Den Prozess definieren

Zur ZI-Konferenz Ideenmanagement: fünf Fragen an Emine Meric

"Wirksam verändern - mittendrin" ist das Motto der Jahreskonferenz für Ideenmanagement 2013 in Kassel. In einer Reihe von Kurzinterviews geben die Referenten einen Ausblick auf ihren Vortrag. In Folge 6 Emine Meric von Schaeffler Technologies.

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Emine Meric ist Leiterin Ideenmanagement bei Schaeffler Technologies AG & Co. KG in Herzogenaurach. Auf der ZI-Konferenz Ideenmanagement stellt sie das Praxisbeispiel "Aus drei mach eins - das Ideenmanagement bei Schaeffler Technologies" vor.
 

Frau Meric, "Aus drei mach eins" - das müssen Sie erklären! 

Als ich 2007 im Ideenmanagement bei Schaeffler anfing, gab es allein in Deutschland historisch bedingt drei unterschiedliche Ideenmanagementsysteme der jeweiligen Marken INA, FAG und LuK. Egal ob wir über Prozesse, Regeln, Software, Marketing oder die Betriebsvereinbarung gesprochen haben - es gab kein einheitliches Bild. Der Auftrag lag zunächst ganz klar in der Harmonisierung der drei Systeme in Deutschland. Mit einer tief gehenden Analyse, Überzeugungsarbeit und hoher Transparenz haben wir das geschafft und eine gute Basis für den internationalen Rollout geschaffen.
 

Wie funktioniert das Ideenmanagement bei Schaeffler konkret? 

Bei Schaeffler ist das dezentrale Führungskräftemodell implementiert. Neu eingereichte Ideen gehen immer zuerst zur Führungskraft des Haupteinreichers. Die Entscheidung über die Umsetzung wird dann durch die jeweils zuständige Fachabteilung getroffen. Je nach Einsparungs- und Prämienhöhe sind verschiedene Kontrollinstanzen, wie etwa höhergestellte Führungskräfte oder das Controlling, involviert. Am Ende des Prozesses gibt der Ideenmanager entweder allein oder in der Kommission die Prämie frei.
 

Wie sind Ihre Erfahrungen? 

Das Ideenmanagement funktioniert sehr gut, wenn alle Zielgruppen angemessen eingebunden werden. Dazu gehören bei Schaeffler der Vorstand, der Betriebsrat, die Führungskräfte und natürlich die Mitarbeiter, die ihre Ideen einreichen sollen. Die größte Herausforderung sehe ich in der Einbindung der Führungskräfte und Mitarbeiter als jeweils größte Personengruppe. Es ist wichtig, immer wieder spannende Impulse zu setzen und die Menschen für das Ideenmanagement zu begeistern. Kein noch so ausgeklügeltes Ideenmanagementsystem ist automatisch ein Selbstläufer.
 

Ohne Ihrem Vortrag zu sehr vorgreifen zu wollen - welche Botschaft möchten Sie dem Kongress vermitteln? 

Ich kann Ihnen aus meiner Erfahrung folgenden Tipp geben: Entwickeln Sie einen Prozess nach einer bewährten Methode, die konsequent befolgt und umgesetzt wird. In Kurzform könnte das so aussehen: Definieren Sie am Anfang den Zweck und Umfang des Projektes und stimmen Sie dieses mit Ihrem Auftraggeber ab. Anschließend versuchen Sie anhand von Zahlen, Daten und Fakten, Ihr Problem greifbar zu machen. Sie benötigen brauchbare Messergebnisse (zum Beispiel Durchlaufzeiten oder Klicks in der Software). Analysieren Sie die aktuelle Situation, die Hintergründe dafür und die Beweggründe für den Veränderungswunsch so gut wie möglich. Finden Sie geeignete Multiplikatoren für Ihr Vorhaben und binden Sie diese in unterschiedlichen Phasen der Umsetzung mit ein. Dieses prozessorientierte, konsequente Vorgehen hat sich bei uns bewährt.
 

Was erwarten Sie von der ZI-Konferenz? 

Von der ZI-Konferenz erhoffe ich mir in erster Linie einen guten Austausch mit anderen Ideenmanagern. Wenn ich zusätzlich noch ein paar Anregungen für die Weiterentwicklung unseres Ideenmanagements mitnehmen kann, wäre das super. Ich freu mich drauf!
 


changeX 20.02.2013. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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