Auf gleicher Augenhöhe
Ein Gespräch mit Wolfgang Aigner.
Von Winfried Kretschmer
Die Dynamik unseres Lebens fordert uns - und das ist gut so. Aktiv und selbstbestimmt ihr Leben zu gestalten ist das Ziel vieler Menschen. Oft aber braucht es externen Rat. Hilft es, einen professionellen und neutralen Gesprächspartner zu haben, um Ideen zu hinterfragen, Veränderungen zu besprechen und rascher Sicherheit zu gewinnen. Sagt der Coach und Unternehmensberater Wolfgang Aigner. Sein Start-up coachingX bietet professionelles Coaching, das ortsunabhängig, zeitlich flexibel und erschwinglich ist. Das Ziel: Raum für Neues zu schaffen und Ressourcen für selbstgesteuertes Lernen und selbstbestimmtes, selbstverantwortliches Handeln zu mobilisieren. / 20.07.07
Wolfgang AignerWolfgang Aigner ist Unternehmensberater, Coach und Leiter des "Laboratoriums für Möglichkeitsdenken". Sein Telefon-Coaching-Angebot coachingX richtet sich an aktive Lebensgestalter, die ihre Möglichkeitsräume erweitern wollen.
Viele Menschen stecken in Veränderungsprozessen, die sie sehr fordern. Und die oftmals auch an die Grenze dessen gehen, was sie selber bewältigen können. Das Angebot von coachingX ist gedacht für Menschen in Change-Situationen?
Ja. Unser Angebot richtet sich genau an diese Menschen. Ich nenne sie oft Grenzgänger und aktive Lebensgestalter. Grenzen zu ziehen, sie neu abzustecken, neu zu ziehen und das abzusprechen mit anderen, ist für uns alle oft wichtig und notwendig. Wir bieten den Menschen, die zwar wissen, wo sie langwollen, aber ihre Wege noch einmal mit einem neutralen Gesprächspartner auf gleicher Ebene abklopfen wollen, eine praktikable und qualitative Möglichkeit, dies zu tun.
Wie sieht dieses Angebot konkret aus?
Wir setzen auf Telefon-Coaching. Das gibt uns die Möglichkeit, unser Angebot flexibel, kostengünstig und auf hohem qualitativem Niveau anzubieten. Unsere Hauptleistung ist gewissermaßen eine Art Sparring. Ein Ideen-Sparring, das helfen soll, verschiedene Perspektiven zu einem Problem zu gewinnen und selber Möglichkeiten zu entwickeln, mit der Situation umzugehen. Ziel ist es, aus der Enge eine Weite zu machen.
Also die Verengung des Gesichtsfeldes auf eine Perspektive, den berühmten Tunnelblick, aufzubrechen?
Ja. Und zwar so, dass es dem Betroffenen gelingt, mehr eigene Ressourcen zu mobilisieren. Dass er die Kraft entwickelt, das, was ihn einengt und ihm den Blick verwehrt, selbst aufzubrechen - und er so an Handlungsmöglichkeiten gewinnt. Und wieder in die Weite schauen kann. Menschen brauchen eben Raum zum Atmen, Denken und Handeln.
Es wird den Menschen nicht gesagt, was sie tun sollten, sie bekommen keine Empfehlung, sondern es wird der Raum der Möglichkeiten erweitert?
Ja, der Raum der Möglichkeiten wird erweitert. Dabei kann es methodisch durchaus erforderlich sein, dass man zunächst eine harte Gegenposition einnimmt, damit der Mensch die Möglichkeit hat, seine Meinung, seine eigenen Gedanken zu überprüfen. Das meint und leistet unser Sparring. Ganz ähnlich, wie man es aus dem Sport kennt - oder aus der Rhetorik die Figur des Advocatus Diaboli oder des Hofnarren im Mittelalter.
Also durchaus auch provokativ eine andere Sicht auf die Dinge aufzeigen?
