Respekt!
Love it don't leave it - das neue Buch von Beverly Kaye und Sharon Jordan-Evans.
Von Nina Hesse
Warten Sie darauf, dass Ihr Chef sich um Sie kümmert? Dass die Wirtschaft wieder in Schwung kommt? Oder dass Ihr Kollege nicht mehr so ein Idiot ist? Darauf, dass die Personalabteilung Ihnen eine Beförderung anbietet? Vergessen Sie's! Die Botschaft von Beverly Kaye und Sharon Jordan-Evans ist: "Sie können Ihre Wünsche genau da realisieren, wo Sie gerade sind."
Wer selbst die Initiative ergreift, der hat die Chance, seine Arbeit sehr viel erfreulicher zu gestalten. Das ist jedenfalls eine deutlich bessere Lösung, als an den Verhältnissen zu verzweifeln und innerlich (oder auch ganz real) zu kündigen. Denn wer Pech hat, der findet im nächsten Job ähnliche oder noch schlimmere Probleme vor. Oder erzeugt sie durch sein Verhalten selbst. Same procedure!
Kaye und Jordan-Evans beginnen ihr Veränderungsprogramm mit den einfachen Dingen. Darum zu bitten, was man haben möchte - denn schon davor schrecken viele Menschen zurück. Wer selbst mit ihren Tipps kein "Ja" heraushandeln kann, dem helfen sie mit Hinweisen weiter, wie man dieses Nein entweder durch Hartnäckigkeit doch noch in eine Zusage verwandelt oder um es herummanövriert.

Respektiert und sozial eingebunden.


Mit den schwierigeren Aufgaben geht es weiter. Zum Beispiel, Wege zu finden, wie man in seinem jetzigen Job mehr Respekt gezollt bekommt - denn Wertschätzung ist den meisten Menschen sehr wichtig. Oder sich Aufgaben zu suchen, aus denen man Kraft schöpfen kann. Auch Job-Rotation, sich selbst Lernaufgaben zu stellen und mit überzeugenden Verbesserungsvorschlägen die Abteilung im eigenen Sinne zu beeinflussen bringt frischen Wind ins Arbeitsleben. Damit der Frust über die ausbleibende Beförderung nicht das Leben vergällt, zeigen Kaye und Jordan-Evans Wege auf, wie man an Ort und Stelle wachsen kann oder was für eine positive Erfahrung zum Beispiel ein "horizontaler Wechsel" ist.
Sehr wichtig für das Wohlbefinden im Job ist, dass man sich in der Firma akzeptiert und sozial eingebunden fühlt. Diesem Thema widmen die Autorinnen eine ganze Reihe von Kapiteln (Stehen Sie in der Informationskette? Sind Sie wirklich eingegliedert?) und Tipps (zum Beispiel, wie man soziale Kontakte herstellt/vertieft, oder es anstellt, einen Mentor zu finden). Doch da das Unternehmen zum Glück nicht das ganze Leben ist - zumindest im Idealfall - gibt's in Love it don't leave it auch viele Anregungen, innovative und unorthodoxe Ideen zum Thema Job und Familie.

Anpacken statt Opfer bleiben.


Doch was ist, wenn die Kollegen einem das Leben zur Hölle machen? Wenn man zum Beispiel mit einem Trottel zusammenarbeiten muss (der vielleicht sogar - worst case - auch noch der Chef ist)? Wieder ist Kayes und Jordan-Evans' Rezept, aktiv zu werden und die Herausforderung anzupacken. "Anstatt das Opfer eines Trottels zu sein, machen Sie sich Gedanken darüber, was Sie tun können, ihn oder die Situation zu ändern, zu akzeptieren oder auszuweichen." So kann man den Einfluss des Trottels auf einen selbst dramatisch reduzieren. Für jede Verhaltensvariante haben sie praktische Hinweise parat.
Doch wie realistisch ist eigentlich Kayes und Jordan-Evans' Programm, besonders dann, wenn es die Strukturen sind, die einen frusten? Kann man den Ort, an dem man arbeitet, umkrempeln, oder ist nur die Selbstoptimierung und -motivierung die Lösung? Kein Zweifel, die Widerstände sind gerade in großen Firmen oder schon seit Ewigkeiten im eigenen Saft schmorenden Abteilungen enorm. Doch wer geschickt agiert, der kann (mit Hilfe von kleinen Hilfestellungen, zum Beispiel der Checkliste "Wie macht man überzeugende Verbesserungsvorschläge?") einiges ändern. Schließlich hat kein Leser den Ehrgeiz, ein größeres Change-Management-Projekt durchzuziehen (wie viele von denen auf die Nase fallen, ist bekannt!), sondern es geht um das eigene kleine Job-Umfeld und das ganz persönliche Wohlbefinden. Kaye und Jordan-Evans empfehlen, "Job-Judo" zu praktizieren. Im Judo nutzt man bekanntlich den Schwung des Gegners aus, um ihn mit möglichst wenig Kraftaufwand aufs Kreuz zu legen. Wer den Hebel an der richtigen Stelle ansetzt, kann ganz schön viel bewegen.

Eine Perle auf dem Ratgebermarkt.


Wichtig ist aber vor allem, dass Sie im Job Spaß haben. Etwas zu tun, was Sie lieben, und die Firma nicht zur humorfreien Zone zu erklären. Wer bisher nicht wusste, was genau Bürospielzeuge sind und dass man mit Kollegen ganz ungezwungen herumalbern kann, den klärt das Kapitel zu "Spaß haben im Büro" auf.
Beverly Kaye und Sharon Jordan-Evans ist ein sehr sympathisches und nützliches Buch gelungen. Voller Beispiele, in die man sich durch die Ich-Form gut hineinversetzen kann, voller guter Tipps, unter denen vielleicht auch genau der ist, den man gebraucht hat, und durchdrungen von einem subtilen Humor. Eine kleine Perle auf dem Ratgebermarkt.

Nina Hesse ist freie Mitarbeiterin von changeX.

Beverly Kaye / Sharon Jordan-Evans:
Love it don't leave it.
26 Wege, um im Job das zu bekommen, was Sie wollen,

GABAL Verlag, Offenbach 2005,
circa 200 Seiten, 17.90 Euro,
ISBN 3-89749-502-3
www.gabal-verlag.de

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Zum Buch

: Love it don't leave it. 26 Wege, um im Job das zu bekommen, was Sie wollen. GABAL Verlag, Offenbach 2005, 200 Seiten, ISBN 3-89749-502-3

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