Mandat des Hauses, nicht des einzelnen Anwalts

Eine 40-teilige Reportage über die Wirtschaftskanzlei Osborne Clarke. | Folge 29 |

Von Winfried Kretschmer

Wie sehen Mandanten die Kanzlei Osborne Clarke? In der vorangegangenen Folge haben wir den Leiter der Rechtsabteilung des Industrieunternehmens Geberit gefragt. Heute gibt uns Henry Dawidowicz, Geschäftsführer der Fette GmbH, Auskunft, wie er Osborne Clarke erlebt. Und outet sich als Fan.

Henry Dawidowicz ist erklärter Fan von Osborne Clarke. Das war nicht immer so. Als die Kanzlei vor gut einem Jahr gegründet wurde, war der junge Unternehmer alles andere als begeistert. Wie da eine alteingesessene Kanzlei "entkernt" wurde, fand er nicht so gut. Die Art und Weise, wie man ihm die Gründe für die Abspaltung und Neugründung nahe zu bringen versuchte, bewogen ihn jedoch zunächst abzuwarten. Und er blieb Mandant. Mehr noch: Binnen eines Jahres ist Henry Dawidowicz vom Skeptiker zum überzeugten Anhänger geworden. Ihm imponiert der Versuch, die Dinge anders zu machen, etwas Neues zu tun, Visionen umzusetzen, die, wie er augenzwinkernd anfügt, "man offenbar auch als Anwalt haben kann". Was er über die Kanzlei zu berichten hat, ist nicht minder interessant als die Geschichte seines Unternehmens, der Fette GmbH in Köln.

Vom Abfallprodukt zum medizinischen Rohstoff.


Die Fette GmbH ist ein mittelständisches Unternehmen in der Arzneimittel- und Kosmetikbranche. Ihr Kerngeschäft sind Bäder, Badekonzentrate für "defizitäre Haut", Haut, die von Allergien oder Schuppenflechte angegriffen ist. Mit einem Handelsumsatz von rund 60 Millionen Euro ist das Unternehmen der zweitgrößte Bäderhersteller in Deutschland und exportiert seine Produkte in 17 Länder der Welt. Im internationalen Geschäft sieht Dawidowicz, der selbst israelischer Staatsbürger ist und in Deutschland, der Schweiz und den USA studiert hat, auch die Zukunft des Unternehmens. "Deutschland ist längst kein Nischenmarkt mehr", sagt er. Und weil man in anderen Ländern ein ähnliches Marktpotential vermutet, das aber längst noch nicht ausgeschöpft ist, stehen die Zeichen auf Expansion.
Begonnen hat alles mit einem Abfallprodukt. Vor 32 Jahren erwarb Dawidowicz' Vater das erste Kilogramm "Totes Meer Salz" von dem israelischen Staatsunternehmen Dead Sea Ltd. - mit dem sicheren Gespür, dass sich mehr daraus machen ließe, als es als Abfallprodukt auf Halde zu kippen. Das Salz fällt bei der Produktion von Magnesiumsulfid am Ufer des Toten Meeres an und störte eigentlich nur, bis eben Dawidowicz' Vater auf die Idee kam, in dem Abfallprodukt einen wertvollen Rohstoff zu sehen. Heute hat die Dead Sea Ltd. eine eigene Abteilung "Nebenprodukte" und liefert im Jahr mehr als 10.000 Tonnen des Salzes, die der 38-jährige Unternehmer, der vor zwölf Jahren die Nachfolge seines verstorbenen Vaters angetreten hat, mit wachsendem Erfolg in alle Welt vermarktet.

Was zählt, ist Qualität.


Doch um die Expansion auf den internationalen Märkten zu sichern, braucht es Geld. Das soll über eine Beteiligung des israelischen Rohstofflieferanten in die Firma fließen. Die Umwandlung in eine AG steht an. Möglicherweise auch der Gang an die Börse, um zusätzliches Kapital zu gewinnen.
Ein Fall für Matthias Terlau, denn Börsengänge sind die Lieblingsmaterie des 36-jährigen promovierten Anwalts. Terlau ist der Hauptansprechpartner von Henry Dawidowicz bei Osborne Clarke. Er war es auch, der seinen Mandanten davon überzeugt hat, der Kanzlei treu zu bleiben, und ihn mit der neuen Teamstruktur vertraut gemacht hat. Von einem Mandanten, der es gewohnt war, dass seine Angelegenheiten von "seinem" Anwalt betreut wurden und nur von diesem, erforderte das eine gewisse Umstellung. Denn nun gilt: Der Kompetenteste soll ein Mandat bearbeiten, nicht derjenige, der es akquiriert hat. Jedenfalls nicht automatisch; angestammte Vorrechte soll es nicht geben. "Im Prinzip ist es völlig gleichgültig, wer das Mandat bearbeitet. Was allein zählt, ist die bestmögliche Qualität", betont Terlau. Dennoch ist die persönliche Betreuung entscheidend. Die Mandanten schätzen es, wenn sie einen festen Ansprechpartner haben. Schließlich habe jeder Mandant ein Recht darauf, die Dinge so einfach zu bekommen wie möglich, betont Terlau - sprich: über eine Telefonnummer.

Offener Zugriff auf die gesammelte Kompetenz.


Dawidowicz hat das überzeugt. "Dr. Terlau ist mein Ansprechpartner für alle Themen", berichtet er. "All das, was nur ein Stück weit aus seiner Kernkompetenz herausragt, reicht er an den kompetentesten Kopf im Hause weiter, ist selbst aber immer top informiert und auf dem Stand der Dinge." Zugleich sei der Anwalt, der die Bearbeitung übernehme, stets über die Bedeutung des Mandats informiert. "Die interne Kommunikation zwischen den Anwälten scheint hervorragend zu funktionieren", ist sich Dawidowicz sicher. Ebenso wie Albrecht Riebel, der Leiter der Rechtsabteilung der Industriefirma Geberit (Folge 28), begreift er seinen Ansprechpartner als Zugang zu dem juristischen Kompetenzzentrum Osborne Clarke. "Man hat offenen Zugriff auf jede Kompetenz, die dort im Hause zur Verfügung steht", sagt er. Ihm imponiert die Selbstverständlichkeit, mit der das geschieht. Henry Dawidowicz zufolge scheint die Arbeitsverteilung abseits persönlicher Bindungen und Eitelkeiten zu funktionieren. "Man empfindet das Mandat als Mandat des Hauses und nicht als Mandat des einzelnen Anwalts", fasst er seine Erfahrungen zusammen.

Das Bild oben zeigt den 36-jährigen promovierten Anwalt Dr. Matthias Terlau.

Winfried Kretschmer, Journalist und Autor, arbeitet als freier Mitarbeiter für changeX.

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www.osborneclarke.de

© changeX [26.08.2002] Alle Rechte vorbehalten, all rights reserved.

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Autor

Peter Felixberger

Peter Felixberger ist Publizist, Buchautor und Medienentwickler.

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