Die Shortlist

Grundlage der Wahl zum Buch des Jahres: die elf wichtigsten Bücher 2016

 

Das Prozedere: Unsere Jurymitglieder wählten aus den changeX-Buchempfehlungen des Jahres eine Shortlist der wichtigsten Titel aus. In einer Jurysitzung via Skype diskutierten wir dann die Titel dieser Nominierungsliste und kürten das Buch des Jahres. Hier die Shortlist.

Die ungleiche Welt
Ungleichheit, global und komplex

Branko Milanović: Die ungleiche Welt. Migration, das Eine Prozent und die Zukunft der Mittelschicht. Suhrkamp Verlag, Berlin 2016, 312 Seiten, 25 Euro, ISBN 978-3-518-42562-6

r > g. Diese Formel hat einigen Staub aufgewirbelt. Mit ihr nämlich suchte Thomas Piketty, die wachsende Ungleichheit zu erklären. r bezeichnet die Kapitalrendite, g steht für das Wirtschaftswachstum. Wenn immer r größer ist als g, nehme die Ungleichheit zu, so Piketty, dessen Bestseller Das Kapital im 21. Jahrhundert maßgeblich dazu beigetragen hat, das Thema Ungleichheit wieder auf die Agenda zu setzen. Gleichwohl, sein Modell war vielleicht doch zu simpel. Offenbar muss man genauer hinschauen. Wie Branko Milanović. Er zeigt auf Grundlage langer haushaltsbasierter Datenreihen zu Einkommen und Vermögen: Die Verhältnisse sind recht komplex. So ist zwar der Abstand zwischen armen und reichen Staaten geschrumpft, das Gefälle innerhalb einzelner Nationen aber dramatisch gewachsen. Auch ist die Beziehung zwischen Durchschnittseinkommen und Ungleichheit nicht stabil, sondern ändert sich im Zeitverlauf und abhängig davon, ob die Einkommen eher stagnieren oder stetig wachsen. Auch gibt es Kräfte, die der Ungleichheit entgegenwirken, sowohl bösartige (Kriege, Naturkatastrophen, Epidemien) als auch gutartige (Bildung, erhöhte Sozialtransfers, progressive Besteuerung). Auf nationaler Ebene lässt sich also sehr wohl regelnd eingreifen. Doch ist Ungleichheit ein globales Phänomen. Und da ist Milanović skeptisch: "Die Erträge der Globalisierung werden weiterhin nicht gleichmäßig verteilt werden."
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Wachstum geht anders Pfeil der Komplexität

César Hidalgo: Wachstum geht anders. Von kleinsten Teilchen über den Menschen zu Netzwerken. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2016, 288 Seiten, 25 Euro, ISBN 978-3-455-50308-1

Die Welt als kristallisierte Imagination, als Information zu begreifen - dieser Gedanke ist sehr nah bei dem Hans Christoph Binswangers, die Welt auch als geistige Substanz zu sehen. Und wie Binswangers Essay beginnt auch dieses Buch beim Universum, seiner Entstehung und seiner Entwicklung. Es beginnt mit einem Paradox: Während im auseinanderstrebenden Universum die Entropie zunimmt, beobachten wir zugleich, wie sich überall um uns herum Ordnung verstärkt, in der Natur ebenso wie in den von Menschen gebauten Systemen. Während also das Universum seit dem Urknall unaufhaltsam der Unordnung entgegensteuert, hat es "doch zugleich Nischen produziert, in denen riesige Mengen physikalischer Ordnung - oder Information - konzentriert sind", schreibt der chilenischstämmige MIT-Professor César Hidalgo in seinem Buch Wachstum geht anders. Trotz des anspruchsvollen Themas (und des seltsamen deutschen Titels) ist es ein furioses Werk, atemberaubend und zugleich so klar geschrieben (und übersetzt), dass es eine Freude ist, darin zu lesen. Hidalgos Idee ist es, die Geschichte des Universums nicht auf den Zeitpfeil zu fokussieren, sondern auf den Pfeil der Komplexität: das Wachstum von Information (was sich zugleich als Hinweis lesen lässt, dass Komplexität noch längst nicht in Gänze verstanden ist). Mit diesem Ansatz verbindet Hidalgo die Entstehung von Leben mit dem Wachstum von Volkswirtschaften und die Entstehung von Komplexität mit den Ursprüngen des Wohlstands. Spannend!
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NEIN Appell zum Selberdenken