Ja, durchaus konfrontieren und provokativ eine andere Perspektive deutlich machen. Und eine Angriffsfläche bieten, die es dem Gegenüber erlaubt, Ideen abzuarbeiten und Stellung zu beziehen. Dabei geht es natürlich nicht um Allmachtsphantasien, Wahrheitsansprüche oder um eine Mission. Die gleiche Augenhöhe ist uns dabei sehr wichtig - methodisch, vor allem aber als echte Haltung.
Warum Telefon-Coaching? Was ist der Vorteil? Dass der logistische Aufwand für ein persönliches Gespräch entfällt, also man keinen Termin machen und nirgendwo hinfahren muss? Der Nachteil ist aber wohl, dass diese Gesprächssituation nicht gegeben ist?
Kurz gesagt: Durch das Medium Telefon können wir eine hohe Qualität kostengünstig anbieten. Und der vermeintliche Nachteil, nicht von Angesicht zu Angesicht zu reden, kann auch ein Vorteil sein: Es gibt keine Ablenkung. Telefon-Coaching erleichtert die Konzentration auf das eigentliche Thema. Zudem sind die Gespräche örtlich und zeitlich äußerst flexibel. Gerade für ein Sparring eignet sich Telefon-Coaching ganz hervorragend, weil es das spontane Kurzgespräch ermöglicht - das schnelle Abklopfen von Ideen und Gedanken. Hinzu kommt ein weiterer Vorteil: Telefon-Coaching ist für viele Menschen leistbar. Persönliches Coaching hingegen ist nur zu recht hohen Kosten zu haben - was sich wiederum viele Leute nicht leisten können.
Coaching auf einer hohen Qualitätsstufe wird erschwinglich, wenn man es via Telefon macht?
Ja, genau. Und ist zugleich flexibler, weil diese Methode eben auch Gespräche ermöglicht, die nur 15 Minuten dauern und nicht eine Stunde. Man kann sich unabhängig von Ort und Zeit auch mal kurz austauschen. Nicht zuletzt erleichtert es uns die Qualitätssicherung und Qualitätskontrolle. Egal ob jemand gerade in München oder Wien ist - er erhält die gleiche Gesprächsqualität.
An wen richtet sich das Angebot nun genau? "Menschen in Veränderungsprozessen" ist ziemlich allgemein ...
Das reicht vom klassischen Fall der Nachwuchsführungskraft über den Berufswechsel oder den Wunsch, Beruf und Familie in Einklang zu bringen, bis hin zu grundlegenden Weichenstellungen im Leben. Oder Fälle, wo Menschen gerade keinen Sinn mehr in ihrem Leben erkennen, also Sinn suchen. Oder sie nicht wissen, ob eine Entscheidung richtig ist oder nicht: ob sie diesen neuen Job annehmen sollen, ob sie sich grundsätzlich beruflich verändern sollen, ob sie sich in die Selbständigkeit trauen sollen - und so weiter. Für all dies und jedweden anderen Fall von Veränderungen eignet sich so ein Sparring gut.
Angenommen, ich fühle mich angesprochen, ich habe ein Problem, ich rufe an - wie geht's dann weiter?
Zunächst würden wir ein Startgespräch führen. Dieses Startgespräch kostet nichts. Es gehört auch nicht zum Coaching, sondern dient uns beiderseits als Filter. Wir würden uns gemeinsam darüber verständigen, ob die Problemstellung zur Leistung passt und umgekehrt; denn Therapiefälle oder Lebensberatung verweisen wir weiter. Wenn die Problemstellung passt und beide Seiten sich auf das Coaching einlassen wollen, wird der erste Termin vereinbart. Der Klient ruft an, und wir führen das Gespräch; die Zeit wird von seinem Zeitkonto abgebucht. Weitere Gespräche werden von Fall zu Fall vereinbart - aber wie gesagt kann man telefonisch auch spontan und kurzfristig reagieren. Das ist ja der Vorteil.
