Voneinander miteinander lernen

Gregor Karlinger und Manuela Grundner über die Freiräume (Un)Conference

Bereits zum vierten Mal findet am 13. und 14. Mai die Freiräume (Un)Conference in der Grazer Seifenfabrik statt - Österreichs größte Veranstaltung zu neuen Organisations- und Arbeitsformen in Unternehmen. Im Interview berichten die Veranstalter über Idee und Konzept der Unkonferenz.

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Manuela Grundner ist Raumschafferin, Konfliktreglerin und Coach bei murbit. Gregor Karlinger ist Agiler Coach bei Transferio. In seiner Arbeit setzt er auf die Kraft autonomer Teams. Gemeinsam organisieren sie die Freiräume (Un)Conference, die bereits zum vierten Mal am 13. und 14. Mai 2019 in der Seifenfabrik in Graz stattfindet.
 

Die Freiräume sind ...? 

Gregor: … der Versuch, einen Raum zu schaffen, in dem Menschen auf der Suche nach zukunftsfähigen Organisations- und Arbeitsformen gemeinsam voneinander und miteinander lernen und neue Ideen kreieren. In einem Dialog auf Augenhöhe möchten wir Neugierige mit Pionieren, Querdenker mit Praktikern verbinden.
 

Was zeichnet die Freiräume aus? 

Manuela: Was die Freiräume auszeichnet, hat unser Pionier Werner Motzet wunderbar zusammengefasst: "Unter dem Motto ‚Teilen macht reich‘ hatte ich die Möglichkeit, von vielen begeisternden Pionieren und Teilnehmern zu lernen. Keiner tut so, als ob er perfekt wäre oder ‚die Weisheit mit Löffeln gefressen‘ hätte. Stattdessen geht es um echte Erfahrungen im täglichen (Berufs-)Leben, und das aus vielen unterschiedlichen Branchen."
 

Was auffällt, ist der Sechserblock auf der Website, in dem ihr die verwendeten Formate vorstellt. Was zeichnet das methodische Konzept der Freiräume aus? 

Manuela: Die Freiräume (Un)Conference möchte verschiedenste Elemente miteinander verbinden. Aus der klassischen Konferenz haben wir die Keynote entlehnt. Es braucht an ein paar ausgewählten Stellen gut kuratierten Input, damit die eigene Perspektive wachsen kann. Bei uns dürfen aber auch hier interaktive Elemente nicht fehlen. 

Aus dem teilnehmerorientierten Bar Camp haben wir den Open Space genommen, damit die Teilnehmenden ihre Themen noch näher entlang der eigenen Praxis bearbeiten können. 

Dazwischen haben wir das Element der Pionierstationen eingebaut. Praktikerinnen, die schon ein Stück des Weges Richtung New Work gegangen sind, treten in kleinen Gruppen mit den Teilnehmenden in den Dialog. 

Zusätzlich beschäftigen wir uns mit neuen Formaten. So haben wir letztes Jahr Reflexionsmöglichkeiten implementiert. Teilnehmerinnen haben, bunt zusammengewürfelt, am Beginn der Freiräume eine Gruppe gebildet, und wir haben Zeit und Raum zur Verfügung gestellt, um schon während der Un(Conference) Inhalte zu verarbeiten und zu reflektieren. 

Heuer ist wieder einiges Neue geplant - einfach vorbeischauen und ausprobieren!
 

Über Miniworkshops hatten wir im vergangenen Jahr schon gesprochen. Vielleicht ganz kurz wiederholt: Was ist ein Miniworkshop? 

Gregor: Miniworkshops sind ein Programmelement der Freiräume (Un)Conference. Sie dauern zweieinhalb Stunden und sollen den Teilnehmerinnen ein erstes Eintauchen in eine bestimmte Materie ermöglichen. Zweieinhalb Stunden sind lang genug, um sich nicht nur berieseln zu lassen, sondern auch selbst aktiv an einem Thema zu arbeiten. Und kurz genug, dass sich der Besuch eines Miniworkshops gut in das zweitägige Programm unserer Unkonferenz integrieren lässt, ohne dass die anderen Programmelemente ins Hintertreffen geraten.
 

Welches Verständnis von Methoden oder Formaten steht dahinter? 

Gregor: Die Freiräume wollen die Teilnehmer in ein möglichst aktives Arbeiten zu Themen wie Selbstorganisation, Ganzheit und Purpose bringen. Da bietet sich das Format eines Workshops natürlich grundsätzlich gut an. 

Eigene Erfahrungen mit Workshops auf Konferenzen waren jedoch unzufriedenstellend. Workshops sind oft in das typische 45- oder 90-Minuten-Raster eingetaktet - und damit viel zu kurz, um wirklich interaktives Arbeiten möglich zu machen. Oder sie dauern dann eben gleich einen halben oder ganzen Tag. 

Wir haben überlegt: Wie lang muss ein solches Format mindestens sein? Und sind so auf die zweieinhalb Stunden gekommen. Diese kurzen Workshops ermöglichen es den Teilnehmern, sich ein abwechslungsreiches Programm zusammenzustellen - Halb- oder Ganztagesworkshops hingegen gehen zwangsläufig zulasten der anderen Angebote. Und mindern die Vielfalt an Eindrücken, die eine Veranstaltung vermittelt.
 

Die Freiräume 2019 waren gut, wenn …? 

Manuela: Die Freiräume 2019 waren gut, wenn jede Freiräumerin inspiriert von vielen tief gehenden Gesprächen nach Hause geht. Und sofort beginnt, eine daraus mitgenommene Idee in den eigenen Berufsalltag zu integrieren.
 

Das Interview haben wir schriftlich geführt. 


changeX 16.04.2019. Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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Ein Beitrag der changeX-Redaktion.

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