Anja Förster, Peter Kreuz: NEIN. Was vier mutige Buchstaben im Leben bewirken können. Pantheon Verlag, München 2016, 256 Seiten, 14.99 Euro, ISBN 978-3-570-55342-8

Beim Brainstorming ist Kritik verboten. Sie könnte den freien Fluss der Ideen behindern. Da ist natürlich was dran, dennoch ist dieses Kritikverbot symptomatisch. Kritik genießt kein großes Ansehen in einer (oberflächlich) auf Harmonie getrimmten Kultur. Widerspruch und Kritik gelten als unhöflich, destruktiv und wenig "zielführend". Wer Nein sagt, hat schnell das Image des Miesepeters weg. Das aber ist fatal, wenn es, wie in der Welt von heute, vor allem auf frische Ideen ankommt. Denn Neues entsteht nur aus dem Bruch mit dem Bestehenden. Aus dem Nein. Anja Förster und Peter Kreuz haben das zum Thema ihres neuen Buches gemacht. Sie sagen: Entschieden Nein sagen zu können, ist die Bedingung von Freiheit. Drei Jahre lang haben die beiden Autoren ihre Themen eher umkreist und sortiert. Zwei beinahe feuilletonistische Bücher sind dabei herausgekommen, inspirierend zu lesen, aber ohne große These. Diese Nachdenkzeit hat es wohl gebraucht, um einen großen Wurf reifen zu lassen. Das neue Buch der beiden Business-Querdenker kommt mit einer beachtlichen argumentativen Wucht und inhaltlichen Stringenz daher. NEIN plädiert für Widerständigkeit und Rebellentum gerade im Business, wo es doch so sehr auf Innovation ankommt. Das Buch ist ein Appell zum Selberdenken in bester aufklärerischer Tradition. Ein Appell zu aufklärerischer Erneuerung.
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Wir sind Chef Wahre Agilität

Hermann Arnold: Wir sind Chef. Wie eine unsichtbare Revolution Unternehmen verändert. Mit Illustrationen von Jakob Hinrichs. Haufe-Lexware Verlag, Freiburg 2016, 336 Seiten, 24.95 Euro, ISBN 978-3-648-08205-8

Die wirtschaftliche Welt verändert sich heute rasant. Wer Schritt halten will, muss beweglich sein und sich bewegen. Doch Unternehmen halten starr an alten Organisationsstrukturen fest. Noch immer dominiert ein fordistisch-bürokratischer Organisationstypus: hierarchisch, starr, top-down organisiert. Doch dieses Modell wird unter veränderten Bedingungen zur Falle. "Die klassischen Organisationsmodelle werden den heutigen Anforderungen nicht mehr gerecht", schreibt Hermann Arnold. Und zeigt: Es ist Zeit für ein neues, arbeitsteiliges Führungsverständnis. Für ein neues Betriebssystem für Unternehmen: mit mehr Agilität, weniger Hierarchie und vielfältigeren Strukturen. Arnold zeigt aber auch: Es geht nicht darum, das eine Dogma (Hierarchie) durch ein anderes (Agilität) zu ersetzen, sondern eine Vielfalt geeigneter Organisationsformen zu schaffen, die situativ eingesetzt werden: "Es wird künftig nicht nur eine Organisationsform geben, die für alle Unternehmen, für jede Situation und für alle Mitarbeiter und Teams die angemessenste ist. Verschiedene Organisationsformen werden in einem Unternehmen parallel nebeneinander existieren, sich ergänzen und sich im Verlauf der Weiterentwicklung des Unternehmens verändern." Das ist wahre Agilität. Eines der besten Bücher zum Thema organisationaler Wandel. Und sicher das Buch mit dem treffendsten Titel.
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Das kollegial geführte Unternehmen
An die Führung, Kollegen!