Mittlerweile gibt es ja ein sehr breites Angebot an Coaching. Der Markt boomt. Wie unterscheidet sich coachingX von anderen Angeboten auf dem Markt?
Einerseits gibt es qualitativ sehr gutes Coaching im Topbusiness - allerdings zu sehr hohen Kosten. Unterhalb dieses Levels mangelt es jedoch an qualitativ guten Angeboten. Zudem ist der Markt für den Kunden sehr undurchsichtig - das reicht von ethisch zumindest fragwürdigen manipulativen Coachings über esoterische Angebote bis hin zu sektenabhängigen Coachs. Coachs, die Qualität bieten wollen, tun sich sehr schwer, sich davon abzugrenzen. Unsere Idee war es, Coaching anzubieten, das man sich leisten kann, das aber dennoch einen hohen Qualitätsanspruch hat.
Wie grenzt sich coachingX von solchen Angeboten in diesem unübersichtlichen Markt ab?
Zuallererst, das ist wichtig, wir haben eine klare Werthaltung, die wir auch zum Ausdruck bringen, ohne dabei einem Missionsgedanken zu folgen oder Allmachtsphantasien nachzuhängen. Wie gesagt: Für uns ist das Gespräch auf gleicher Augenhöhe entscheidend. Das heißt, wir wollen kein Klienten-Therapeuten-Verhältnis, und wir lehnen auch suggestive und manipulative Methoden ab. Wir sehen unsere Gesprächspartner als aktive Lebensgestalter, die unser Angebot als eine Trainingsmöglichkeit sehen, um sich fit zu machen. Gleichzeitig werden alle Methoden offengelegt und transparent gemacht. Das heißt, wir reflektieren gemeinsam mit dem Gesprächspartner, was wir tun. Uns ist wichtig, dass er es schafft, aus der Enge herauszukommen, sich ein weites Blickfeld zu erschließen und einen besseren Zugriff auf seine eigenen Ressourcen zu gewinnen. Also Mut zu schöpfen, sich auf den eigenen Lernprozess einzulassen.
Also eine Ermöglichungshaltung?
Ja. Unser wissenschaftliches Fundament ist ganz klar konstruktivistisch geprägt, und die subjektive Freiheit ist ein Wert, der uns enorm wichtig ist. Jeder sieht die Welt auf seine Weise, und in jedem konstruiert sich die Wirklichkeit anders. Wir alle müssen uns über unsere unterschiedlichen Weltsichten verständigen und so Passungen oder Anknüpfungspunkte zu anderen Menschen herstellen.
Coaching kann dabei helfen, seine Weltsicht klarer zu fassen? Und bei dieser Verständigung mit anderen unterstützen?
Jein. Manchmal hilft Coaching, unseren Blick zu weiten, bunter zu machen - uns selbst besser zu sehen. Letztlich müssen wir aber lernen, mit Unklarheiten und mit der Unsicherheit praktisch vernünftig umzugehen und zu leben. Aber Coaching kann helfen, sich selbst zu helfen. Neue Sichtweisen zu gewinnen. Unser Ziel ist es, Menschen zu unterstützen, mutig und lebendig zu sein und neue Möglichkeitsräume zu erobern. Die Intersubjektivität unserer Wirklichkeiten ist zum Überleben notwendig. Hier eine Verbesserung zu erreichen ist uns wichtig.
Winfried Kretschmer ist leitender Redakteur und Geschäftsführer bei changeX.
Kontakt:
coachingX
Wolfgang Aigner, MAS
Krottenseestraße 45
A-4810 Gmunden
Tel.: +43(0) 316 8031 564
Fax: +43 (7612) 9003-1030
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Autor

Winfried Kretschmer
Kretschmer

Winfried Kretschmer ist Chefredakteur und Geschäftsführer von changeX.

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