Wenig hilft auch
Mit Mikroförderungen unterstützt die Arcandor AG lokale Projekte in Nordrhein-Westfalen.
Von Florian Michl
Es müssen nicht immer große Summen sein. Auch kleine Beträge können etwas bewirken. Das ist die Idee einer besonderen Form der Förderung lokaler Initiativen in Nordrhein-Westfalen: Mikroförderung will einen Anschub geben, damit Projekte auf eigenen Beinen stehen können. Ganz im Sinne von Nachhaltigkeit.
Im Teutoburger Wald mit GPS-Gerät
Im Teutoburger Wald mit GPS-Gerät: Wissenswertes in multimedialer Form. (Foto: ecmc GmbH)
Steil und schroff ragen die grauen Blöcke in die Höhe, fast 50 Meter dem Licht entgegen. 120 Millionen Jahre sind sie alt. Sie bildeten einst den Grund eines Ozeans: die Externsteine, die durch erdgeschichtliche Verwerfungen im Teutoburger Wald entstanden sind und um die sich heute sagenumwobene Geschichten ranken. Diese Steine und andere Sehenswürdigkeiten des Teutoburger Waldes stehen im Mittelpunkt eines GPS-Erlebnispfades, den das auf innovatives Umweltmanagement spezialisierte Unternehmen World Habitat Society entwickelt hat: Wanderer erhalten über ein Satellitennavigationssystem (GPS) und einen kleinen Taschencomputer (PDA) multimediale Informationen zum Teutoburger Wald - abhängig davon, wo sie sich gerade befinden. Von Filmen über Hörgeschichten und Bilder bis hin zu Texten reicht das Angebot. So erfahren die Besucher mehr über die Landschaft mit ihren sumpfigen Wäldern und den kleinen Schlössern und Ritterburgen darin, und natürlich auch über die mächtigen Externsteine.
Das Projekt "GPS-Erlebnispfade im Teutoburger Wald" ist ein Projekt von insgesamt 450, die im Rahmen der Initiative "NRW denkt nach(haltig)" entwickelt wurden. Deren Ziel ist es, die Vielfalt nachhaltigen Handelns sichtbar zu machen. "Unsere Initiative möchte motivieren, aufrufen und überzeugen, selbst tätig zu werden", sagt Annette Schneider vom Europäischen Zentrum für Medienkompetenz (ecmc), das die Federführung innehat. Knapp 450 Veranstaltungen hat Schneider 2008 koordiniert - elf davon hat die Arcandor AG durch eine sogenannte "Mikroförderung" in Höhe von jeweils 250 Euro unterstützt. Die Bezeichnung erinnert an die Mikrokredite, für die der pakistanische Ökonom Muhammad Yunus den Friedensnobelpreis erhalten hat. Die Grundidee ist ähnlich: Auch kleine Beträge können etwas bewirken: eine Existenz begründen, wie in Entwicklungs- oder Schwellenländern, oder einem Projekt den nötigen Anschub geben. Wie bei NRW denkt nach(haltig).

Nachhaltigkeit betrifft jeden.


