Die changeX-Bestenliste April 2011
Die Buchempfehlungen der changeX-Redaktion April 2011
Alles neu macht der - nun ja, April. Wo sich der Frühsommer schon zeigt, bevor der Mai Einzug gehalten hat, darf sich unsere Bücherliste nicht verweigern. Sie präsentiert sich in (fast) komplett neuer Bestückung. Was wiederum nicht heißt, dass für den Mai nicht noch Neues zu erwarten wäre. Aber bis dahin erst mal das hier ...
Brigitte Witzer
Warum rationaler Umgang mit Risiken in die Irre führt - und manchmal in die Katastrophe
Risiken sind emotional. Und rational nicht zu bewältigen. Sie emotional zu nehmen aber ist vollkommen vernünftig - rational im besten Sinne. Risikointelligenz nennt Brigitte Witzer das. Risikointelligent handeln heißt kreativ und kritisch mit Risiken umgehen und sie als persönliche Herausforderung annehmen. Solch intelligenten Umgang mit Risiken begreift die Autorin wiederum als treibende Kraft in unserem Leben. Das Buch zur Atomkatastrophe in Japan. Aber ein Buch, das darüber hinausweist. zum Interview
Eine neue Balance von Markt und Staat
Michael Hüther
Platz 6 Bücher des Jahres 2011 | Staatliche Aufgaben neu denken
Krisen sind normal, die wirkliche Herausforderung für Wirtschaft, Gesellschaft und Ökonomen liegt dazwischen: in der Gestaltung der Normalität. Durch Ordnungspolitik. Das ist, kurz umrissen, die These des neuen Buches des Ökonomen Michael Hüther, in dem er sich gegen den reflexhaften Ruf nach staatlicher Intervention wendet. Für Hüther ein ökonomischer Sündenfall. Denn diese Lehre reduziert nicht nur ein komplexes Wechselverhältnis auf ein einfaches Rezept. Sie hindert auch daran, grundsätzlich darüber nachzudenken, was staatliche Aufgaben heute eigentlich sind. Eben das tut Hüthers Buch auf ziemlich kluge Weise. zur Rezension
Hermann Simon
Aufforderung zum Selberdenken - und zum Umsetzen
Beschleunigte Globalisierung, stärkere Einflussnahme der Politik, engere Verzahnung von Management und Kapital, tektonische Verschiebungen in der Produktwelt, nachhaltig verändertes Kundenverhalten und totale Vernetzung. Das sind die sechs Wirtschaftstrends der Zukunft. Sagt Hidden-Champions-Entdecker Hermann Simon. Und warnt zugleich: "Glauben Sie nicht an Trends". Ein Buch mit einer Fülle von Aha-Erlebnissen, die die Lektüre lohnend machen. zur Rezension
Der magische Moment in persönlichen Begegnungen
Ori Brafman, Rom Brafman
Wie wir die Magie der unmittelbaren Vertrautheit nutzen können, um die Qualität unserer Beziehungen zu verbessern
Wir überlassen die Gestaltung von Beziehungsqualität oftmals dem Zufall. Das ist die These von Click. In ihrem neuen Buch gehen Ori und Rom Brafman der Frage nach, wie jenes Gefühl unmittelbarer Nähe und Vertrautheit entsteht, das Beziehungen auf Dauer mit besonderer Tiefe versieht. Und zeigen, wie man dieses Wissen nutzen kann, um Arbeitsbeziehungen intensiver und fruchtbarer zu gestalten. Ein optimistischer Blick in eine Zukunft aktiv gestalteter Beziehungen. zur Rezension
Warum unser System in der Krise steckt - und was sich ändern muss, damit wir morgen besser leben
Eike Wenzel
Retten wir die Zukunft - vor der Gegenwart
Dieses Buch ist ein Abschied. Eike Wenzel, bislang Mitarbeiter am Zukunftsinstitut von Matthias Horx und bis 2010 Chefredakteur des von Horxens Institut herausgegebenen Zukunftsletters, geht eigene Wege. Und sucht den Neuanfang - mit neuem Institut und in Abgrenzung von dem, was er als "intuitive Trendforschung" bezeichnet. Oder als "Entertainmentabteilung des Neuen Marktes". Trendforschung eben, wie wir sie kennen. Ihr Erbe aber wirkt fort, vor allem in dem Gestus, Zukunft im Kaffeesatz des Gegenwärtigen lesen zu wollen. So ist in Wenzels Buch sehr viel (und nicht unbedingt Falsches) über die Gegenwart zu lesen. Aber nur sehr wenig über die Zukunft. Aber vielleicht hat sie sich nur vor dem Buchtitel furchtbar erschrocken ... Ausführliche Rezension folgt in Kürze. zur Rezension
Was Sie schon immer über die Wirtschaft wissen wollten, aber bisher nicht erfahren sollten
Norbert Häring
Generalabrechnung mit dem ökonomischen Mainstream
Vollständige Rationalität, freies Spiel der Marktkräfte, der Mensch ein egoistischer Nutzenmaximierer - offensichtlich hat sich der ökonomische Mainstream in einem Theoriegebäude verschanzt, das den Blick zur Wirklichkeit verstellt. Annahmen und Aussagen der Theorie sind selbstbezüglich geworden und haben mit Mensch und Wirtschaft nicht mehr viel gemein. Norbert Häring mistet aus. Und bringt einen Faktor zurück ins ökonomische Spiel, den die neoklassische Theorie vollkommen aus dem Blick verloren hatte: Macht. zur Rezension
