Ein Stück Einsicht
Buddha und der Manager - das neue Buch von Werner Schwanfelder.
Von Nina Hesse
Können Weisheiten aus dem Reich der Mitte im hektischen Manager-Alltag nützlich sein? Ja, wenn man sich für sie öffnet und bereit ist, sie auf das eigene Leben und die eigene Arbeit anzuwenden. Werner Schwanfelder erzählt die Geschichte einer Führungskraft, die diese Einsichten dringend nötig hat - und sie im rechten Moment findet ...
China ist bei der Wirtschaft "in", und fernöstliche Weisheit war eigentlich nie "out". In Buddha und der Manager strickt Werner Schwanfelder das alles in eine Erzählung um einen frustrierten Manager, der sich bei einem geschäftlichen Besuch in China in ein buddhistisches Kloster verirrt. Dort begegnet er einem uralten Mönch - und lässt sich von ihm inspirieren. Nach einem vergeblichen Anlauf schafft er es tatsächlich, seinen Arbeitsstil zu ändern und die Probleme mit sich selbst, seinem Team und seinen chinesischen Verhandlungspartnern zu lösen.

Sinnsprüche mit prompter Wirkung.


29 buddhistische Weisheiten vermittelt Schwanfelder in seinem Buch, alle kalligrafisch schön aufbereitet und am Schluss noch einmal zum Nachschlagen zusammengefasst. Es sind jeweils nur wenige Sätze, aber wer sich die Zeit nimmt, über sie nachzudenken, der findet in ihnen vielleicht mehr Erkenntnisse als im neusten fetten Business-Ratgeber aus den USA. Denn es sind sicher nicht mehr Rationalisierung, Shareholder-Value und Prozess-Tools, die im Manager-Alltag fehlen, sondern Weitsicht und Klugheit.
Doch es wäre sinnvoller gewesen, auf die Rahmenhandlung zu verzichten und das Thema als schlichtes Sachbuch aufzugreifen (wie es beispielsweise das ebenfalls stark buddhistisch beeinflusste Wissen ist machbar von Kai Romhardt vormacht). Denn so richtig überzeugen kann die Story nicht, sie wirkt eher bemüht statt anrührend. Was Hauptfigur Peter Ziegel als Manager falsch macht, ist offensichtlich und ziemlich dick aufgetragen. Sein Gegenpol, der buddhistische Mönch, gibt ausschließlich kleine Sinnsprüche von sich, zu einem Gespräch kommt es praktisch nicht - als Mensch bleibt der alte Weise sehr abstrakt. Normalerweise genügt das für echte Einsicht nicht, sonst wären sämtliche Psychologen und Coachs arbeitslos. Trotzdem verinnerlicht und begreift Hauptfigur Peter Ziegel seine Kloster-Lektionen sofort, zügig wandelt er sich vom Saulus zum Paulus. Zwar zieht ihn das Alltagschaos im heimatlichen Unternehmen zunächst schnell wieder in die alte (schlechte) Routine, aber ein weiterer Besuch im Kloster richtet auch das.

Kernbotschaft Respekt.


Das Beeindruckendste an Buddha und der Manager ist die Kernbotschaft des Mönches, die aus seinen übrigen kleinen Weisheiten hervorsticht: "Habe Respekt vor dir selbst, habe Respekt vor anderen, und schließlich: Habe Respekt vor all deinen Handlungen und trage die Verantwortung für sie." Ein simples Rezept - aber es könnte nicht nur zu Erfolg verhelfen, sondern auch zu einer menschlicheren Arbeitswelt beitragen.

Nina Hesse ist freie Mitarbeiterin von changeX.

Werner Schwanfelder:
Buddha und der Manager,
Campus Verlag, Frankfurt/New York 2006,
96 Seiten, 9.90 Euro,
ISBN 3-593-37930-9
www.campus.de

© changeX Partnerforum [11.04.2006] Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.


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