Wo sind wir bloß?
"Wo sind wir bloß?" - Lagebesprechung dreier Wanderer. (Foto: World Habitat Society)
"Es geht uns um Vielfalt statt Einfalt", erläutert Alexandra Hildebrandt, Leiterin Gesellschaftspolitik bei der Arcandor AG das Engagement des Unternehmens: "Mikroförderungen können dazu beitragen, Diversity zu fördern und unsichtbare Barrieren in Business- und Lebenswelten zu überwinden." Zudem würden Mikroförderungen gleichzeitig auf das regionale Engagement verweisen - auf das "gleichzeitige Daheim- und In-der-Welt-Sein, auf Knotenpunkte im globalen Netzwerk".
Dementsprechend bunt ist das Programm, das die Arcandor AG fördert. Zum Beispiel das Schulprojekt "Afrikanissimo", das auch mit einem Preis ausgezeichnet wurde: In dessen Mittelpunkt steht die politische, gesellschaftliche und kulturelle Realität Afrikas. Dazu haben Schüler eine drei mal drei Meter große 3-D-Landkarte des Kontinents erstellt, Vor- und Nachteile von Fair-Trade-Produkten bewertet und erste Ausflüge in die landesübliche Musik unternommen. Ein anderes Projekt setzt sich mit dem Ökostrom auseinander und geht der Frage nach: "Wie viel Öko ist eigentlich drin?" Und die Aktionsgemeinschaft Friedenswoche in Minden e. V. baut seit 2002 gemeinsam mit Schülern, Studenten und Erwachsenen an einem "Eine-Welt-Dorf", das die sozialen, ökonomischen und kulturellen Unterschiede der Welt thematisiert. Der behutsame Umgang mit der Natur darf dabei auch nicht fehlen: Nisthilfen, ein Schulgarten sowie Solarenergie demonstrieren Kindern und Jugendlichen einen nachhaltigen Lebensstil. Gemeinsam ist allen Projekten eine Botschaft: Nachhaltigkeit betrifft jeden. Deshalb gibt jedes der Projekte den Teilnehmern Wissens- und Gestaltungskompetenzen mit auf den Weg, die ein nachhaltiges Leben unterstützen sollen: Indem sie weltoffenes Wissen aufbauen und dabei neue Perspektiven integrieren. Indem sie helfen, vorausschauend zu denken und zu handeln. Und schließlich, indem sie dazu befähigen wollen, gemeinsam mit anderen zu planen und zu handeln.

Entscheidend: Medienkompetenz.


"Medienkompetenz nimmt dabei eine ganz entscheidende Rolle ein", betont Annette Schneider. Denn oft seien die notwendigen neuen und nachhaltigen Strukturen vorhanden - es wisse nur niemand davon. "Jeder arbeitet für sich alleine und grenzt sich zu anderen ab, man nimmt sich gegenseitig nicht zur Kenntnis." Daher sei es ernorm wichtig, die Informationen überhaupt zugänglich zu machen und zu vernetzen. Zumal sich nachhaltige Konzepte nicht auf eine Region beschränken, sondern auch der internationalen Zusammenarbeit bedürfen. Hier werde Vernetzung noch wichtiger. Dank der Partnerschaft mit der Arcandor AG sei aber auch das möglich. Denn die leiste nicht nur finanzielle Unterstützung für die Projekte, sondern bringe auch ihre Erfahrungen und Kontakte aus der ganzen Welt mit ein, sagt Annette Schneider. Auch so erweitert sich der Horizont, nachhaltig.

Florian Michl ist freier Mitarbeiter bei changeX.

 

Das Projekt NRW denkt nach(haltig)

Die Vereinten Nationen haben die Weltdekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung 2005-2014" ausgerufen. In Deutschland ist die Deutsche UNESCO-Kommission für die Koordination der Aktion zuständig. Auftraggeberin des Projektes NRW denkt nach(haltig) ist die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalen. Durchgeführt wird es von der ecmc Europäisches Zentrum für Medienkompetenz GmbH. Kooperationspartner ist das NaturGut Ophoven. Auch 2009 fördert die Arcandor AG die Initiative. Bis zum 30. Juni können sich Projekte um eine Mikroförderung bewerben. Darüber hinaus vergibt das Unternehmen wieder Preise für herausragende Projektideen. In Kürze erscheint eine Broschüre über NRW denkt nach(haltig).

www.nrw-denkt-nachhaltig.de
www.interaktive-erlebnispfade.de
www.friedenswoche-minden.de/bin/ewd.001_home.html
Übersicht über die Gewinner 2008 >>

 

Kontakte:
Arcandor AG
Dr. Alexandra Hildebrandt
Leiterin Gesellschaftspolitik
Theodor-Althoff-Straße 2
D-45133 Essen
Tel.: +49 (0)201/727-96 62
Fax: +49 (0)201/727-69 96 62
alexandra.hildebrandt@arcandor.com
www.arcandor.com

ecmc Europäisches Zentrum für Medienkompetenz
Annette Schneider
Projektleiterin - Beratung & Management
Bergstraße 8
45770 Marl
Tel.: +49 (0) 2365 9404-37
Fax: +49 (0) 2365 9404-29
schneider@ecmc.de
www.ecmc.de

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Florian Michl
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Florian Michl schreibt als freier Autor für changeX.

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