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Deutschland und Europa 2020 - Ein Zukunfts-Szenario.
Willkommen in der Zukunft! Netzwerke sind schon wieder "out", denn Netzwerk-Organisationen steigerten den Abstimmungsbedarf und waren damit extreme Zeitfresser. Erfolgreiche Unternehmen definieren sich als Schwärme von Mitarbeitern, die durch gemeinsame Leitbilder zusammen- und auf Kurs gehalten werden. Und was ist mit den Sauriern des Industriezeitalters, den Großkonzernen? Die sterben langsam aus.
Weibliche Lebensentwürfe - ein Frontbericht von Heike Littger.
Sie sind engagiert, gut ausgebildet und stehen mitten im Leben - eigentlich gute Voraussetzungen, um ein prima Dasein zu führen. Wenn da nicht die quälende Frage wäre: Kind oder Karriere - Karriere und Kind? Zum Abschluss unserer kleinen Sommerserie " Zukunft der Familie" wollten wir wissen, wie es unserer Redakteurin Heike Littger in den ersten Monaten ihrer Mutterschaft ergangen ist. Ihr Fazit: Es stimmt tatsächlich. In keinem anderen Land bekämpfen sich Frauen mit Mitte Dreißig so vehement wie in Deutschland. Doch das ist gut so, denn der Weiberkrieg schärft die Sinne und macht stark für den lang ersehnten Wandel.
Familien in Deutschland: Wie man Kinder und Job unter einen Hut bringt - ein Zwischenruf von Anja Dilk.
Noch immer ist Kindererziehung in Deutschland Frauensache. Die Männer stürzen sich in die Arbeit, wenn die Kinderlein kommen. Damit es nicht zu arg auffällt, gehen alle Beteiligten damit emanzipiert und aufgeklärt um. Schluss mit der Heuchelei, fordert unsere Redakteurin Anja Dilk. Sie weiß, wovon sie redet. Denn sie stand mit ihrer Kleinfamilie ebenfalls vor der Entscheidung. Die Dilks haben einen Weg gefunden. Ihr Appell: Weniger quatschen, etwas tun! Damit Frauen trotz Kinder arbeiten können. Eines ist klar: In Ländern, wo mehr Frauen arbeiten, werden mehr Kinder geboren. Hierzulande haben das erst wenige kapiert.
Family Business - eine neue Studie von Lars Feldmann aus der Trilogie zur Zukunft von Mann, Frau und Familie.
Familie ist längst mehr als Papi im Büro und Mama zu Hause. Nur noch ein Viertel aller deutschen Haushalte entspricht dieser Norm. Familie entdeckt neue Modelle: von der Patchwork-Familie bis hin zur Matrixfamily. Lebensplanung heute lautet vielerorts: zuerst Karriere, dann Familie. Diese wird geplant wie ein Projekt im Job. Das Kinderkriegen rutscht nach hinten. Und dann ist es meistens zu spät. Man will oder kann nicht mehr. Und die weiteren Aussichten sind auch nicht besser: Frauen wollen mehr arbeiten, Männer nicht nach Hause, Kinder müssen funktionieren und in der Schule Karriere machen. Der Druck auf alle wächst. Zeit und Geld schwinden. Dienstleister nutzen diese Schwachstellen. Das Family Business hat gute Prognosen.
Familie und Beruf unter einen Hut kriegen. Ein Gespräch mit Christian Leipert, was zu tun ist.
In Feiertagsreden immer wieder gerne gehört: Kinder sind unsere Zukunft. Doch wenige hören richtig zu. Die Geburtenzahlen sinken, die Gesellschaft vergreist. Kein Wandel in Sicht. Zumal die Altersrente Kinderkriegen bestraft und die Kinderlosen belohnt. Diese können voll arbeiten und Kapital ansparen. Ein Holzweg, sagt Christian Leipert. Sein Thema: Familienförderung neu denken. Mehr Elternzeit, mehr Elterngeld, eine Kinderkasse. Also Leute: Kinder kriegen! Die Politik sorgt für die finanziellen Polster - damit die Eltern sich selbst verwirklichen können.
Ein Interview mit Arlie Russell Hochschild über die Liebesbeziehung Mensch / Büro.
Sabbatical, Job-Sharing, Teilzeit: Immer mehr Unternehmen bieten ihren Mitarbeitern Möglichkeiten an, ihren Beruf flexibler zu gestalten - doch sie werden kaum in Anspruch genommen. Arlie Russell Hochschild wollte wissen warum und interviewte für ihr neues Buch 130 Arbeitnehmer - vom Manager bis zum Fließbandarbeiter. Ihr Ergebnis: Die Familie bietet kaum noch Halt. Das Büro wird zum Auffangbecken sozialer Wünsche. Annette Jensen traf die amerikanische Soziologin in Berlin.
Familienleben hat Zukunft - ein Essay von Gundula Englisch.
Wer Kinder haben will, entscheidet sich zumindest hierzulande für die wohl teuerste und gewagteste Anschaffung seines Lebens. Dennoch steht die Familie vor allem bei den jungen Menschen hoch im Kurs. Anstatt auf Vater Staat zu warten, haben sie für sich ein neues, zeitgemäßes und funktionierendes Familienmodell entdeckt: lockere, dynamische Beziehungsnetze, die weit über die engen territorialen, mentalen und sozialen Grenzen der bürgerlichen Kleinfamilie hinausgehen. Nur ewig Gestrige können diese Entwicklung als soziale Katastrophe beklagen.
Ein Gespräch mit Gisela Erler über Gleichberechtigung, Partnerschaft und Familie.
Hohe Scheidungsraten, immer mehr Singles und immer weniger Kinder - scheint im Zeitalter der Mobilität und Flexibilität die altgediente Lebensform Familie aus der Mode zu kommen? Gisela Erler antwortet mit einem entschiedenen Nein. Das Einzige, was passiert: Die bürgerliche Kleinfamilie wird von einem neuen Modell abgelöst. Von einem changierenden Beziehungsgeflecht, das so instabil und beweglich ist, so anstrengend und so chancenreich wie die Welt, in der wir leben.
Hausfrauen sind out - endlich hat das auch der Staat begriffen.
"Elternzeit" heißt der Erziehungsurlaub seit neuestem. Die frisch gebackenen Mütter und Väter können ihn jetzt sogar gleichzeitig und in mehreren Abschnitten nehmen. Diese und andere Gesetzesänderungen sollen es möglich machen, Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bringen. Denn daheim bleiben will kaum noch eine Frau. Nicht immer ist der Spaß am Beruf ausschlaggebend, es hat auch finanzielle Gründe, dass Mütter so schnell wieder in den Job einsteigen und dass Männer bisher nur sehr selten mit dem Nachwuchs daheim bleiben.
Einblicke in die weibliche Lebens- und Arbeitswelt von morgen.
Die Erfolgsfaktoren der neuen Ökonomie entsprechen viel eher weiblichen als männlichen Stärken und Neigungen. Die Männerwelt des Industriezeitalters zerfällt, die Lebens- und Arbeitswelt von morgen wird weiblich geprägt sein. Das erfordert von beiden Geschlechtern einen Lernprozess. Männer müssen ihr Dominanzstreben aufgeben, aber beide Geschlechter verlieren Bequemlichkeiten, Besitzstände und Sicherheiten. Es gilt, mit Unsicherheit zu leben und Vertrauen zu entwickeln.





