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Folge 25: Cornelia van Laar in Düsseldorf
In den nächsten Monaten stellen wir ausgewählte Abonnenten vor. Jeden Dienstag und Freitag. Spannende Menschen mit unterschiedlichen Lebens- und Arbeitswelten. In einer Serie von journalistischen Kurzporträts aus aller Welt.
Cornelia van LaarCornelia van Laar ist 50 Jahre alt. Die gebürtige Düsseldorferin beginnt nach dem Abitur im St. Alexius-Krankenhaus in Neuss, Männer-Fachkrankenhaus für Neurologie und Psychiatrie, eine Ausbildung zur Krankenschwester. "Ich habe dort alles mitgemacht: vom Popo-Putzen, Betreuen schizophrener Patienten bis zur Beschäftigungstherapie." Am Ende ist sie stellvertretende Leiterin einer Alkoholikerstation. Und irgendwie selbst am Ende, denn nach zehn Jahren Psychiatrie ist van Laar "fix und fertig". Sie fühlt sich ausgelaugt, weil sie nicht mehr abschalten kann - "ich habe die Probleme und Schwierigkeiten der Menschen mit nach Hause genommen. Oft konnte ich nach dem Dienst nicht einmal mehr einkaufen, sondern musste mich erst einmal hinlegen." Noch keine 30 Jahre fühlt sie sich "uralt".
Sie macht eine völlige Kehrtwendung und erfüllt sich einen Traum. Van Laar wird Stewardess. Sechs Jahre lang für die LTU. Eine völlig andere Welt. Was ihr dort am meisten gefällt? "Wenn die Passagiere ausgestiegen waren, hatte ich Feierabend. Ich nahm nichts mehr mit nach Hause und stellte keine Fragen mehr wie: Bin ich zu weit gegangen? Oder: Habe ich meine therapeutische Distanz überschritten?" Der Job macht ihr viel Spaß, "und wenn beim Rückflug ein Familienvater etwas zickte, konnte ich das mit links handeln."
Van Laar heiratet in dieser Zeit und bekommt 1990 einen Sohn. Nach 18 Monaten Mutterschutz denkt sie an ein Halbtagsarbeitsmodell, innerhalb Europas zu fliegen und am selben Tag wieder zu Hause zu sein - sie stillt noch. Doch die LTU möchte sie schnell wieder auf Langstrecke schicken. Van Laar kündigt und hilft zunächst bei ihrem Mann, einem Grafikdesigner, im Büro aus. Dann drückt sie wieder die Schulbank und geht auf eine Schule für Krankenschwestern, die eine Auszeit genommen haben. Der Anschluss klappt: In einer kleinen, privaten Düsseldorfer Geburtsklinik arbeitet sie die nächsten beiden Jahre, bis dort aus wirtschaftlichen Gründen die Lichter ausgehen.
Van Laar hat jetzt eine eigene Geschäftsidee. Sie baut ein kleines Modegeschäft mitten in Düsseldorf auf, fährt nach Italien, "um dort selbst die Marken einzukaufen, die damals hier noch keiner kennt". Dummerweise ist sie damit ihrer Zeit etwas voraus. Das Geschäft floppt, doch das Thema Mode lässt sie nicht los. Kurz darauf vertreibt sie Produkte der kanadischen Firma Weekenders. "Damit konnte ich meine roten Zahlen aus dem Italiengeschäft ausgleichen." Die Idee: Van Laar geht mit einer Modekollektion in die Wohnzimmer der Damen und macht dort kleine Präsentationen. Das Geschäft läuft gut, das Verkäuferteam wird langsam ausgebaut.
Privat läuft es nicht so gut. Sie erkrankt schwer und van Laars Ehe geht in die Brüche. Doch sie gibt nicht auf. Hartnäckig verfolgt sie das Geschäft mit Modeschauen in Hotels oder In-Bars. Dann der endgültige Bruch. Sie lernt einen Mann kennen und geht mit ihm nach Braunschweig. Zwei Jahre lang macht sie fast gar nichts, eine kreative Pause, in der sie sehr viel malt. Aber Ruhe geben kann sie auch nicht. Van Laar beginnt, eine Veranstaltungsreihe auf die Beine zu stellen: "Ein Fest für Ihre Sinne". Sie veranstaltet Opernabende kombiniert mit Comedy und Essen. Doch am Ende schreibt sie wieder "rote Zahlen".
Überdies geht die Beziehung auseinander und van Laar zurück nach Düsseldorf. Dort liest sie etwas über einen Businessplan-Wettbewerb. Sie meldet sich an, damit die Events eine betriebswirtschaftliche Struktur bekommen, ändert aber kurz vorher das Thema. Sie ist sich jetzt sicher: "Ich will Kulissenmalerin werden." Ihr Geschäft soll auf drei Säulen fußen. Erstens: Messen mit Ausstellern, die ein trockenes Gewerbe anbieten - zum Beispiel IT-Messen, wo jeder Stand fast gleich aussieht, perfekt gestylt. "Da kann ich mit einem flotten dicken Strich, mit Farbe und Pinsel einen anderen Akzent setzen." Zweitens: Die Veredelung von Räumen, etwa in Hotels, wo sie Zimmerwände bemalt, und Tipps gibt, was man noch machen kann. Und drittens macht sie persönliche Präsente. Exklusive Bilder gemäß den Kundenwünschen.
changeX hat sie beim Mittagessen kennengelernt. Gegenüber ihrer Wohnung trifft sich jeden Mittag ein kleines Netzwerk an Leuten beim Italiener. Eine Journalistin erzählt ihr von diesem kleinen Online-Magazin. Sie ist von Anfang an begeistert. "Frisch, ansprechend, erfrischend klar und anders."
Cornelia van Laar, eine Frau, die tiefgreifende Veränderungen in ihrem Leben erleben durfte, ohne daran zu zerschellen. "Lebendige Gestaltung" heißt nicht nur ihr Firmenname, es ist ihr Lebensinhalt geworden.
Kontakt:
Cornelia van Laar,
Lebendige Gestaltung,
Ackerstraße 193,
40233 Düsseldorf.
Telefon: 0211-96659460
Fax: 0211-96659461
Mobil: 0171-408 9001
E-Mail: info@corneliavanlaar.de
Internet: www.corneliavanlaar.de
© changeX [05.09.2006] Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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