille, die, egal wie man sie wendet, immer noch das andere Bild bereithält. Ein Phänomen, das sich nicht ganz begreifen lässt. Oder eben: als paradox.
Zitate
"Die größte Schwäche der Menschheit ist ihre Unfähigkeit, die Exponentialfunktion zu verstehen." Albert Allen Bartlett, amerikanischer Physiker (1923-2013) zum Beitrag
"Mein Vorschlag, die globale Gesellschaft heute als Exponentialgesellschaft zu begreifen", schreibt der Autor, "beruht auf der Beobachtung, dass im 21. Jahrhundert exponentielles Wachstum zentrale Bereiche dergestalt prägt, dass es den Fortbestand dieser Gesellschaft nicht nur in ihrer bisherigen Form, sondern überhaupt infrage stellt." Emanuel Deutschmann: Die Exponentialgesellschaft
"Dem dichten Geflecht langer Interdependenzketten kann niemand gänzlich entkommen." Emanuel Deutschmann: Die Exponentialgesellschaft
"Stabilisierung bedeutet … die nachhaltige Beendigung exponentiellen Wachstums und das anschließende Einpendeln der Bestandsgrößen auf einem relativ gleichbleibenden Niveau." Emanuel Deutschmann: Die Exponentialgesellschaft
"Stabilisierungskapazität definiere ich als die kollektive Fähigkeit, gezielt Maßnahmen zu ergreifen, um problembehaftete exponentielle Trends zu brechen, sie in nachhaltigere Richtungen umzulenken und auf relativ beständigen Niveaus zu halten." Emanuel Deutschmann: Die Exponentialgesellschaft
"Eine Selbstverstärkung liegt vor, wenn eine Menge umso stärker anwächst, je größer sie bereits ist." Anders Levermann: Die Faltung der Welt
"Unser Wirtschaftssystem ist ebenfalls ein Selbstverstärkungsprozess, denn der Grundmechanismus des Kapitalismus ist die Selbstverstärkung." Anders Levermann: Die Faltung der Welt
changeX 23.02.2026. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.
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Quellenangaben
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© Coverabbildung: Suhrkamp Verlag
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© Abbildung: The ‘Great Acceleration’ graphs: "Die Grafiken zur ‚Großen Beschleunigung‘, die ursprünglich 2004 veröffentlicht wurden, um die sozioökonomischen Trends und die Trends des Erdsystems von 1750 bis 2000 darzustellen, wurden nun bis 2010 aktualisiert. (…) Das dominierende Merkmal der sozioökonomischen Trends ist, dass die wirtschaftliche Aktivität der Menschheit weiterhin rasant zunimmt. (…) Die Beschleunigung der Erdsystemindikatoren nach 1950 bleibt deutlich erkennbar." (übersetzt mit DeepL.com) Die Grafiken sind auf der Buchdeckel-Innenseite des Titels Das Experiment sind wir von Christian Stöcker farbig und in deutscher Übersetzung abgebildet.The ‘Great Acceleration’ graphs
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Fundstellen der Zitate: Die Exponentialgesellschaft: 15, 17, 25, 26, 27, 30, 31, 33, 43, 44, 109, 141, 249, 253, 287, 335; Die Faltung der Welt: 22, 24, 26, 30
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Weitere zitierte Literatur: Anders Levermann: Die Faltung der Welt. Wie die Wissenschaft helfen kann, dem Wachstumsdilemma und der Klimakrise zu entkommen, Ullstein Verlag, Berlin 2023, 272 Seiten, 23.99 Euro (D) sowie: Christian Stöcker: Das Experiment sind wir. Unsere Welt verändert sich so atemberaubend schnell, dass wir von Krise zu Krise taumeln. Wir müssen lernen, diese enorme Beschleunigung zu lenken. Karl Blessing Verlag, München 2020, 384 Seiten, 22 Euro (D)
Weitere Informationen
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Originalzitat von Albert A. Bartlett: "The greatest shortcoming of the human race is our inability to understand the exponential function." Artikel zu Albert Allen Bartlett auf Wikipediawiki/Albert_Allen_Bartlett
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Die Metapher des "dauerhaften Oszillierens" (Niklas Luhmann) hat sich unlängst schon einmal als hilfreich erwiesen, um ein Thema als paradox zu bestimmen: Das war in meinem Beitrag "Endlos oszillierend. Vielgestaltig, fluide, unbestimmt - Arbeit ist ein paradoxes Ding" in Anlehnung an das Buch von Timm Richter und Torsten Groth: Zwischen Inszenierung und Invisibilisierung, Systemisches Paradoxiemanagement in Organisationen, Carl-Auer Verlag, Heidelberg 2025.
Zum Buch
Emanuel Deutschmann: Die Exponentialgesellschaft. Vom Ende des Wachstums zur Stabilisierung der Welt. Suhrkamp Verlag, Berlin 2025, 442 Seiten, 32 Euro (D), ISBN 978-3-518-43223-5
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Winfried KretschmerWinfried Kretschmer ist Autor, Redakteur & Macher bei changeX.
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