Bernd Oestereich, Claudia Schröder: Das kollegial geführte Unternehmen. Ideen und Praktiken für die agile Organisationsform von morgen. Verlag Franz Vahlen, München 2016, 320 Seiten, 34.90 Euro, ISBN 9783800652297

Hatten wir schon im Dezember. Steht aber "2017" vorne drin. Also noch mal, weil wichtig: Lean, Scrum, Netzwerkorganisation, Soziokratie, Holakratie, Agilität, Design Thinking, Unternehmensdemokratie. Wer vermag eigentlich noch genau zu sagen, was die breit gestreuten Ansätze zu einer grundlegenden Neuorganisation von Unternehmen im Einzelnen auszeichnet? Was sie gemeinsam haben und was sie unterscheidet? Diese Unübersichtlichkeit hat auch damit zu tun, dass es vor allem Berater sind, die zum Thema Organisationsmodelle publizieren. Ihnen geht es meist darum, ihren Beratungsansatz herauszustellen. Auf wessen Schultern sie stehen, spielt dabei keine große Rolle. Jetzt aber gibt es ein Buch, das genau diese systematisierende Kärrnerarbeit leistet. Und mehr noch: in einer integrierenden Perspektive zeigt, wie sich die unterschiedlichen Modelle miteinander kombinieren lassen. Geschrieben haben es zwei Autoren, die Theorie und Praxis vereinen: Bernd Oestereich und Claudia Schröder sind Autoren, Trainer und Coaches und haben die Transformation ihrer eigenen Firma oose Innovative Informatik in ein kollegial geführtes Unternehmen initiiert. "Kollegiale Führung" heißt dabei: "Führungsarbeit statt Führungskräfte". Oder ausführlicher: "Kollegiale Führung ist die auf viele Kollegen und Kolleginnen dynamisch und dezentral verteilte Führungsarbeit anstelle von zentralisierter Führung durch einige exklusive Führungskräfte." Es geht also darum, Führung in der Organisation zu verteilen, so wie Wissen und Können längst verteilt sind. Interessant dabei: Der Begriff kommt ohne "-kratie", also Herrschaft aus. Und macht das Thema neue Organisationsformen anschlussfähig für die Sprache, die in den klassischen Arbeitnehmervertretungen gesprochen wird: An die Führung, Kollegen! Dieses Buch ist ein Meilenstein in der Debatte um neue, anpassungsfähige Organisationen.
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Macht Wende
Halbzeit im Global Game Change

John und Doris Naisbitt: Macht Wende. Wie die Länder des Globalen Südgürtels unsere Welt verändern werden. Goldegg Verlag, Berlin und Wien 2016, 376 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 978-3-903090-12-5

John Naisbitt ist Autor des Weltbestsellers Megatrends, einem der erfolgreichsten Bücher der Geschichte. Zwei Jahre rangierte das 1982 erschienene Buch an der Spitze der Bestsellerliste der New York Times, über neun Millionen Exemplare wurden verkauft. Zusammen mit seiner Frau Doris legt John Naisbitt nun ein neues Buch vor, dass sich mit den veränderten Machtverhältnissen in der Welt beschäftigt. "Halbzeit" sollte es ursprünglich heißen. Halbzeit im "Global Game Change". Halbzeit als "eine Zeit, in der man vorausblickt und sich auf kommende Veränderungen einstimmt". Das tun die Naisbitts mit klarem Blick und klaren Positionen. "Warum nicht multizentrisch mit Multi-Perspektiven verbinden?", fragen sie. Und plädieren für Optimismus in Zeiten globalen Wandels. "Die Änderung der globalen Spielregeln bietet unzählige Möglichkeiten zur Neugestaltung unserer wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen, während wir die neue Welt des 21. Jahrhunderts formen." (wk)
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Das Gefühl der Welt Den Stimmungen auf der Spur

Heinz Bude: Das Gefühl der Welt. Über die Macht von Stimmungen. Hanser Verlag, München 2016, 144 Seiten, 18.90 Euro, ISBN 978-3-446-25065-9