Stéphane Hessel
Politik in erster Person
Dieses kleine Büchlein gehört in unsere Bestenliste. Unbedingt. Denn es bringt ein neues Verständnis von Politik zum Ausdruck, das sich über Jahrzehnte des Protests entfaltet hat: Die überkommene Stellvertreterpolitik sieht sich konfrontiert mit einem wachsenden Willen zu direkter Partizipation, zum Sicheinmischen, zum Teilhaben. Zur Politik in erster Person. Das Geheimnis des Erfolgs dieser kleinen Schrift ist, dass sie diesen Nerv getroffen hat. Dass sie ein unmittelbares Verständnis von Politik artikuliert, das sich in der Gesellschaft mehr und mehr ausbreitet. Und dass Stéphane Hessel dafür steht. Als Person. zur Rezension
Die Zukunft des globalen Kapitalismus
Karl-Heinz Paqué
Wachstum, richtig verstanden
Ohne Zweifel: Wachstum ist in die Kritik geraten. Die Forderung nach einem Abschied vom "Wachstumswahn" zieht Kreise in unserer Gesellschaft. Eine Abkehr vom Wachstum scheint Antworten bereitzuhalten auf Klimawandel wie auf die drohende Verknappung natürlicher Ressourcen. Falsch!, erschallt nun ein scharfer Zwischenruf des Magdeburger Volkswirtschaftsprofessors Karl-Heinz Paqué. Er kommt zu einem völlig anderen Ergebnis als die Wachstumskritiker: "Wachstum - richtig verstanden - ist nicht der falsche Weg. Im Gegenteil, es ist der einzige Weg, wie überhaupt im Weltmaßstab die großen Ziele der Menschheit erreicht werden können." Wachstum sei nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch moralisch geboten, sagt Paqué. Er definiert Wachstum vor allem als "Wachstum des Wissens" und gibt dem Begriff damit eine neue - zeitgemäße - Interpretation, ohne diese freilich zu vertiefen. Dennoch bringt Paqués Zwischenruf einige wichtige Korrekturen in die Debatte. Und wirft Fragen auf: Reden Kritiker und Befürworter überhaupt über dasselbe? Geht es wirklich um ein Entweder-oder: Wachstum ja oder nein? Oder nicht eher darum, welches Wachstum und wo? Richtig verstandenes Wachstum also? zum Interview
Was Sie wirklich motiviert
Daniel H. Pink
Wirtschaft braucht ein neues Betriebssystem: Motivation 3.0
Es ist klasse, wie klar Daniel H. Pink die entscheidenden Treiber des Wandels zu einer neuen Wirtschaft herausarbeitet und diesen auf den zentralen Punkt hin zuspitzt: Das alte Betriebssystem, wie er es nennt, passte auf die alte industriegesellschaftliche Welt. Auf die neue Wirtschaftswelt passt es nicht mehr. Sie verlangt ein neues Betriebssystem. Eines, das nicht länger von veralteten und ungeprüften Vorstellungen über menschliche Motivation ausgeht. Sondern auf der Höhe der Zeit ist und Menschen so beschreibt, wie sie sich empfinden. Und wie sie arbeiten wollen: eigenmotiviert, selbstbestimmt und miteinander verbunden. zur Rezension
Strategien für den globalen Mittelstand
Tim Cole, Gunter Denk
Reiseführer in Richtung Wachstumsmärkte
Dieses Buch bietet einen klaren Perspektivwechsel an: Asien nicht als Produktionsstandort, sondern als Absatzmarkt. Und es richtet sich wohlgemerkt nicht an "die Großen" (die ja schon vormachen, wie das geht, siehe die Autobauer), sondern an den Mittelstand. Der Ratgeber von Tim Cole und Gunter Denk zeigt neue Entwicklungsmöglichkeiten im Fernen Osten auf und bietet detaillierte Informationen über die einzelnen Länder - gewissermaßen ein Reiseführer in Richtung Wachstumsmärkte. Die Empfehlung: Statt sich im Verdrängungswettbewerb zu verschließen, ist es besser, "in neuen Absatzmärkten organisch mitzuwachsen". zur Rezension
Innovation lernen - Ideenwelten öffnen
Hasso Plattner, Christoph Meinel, Ulrich Weinberg
Klarheit für neues Denken
Seit Hasso Plattner zusammen mit Christoph Meinel und Ulrich Weinberg, dem Geschäftsführer und dem Leiter der School of Design Thinking am Hasso-Plattner-Institut (HPI), vor zwei Jahren Design Thinking in einer aufwendig gestalteten Buchpublikation einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt hat, hat sich viel getan. Design Thinking ist in aller Munde. Zeit, an das Buch zu erinnern, das eine fundierte Einführung in diesen Innovationsprozess bietet. Denn: Denken braucht Freiraum in jeder Hinsicht. Aber auch methodische Klarheit. Die bietet Design Thinking. zum Report
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