Nach Jahren der Dominanz von Ratio und Hard Facts tritt seit gut einem Jahrzehnt auf vielen Wissenschaftsfeldern die Emotion in den Vordergrund. Schwingt das Pendel wieder in die andere Richtung - als Reflex darauf, dass sich mit Verstand und Analytik allein diese sich rapide verändernde Welt mit ihren wachsenden sozialen Zerklüftungen und Brüchen nicht verstehen lässt. In diesen Trend reiht sich auch der Kasseler Soziologe Heinz Bude ein. In seinem neuen Buch Das Gefühl der Welt begibt er sich auf die Spur von Stimmungen. "Der Mensch orientiert sich eben nicht nur mithilfe seines Verstands, seiner Kategorien, Theorien und Wertüberzeugungen in der Welt, sondern genauso mit seinen Empfindungen, seinen Ahnungen, seinen Emotionen und seinen Grundbefindlichkeiten." Die Stimmung ist "der Zustand, in dem man sich durch die Welt bewegt". In Stimmungen verdichten sich soziale Beziehungen. Und Stimmungen bestimmen oftmals mehr als rationale Argumente, wie wir die Welt wahrnehmen, in ihr agieren und ihren Lauf zu beeinflussen suchen. Mit seinem Blick auf Stimmungen sucht Bude nach den Gefühlen, die in ihrer Gesamtheit der Gesellschaft ihren Stempel aufdrücken, und komponiert sie zu einem Narrativ, das ebenso spannend zu lesen wie in vieler Hinsicht plausibel ist. (ad)
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Die spinnen, die Jungen!
Einführung ins Y-Denken

Steffi Burkhart: Die spinnen, die Jungen!. Eine Gebrauchsanweisung für die Generation Y. GABAL Verlag, Offenbach 2016, 272 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 978-3-86936-691-3

Was, noch ein/schon wieder ein Buch über die Generationen Y? Ist nicht schon wirklich alles gesagt, alles analysiert? Und braucht es zu allem Überfluss nun auch noch eine "Gebrauchsanweisung" für diese Generation, die im Begriff ist, die Arbeitswelt gehörig umzukrempeln? Nun, dass man ein Buch besser nicht nach seinem Untertitel beurteilt, bestätigt sich auch hier wieder einmal. Die spinnen, die Jungen! ist nicht so sehr Gebrauchsanleitung, sondern eine Einführung in die Weltsicht und Denkungsart der jungen Generation. Steffi Burkhart will einen Gesamtüberblick über die Stellung der Gen Y in der aktuellen Arbeitswelt geben und zeigen, wie die unterschiedlichen Trends und Themen miteinander verwoben sind. Wie sie das macht - frisch, fröhlich, unkonventionell, plakativ assoziativ und collageartig -, gibt wiederum einen ungemein illustrativen und aufschlussreichen Einblick in das Denken ihrer Generation. Ihr Buch ist eine Einführung in digitales Denken, das maßgeblich von der Digitalisierung und der Verfügbarkeit digitaler Geschäftsmodelle wie dem Modus des Kopierens und Rekombinierens bestimmt wird. Ein Crashkurs, den man sich antun sollte!
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Gutes besser tun Geben was man kann

William MacAskill: Gutes besser tun. Wie wir mit effektivem Altruismus die Welt verändern können. Ullstein Buchverlage, Berlin 2016, 288 Seiten, 18 Euro, ISBN 9783843713399

Die Weltverbesserungsbewegung des effektiven Altruismus findet auch hierzulande immer mehr Anhänger. Der junge britische Philosophieprofessor William MacAskill ist eine ihrer Schlüsselfiguren. In Gutes besser tun erläutert er anschaulich, was es heißt, möglichst effektiv zu helfen. Warum etwa eine Spende für Wurmkuren ungleich wirksamer sein kann als eine Spende für Wasserpumpen. Anders als Peter Singer, der Übervater des effektiven Altruismus, scheint MacAskill nicht mit dem mahnenden Zeigefinger zu wedeln. Und er weist auch mehrfach darauf hin, dass die empirische Basis für ethische Kosten-Nutzen-Rechnungen in vielen Fällen (noch) schwach ist. Dennoch kann er voller Überzeugung erklären: "Jene von uns, die in reichen Ländern leben, sind in der Lage, für andere Menschen mindestens das Hundertfache dessen zu tun, was sie für sich selbst tun könnten." MacAskill ist zudem nicht nur Theoretiker, sondern durch die von ihm gegründeten Organisationen "Giving What We Can" und "80000 Hours" auch praktisch mit Fragen des wirksamen Helfens befasst. Daraus schöpft er zahlreiche konkrete Hinweise, etwa zur Karriereplanung, zu "ethischem Konsum" und einem ökologisch verantwortbaren Lebensstil. Man kann an der hyperrationalen Ethik des effektiven Altruismus vieles höchst bedenklich finden. Aber vieles auch höchst bedenkenswert. (df)
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Zurück an die Arbeit! Die vierte Art der Verschwendung

Lars Vollmer: Zurück an die Arbeit!. Wie aus Business-Theatern wieder echte Unternehmen werden. Linde Verlag, Wien 2016, 192 Seiten, 24.90 Euro, ISBN 9783709306123

Wenn Meetings die Zeit fressen, während die Arbeit liegen bleibt, so die beredte Klage aus den Unternehmen - was sind dann Meetings? Genau: Keine Arbeit, lautet der messerscharfe Schluss von Lars Vollmer, der mit seinem Buch Zurück an die Arbeit! so etwas wie den Frühjahrsbooster abgeliefert hat: Eine These, die provoziert und polarisiert: "In den meisten Unternehmen wird zu wenig gearbeitet und zu viel Arbeit gespielt." Seine Schlussfolgerung: "Die meisten Mitarbeiter UND vor allem die meisten Führungskräfte müssen meiner Ansicht nach deutlich mehr arbeiten, wenn sie wollen, dass ihr Arbeitsplatz auf Dauer bestehen bleibt und ihr Unternehmen floriert. Deutlich mehr!" Arbeiten hier immer verstanden als Wertschöpfung für den Kunden. Gemessen daran ist jener Overload an Managementtools, Planung und Kontrolle, die scheinbar zur Unternehmensführung dazugehören, reine Verschwendung: die vierte Art der Verschwendung, die die drei im Lean-Ansatz identifizierten Formen der Verschwendung komplettiert. Lars Vollmer ist ein ebenso pointiertes wie grundlegendes Buch zur Neubestimmung von Arbeit, Organisation und Zusammenarbeit gelungen. Unbedingter Lesetipp!
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Rettet das Spiel!
Kultur spielerischer Lebenskunst

Gerald Hüther, Christoph Quarch: Rettet das Spiel!. Weil Leben mehr als Funktionieren ist. Hanser Literaturverlage, München 2016, 224 Seiten, 20.00 Euro, ISBN 9783446447011

In Israel wurde kürzlich ein neuer Kindergarten eingeweiht. Dort werden Fünfjährige in Naturwissenschaft und Technik trainiert. Dazu steht ein besonderes Set an Lego-Bausteinen bereit. Allerdings nicht, damit die Kinder damit spielen. Sie sollen Roboter bauen. Für Gerald Hüther und Christoph Quarch ein Beispiel, "wie das Spiel vollständig instrumentalisiert, ja pervertiert" wird: "Denn es wird in eine konkrete Richtung gelenkt, die das freie Erproben eigener Potenziale von vornherein kanalisiert." Darum werben Hüther und Quarch für ihren "zivilisatorischen Imperativ: Rettet das Spiel!" Und rufen dazu auf, die Bedeutung des Spiels wiederzuentdecken: als freies, nicht zweckgebundenes oder zielgerichtetes Erkunden neuer Möglichkeiten und Potenziale. Und paradoxerweise ist dies genau das, was unsere effizienzgetriebenen Unternehmen bei ihren Mitarbeitern heute so händeringend sehen möchten. Das Buch mag etwas holzschnittartig geraten sein, bietet aber eine gut fundierte und quellenreiche Einführung in die Phänomenologie des Spiels. Und trifft mit seinem Plädoyer für "eine Kultur spielerischer Lebenskunst" einen Nerv.
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